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    Kreis Schweinfurt

    Geomed und Altenheim bleiben wachsam in der Corona-Krise

    Durchschnaufen darf das Personal an den zwei großen sozialen Einrichtungen des Landkreises: dem Krankenhaus in Gerolzhofen und dem Alten- und Pflegeheim in Werneck.
    Das Kreisalten- und Pflegeheim Werneck in der Spitalstraße 24.
    Das Kreisalten- und Pflegeheim Werneck in der Spitalstraße 24. Foto: Thomas Baucke

    Beifall zollten die Mitglieder des Ausschusses für soziale Angelegenheiten, Gesundheit und Ehrenamt des Kreistags den Mitarbeitern der Geomed Kreisklinik und des Kreisaltenheim- und Pflegeheims Werneck in ihrer Sitzung am Mittwochnachmittag. Engagement, Organisationstalent und Improvisationsgeschick hätten diese in den Zeiten der Corona-Krise gezeigt, weshalb man die erste Welle der Pandemie gemeistert habe und für den Fall einer zweiten Welle gerüstet sei, meint der Fachausschuss.

    Die Kreisklinik mit 95 Betten in den spezialisierten Fachabteilungen (pro Jahr weit über 4000 Fälle) und das Alten- und Pflegeheim in Werneck (213 Heimplätze, davon 30 in einem beschützenden Wohnbereich) sind die beiden großen sozialen Einrichtungen des Landkreises, in denen sich das Personal mit "großen Leistungen den großen Herausforderungen stellt", weswegen man auf einem guten Weg sei, so Landrat Florian Töpper.  

    Die Welt auf den Kopf gestellt

    Geschäftsführer Wolfgang Schirmer  präsentierte den Kreisräten einen Blick auf die vergangenen Wochen und Monate. Anfang März habe sich die Welt verändert und mit der Ausrufung des Katastrophenfalls am 16. des Monats sei die Welt auf den Kopf gestellt worden, so der Geschäftsführer. Zu den ersten Maßnahmen im Hause zählte die Einrichtung eines Krisenstabs, der die Vernetzung der Klinik mit Ämtern, Behörden und dem gesamten Katastrophen- wie auch dem Gesundheitswesen pflegt, sowie die Situation für die Patienten, die Möglichkeiten der Unterbrechung von Infektionsketten und die Anpassung der Intensivmedizin fachübergreifend organisiert. 

    An der Geomed-Klinik finden alle 'üblichen Behandlungen' statt. Im Bild Chefarzt Dr. Matthias Blanke bei einer Hüftgelenk-OP.
    An der Geomed-Klinik finden alle "üblichen Behandlungen" statt. Im Bild Chefarzt Dr. Matthias Blanke bei einer Hüftgelenk-OP. Foto: Susanne Wiedemann

    Aufgerüstet wurde bei der Beatmungstechnik, wobei zwei bestellte Geräte bis heute noch nicht geliefert sind. Bereits bei den Hauseingängen und insbesondere bei den Behandlungsräumen wurden getrennte Bereiche für Covid-19-Patienten geschaffen. Auch sind Schutzwände (etwa in den Wartebereichen) aufgebaut.  Schwierigkeiten gab es bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen, wobei man auch mit explodierenden Preisen zu kämpfen hatte. Schirmer: "Die Mitarbeiter wurden kreativ. Teilweise wurden Einmal- durch Stoffartikel ersetzt."

    Wieder alle Behandlungen

    Mit den Lockerungen ab Mitte Mai habe sich der Klinikbetrieb in etlichen Bereichen normalisiert. Heute würden alle üblichen Behandlungen – stationär wie ambulant – unter Einhaltung der Hygieneregeln und der Schutzmaßnahmen wieder stattfinden, so Wolfgang Schirmer und: "Wir sind wachsam." Im Falle eines Falles werde sofort auf den Krisenmodus umgestellt.    

    Für Besucher gelten weiterhin Einschränkungen. Für die Mitarbeiter werden wichtige Informationen rund um die Bekämpfung des Virus aufbereitet und auch gezielte Schulungen soll es weiterhin geben. Nach den Beobachtungen des Geschäftsführers waren für das Personal die Unsicherheiten über die Entwicklung der Krise eine noch höhere Belastung als die veränderten Arbeitsbedingungen.  

    Fünf Covid-19-Patienten

    "Froh" ist der Geschäftsführer, dass man mit fünf Covid-19-Patienten und drei Infektionen bei den Mitarbeitern bislang glimpflich davongekommen sei. Zur finanziellen Situation räumte der Geschäftsführer ein, dass es zwar staatliche Hilfen geben würde, er aber einen kostendeckenden Ausgleich durch Zuschüsse von Land und Bund nicht sieht. 

    Wie die Sprecher der Fraktionen unterstrich auch der Landrat den vorbildlichen Einsatz der Beschäftigten, die die Bedeutung kleinerer Häuser auch in Krisenzeiten untermauert hätten, was hoffentlich in Zukunft allseits gesehen werde.    

    Seit dem 10. Juni covidfrei

    Ein ebenso dickes Lob wird Simone Falkenstein, die Geschäftsführerin des Kreisalten- und Pflegeheims, ihren Team überbringen. Sie schilderte eine in vielen Bereichen mit den Vorkehrungen in der Geomed-Klinik vergleichbare Entwicklung. Am 27. März, ein Freitag, wurden in einer Wohngruppe erhöhte Temperaturen gemessen, weshalb das Gesundheitsamt umgehend verständigt und die Isolation durchgeführt worden sei. Die Tests ergaben dann 34 positive Ergebnisse. In der Folge musste das Gesundheitsamt auch zwei Todesfälle melden. Aktuell gelten 24 der infizierten Bewohner als genesen, was auch auf alle 18 Mitarbeiter, die ebenfalls betroffen waren, zutreffe.     

    Aktuell (seit 10. Juni) ist das Alten und Pflegeheim "covidfrei". Für die "sehr belasteten Mitarbeiter" wurde eine Gesprächsrunde eingerichtet.

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