• aktualisiert:

    Schwebheim

    Die Freude des Glaubens weitergegeben

    Freude und Optimismus strahlte die scheidende Gemeindereferentin Gertrud Pfister bei ihrer Verabschiedung in den Ruhestand in Schwebheim aus.
    Freude und Optimismus strahlte die scheidende Gemeindereferentin Gertrud Pfister bei ihrer Verabschiedung in den Ruhestand in Schwebheim aus. Foto: Silvia Eidel

    Ein positives Menschen- und Gottesbild, eine positive Erfahrung von Kirche hat Gemeindereferentin Gertrud Pfister in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Sankt Christophorus am Mainbogen stets vermittelt. Ihr Abschied in den Ruhestand bei einem Freiluft-Gottesdienst zeigte die große Wertschätzung und Dankbarkeit für ihr außerordentliches Wirken. Wobei auch Enttäuschung über die Diözesanleitung in Würzburg geäußert wurde, weil die Stelle nicht wieder besetzt wird.

    Ihre besonderen Talente, ihre Herzlichkeit, Nähe, Lebendigkeit und ihren Optimismus habe Gertrud Pfister für die Menschen eingesetzt, um Gott gegenwärtig zu machen und um die Kirche wachsen zu lassen, sagte Pfarrer Gregor Mühleck, Leiter der mit 8000 Katholiken größten Pfarreiengemeinschaft im Dekanat Schweinfurt-Nord mit den Orten Gochsheim, Sennfeld, Schwebheim, Grettstadt, Ober- und Untereuerheim und Weyer.

    Beim Gottesdienst vor der Schwebheimer Pfarrkirche Sankt Hedwig – mit etwa 200 Besuchern unter Einhaltung der Hygieneregeln – nahm er Bezug auf das Evangelium vom Schatz im Grund und Boden. Zu entdecken, welche Fähigkeiten einem gegeben sind, führe zur Entfaltung des eigenen Lebens und zur Bereicherung anderer.

    14 Jahre in Schwebheim

    Als leidenschaftliche Erzieherin hatte Gertrud Pfister, dreifache Mutter und Landwirtsehefrau aus Schnackenwerth, bereits 16 Jahre im Kindergarten Euerbach gearbeitet und dann als "Spätberufene" mit über 40 Jahren noch einmal ein Fernstudium der Theologie begonnen mit dem Ziel Gemeindereferentin. Trotz Hindernissen der Diözesanleitung absolvierte sie die Ausbildung. Nach dem berufspraktischen Jahr in Poppenhausen wirkte sie 14 Jahre in Schwebheim.

    "Mit Herzblut, Wille, Einsatz und Geschick hat sie die Gemeinde geformt", lobte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Herbert Holzmann. "Sie ist die Baumeisterin für die Kirchengemeinde Sankt Hedwig", so Pfarrer Mühleck. Dort war sie erste Ansprechpartnerin, dort baute sie Gruppen und Kreise mit auf.

    Sie habe die Zahlen der Gottesdienstbesucher vergrößert, wusste ihr einstiger Mentor, Pfarrer Heiner Knauer. Wenn die Diözese kritisiert habe, sie sei "zu nahe am Menschen", dann habe er das als Kompliment aufgefasst.

    Ehrenamtlich im Seniorenheim

    Ihre Leidenschaft für Kinder und Familien brachte Gertrud Pfister unter anderem in der Kinderkirche, bei Familiengottesdiensten, der Ministrantenbetreuung, Kommunionbegleitung und beim Religionsunterricht in der Grundschule ein. Neben den Besuchen im Kindergarten widmete sie sich auch der Arbeit in den zwei Seniorenheimen. Diese Aufgabe wird sie ehrenamtlich weiterführen, freute sich Mühleck.

    Besonders die Ökumene, die Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde, lag der scheidenden Gemeindereferentin am Herzen. "Sie hat Brücken gebaut", dankte Anke Grimm vom evangelischen Kirchenvorstand, "sie hat die Menschen berührt".

    Wie geht es weiter? Es sei "jammerschade", dass die Diözese ihre Stelle aus finanziellen Gründen einzieht, sagte Holzheimer. Das vorhandene Pastoralteam für die sieben Kirchengemeinden im Mainbogen – nunmehr vier Männer mit Pfarrer Mühleck, Pfarrvikar Thomas Klemm und den Pastoralreferenten Michael Pfrang und Rainer Weigand – wird die unterschiedlichen Aufgabenfelder neu aufteilen. Es würden sich Teams bilden mit einem Überblick über den ganzen Bezirk, so Mühleck. Eine stärkere Vernetzung werde es geben. Gleichzeitig müsse man merken, dass die Kirchengemeinde im Ort verwurzelt ist.

    Es fehlt Personal

    Es gebe für alle Pfarreiengemeinschaften einen Personalplan, erläuterte Roswitha Schuhmann, Diözesanreferentin der Pastoralreferenten am Rande der Verabschiedung. Neben den Katholikenzahlen würden darin auch Einrichtungen wie Kindergärten oder Seniorenheime als Faktoren für eine Stellenbesetzung angerechnet. Grundproblem sei, dass Personal fehle. "Wir können nicht mehr geben, als wir haben", sagte sie zur Kritik an der Stelleneinziehung.

    Gertrud Pfister selbst verbreitete Optimismus. "Ihr macht das schon", meinte sie zu "ihren" Schwebheimern und verwies auf ihr letztes Youtube-Video, der "Seelsorge der anderen Art in Corona-Zeiten."

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Schweinfurt-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!