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    Niederwerrn

    Gemeinde schließt Lücke beim Krippengeld

    Die Gemeinde Niederwerrn hebt wieder den Deckel ihrer Fördertöpfe. Der Gemeinderat hatte eigentlich beschlossen, die Geschwisterermäßigung in den Kitas zu streichen. Bis 2019 war ein Kind im letzten Kiindergartenjahr mit hundert Euro monatlich bezuschusst worden, durch den Freistaat. Für das zweite Geschwisterkind hatte es von der Gemeinde 50 Prozent des Elternbeitrags als Ausgleich gegeben. Ab dem dritten Kind, in Kindergarten oder Krippe, war der Beitrag zu 100 Prozent gefördert worden.

    Mittlerweile bezuschusst der Freistaat über die gesamte Kindergartenzeit hinweg. Seit Anfang dieses Jahres gibt es zudem ab dem zweiten Lebensjahr Krippengeld. Um Doppelförderungen zu vermeiden, hat Niederwerrn sukzessive seine eigenen Zuschüsse gestrichen. Das Problem: Ab 60 000 Euro Jahreseinkommen erhalten Eltern kein Krippengeld vom Staat und werden damit durch den Wegfall der Gemeindeförderung schlechter gestellt. Mehrere betroffene Eltern haben diese Lücke entdeckt.

    Nun wurde am Ratstisch nachberaten. Eine Prüfung der Verwaltung hat ergeben, dass es in der Gemeinde potentiell um 67 Haushalte mit Kleinkindern geht. In welchen dieser Fälle die "Summe der positiven Einkünfte" wirklich 60 000 Euro übersteigt, ist unbekannt.

    Antrag mit sieben Gegenstimmen zugestimmt

    Die Fraktion der Freien Wähler sei sich in dieser Frage uneins, stellte Roland Fick fest. Mehrheitlich sei man für die bereits beschlossene Regelung. "Wir wollten Doppelförderung vermeiden, aber nicht die Förderung streichen" - so sah es Fraktionskollege Florian Negwer. Auch Martin Pensel (CSU) warnte davor, ein falsches Zeichen zu setzen, wenn es um die Zielgruppe der jungen Familien gehe.

    Man sollte Eltern dazu animieren, ihre Kinder in Krippe und Kitas zu bringen, meinte Gabriele Reuß (CWVO). Wolf-Dietrich Lang sprach sich für die SPD ebenfalls für Entgegenkommen aus. Es gehe um eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Für Felix Zirkelbach von der CSU-Fraktion wäre ein Imageschaden für die Gemeinde das größere Problem. Bei sieben Gegenstimmen wurde ein gemeindlicher Ausgleich beim Wegfall des Krippengelds beschlossen, gegen Vorlage des staatlichen Ablehnungsbescheids.

    Bauhofleiter Thomas Brand stellte Pläne für eine Neugestaltung des Bauhofs-Umfelds vor. Bereits stillgelegte Ölabscheider, die im Überschwemmungsgebiet der Wern liegen, sollen rückgebaut werden. Stattdessen soll auf der Rathausseite des Bauhofs ein moderner Außenwaschplatz mit neuem Ölabscheider eingerichtet werden, für die Fahrzeuge von Gemeinde und Feuerwehr. Für die Abrollcontainer wird es eine teilweise Befestigung unter dem Vordach geben, auf der Wernseite. Dort liegt wegen der Hochwassergefahr derzeit nur Schotter.

    Einbau einer Zisterne wird geprüft

    Im Zuge der Arbeiten auf dem Hof werden neue Kabel-Kanäle zum Rathaus gelegt. Ebenso werden zwei Hydranten für die Feuerwehr aufgestellt, zur Löschwasser-Betankung oder für Übungszwecke. 16 Prozent Mehrwertsteuer vorausgesetzt, könnten die Arbeiten 190 000 Euro kosten. Gebaut werden soll von Mitte September bis November.

    Kathrin Tröster regte für die Grünen eine Zisterne zum Regenwassersammeln an. Am Ratstisch gab es Zweifel an der Tauglichkeit als Löschwasser, Thomas Brand erinnerte an mögliche Probleme in der Hochwasserzone. In Zeiten der Trockenheit könne man das Wasser schon für das Gießen von Bäumen oder Blumen verwenden, meinte Tröster. Der Einbau soll nun geprüft werden.

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