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    Gerolzhofen

    Hotelneubau: Durch die Gerolzhöfer Stadtmauer in die Tiefe

    Beim Neubau des Hotels "Wilder Mann" geht es nun in die Tiefe. 6000 Kubikmeter Erdreich müssen für die Tiefgarage ausgebaggert und abtransportiert werden.
    Ein letzter Blick auf die noch geschlossene innere Stadtmauer in der Grabenstraße. An den Farbmarkierungen ist die Mauer bereits durchgeschnitten. Zwischen beiden Markierungen entsteht die Zufahrt zur Tiefgarage unter dem 'Wilden Mann'.
    Ein letzter Blick auf die noch geschlossene innere Stadtmauer in der Grabenstraße. An den Farbmarkierungen ist die Mauer bereits durchgeschnitten. Zwischen beiden Markierungen entsteht die Zufahrt zur Tiefgarage unter dem "Wilden Mann". Foto: Klaus Vogt

    Nachdem es auf der Baustelle zum Neubau des Hotels "Wilder Mann" in den vergangenen Tagen etwas ruhiger zugegangen ist, geht es nun in die Tiefe. Der aufwändige Aushub für die Tiefgarage beginnt. Rainer Krapf, Geschäftsführer der Krapf Immobilien GmbH & Co. KG, sagt, dass rund 6000 Kubikmeter Material ausgebaggert und abtransportiert werden muss.

    Nachdem die vom Landesamt für Denkmalpflege beauftragten Archäologen ihre wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen hatten, hatte als Vorarbeiten für die unterirdischen Stellplätze eine Spezialfirma an den künftigen Umrandungen der Tiefgarage tiefe Bohrungen niedergebracht. Die entstandenen senkrechten Hohlräume waren mit einem Stahlgeflecht versehen und dann mit Beton gefüllt worden. Die so entstandenen Betonsäulen berühren sich leicht und bilden nun die Außenmauern der Tiefgarage. Das Erdreich kann nun innen abgegraben werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass Material von den Seiten nachrutscht. 

    Grabenschule wird mit Beton unterfangen

    Bauherr Rainer Krapf sagte, man habe in den vergangenen Tagen nochmals die Standorte für die Baukräne neu überdenken und planen müssen. Auch die Baufirma habe umgeplant. Und außerdem müsse jetzt erst noch, bevor die Ausschachtungsarbeiten beginnen, die direkt an der Baugrube stehende Grabenschule unterfangen werden, berichtet der Bauherr. Unter dem Schulgebäude befindet sich ein Gewölbekeller aus Sandsteinen. Keller und Schule wurden bei der Erbauung im Jahr 1873 ohne ein nach heutigen Maßstäben ausreichendes Fundament einfach auf das anstehende Erdreich gebaut. Das historische Gebäude muss nun mit Beton unterfangen und gesichert werden.

    Diese "Unterstützungsmaßnahme" ist auch deshalb wichtig, weil die künftige unterirdische Zufahrt zur Tiefgarage direkt zwischen der Grabenschule und dem benachbarten Gebäude (Callisto-Bar/Augenarzt/Optiker) hindurchführen wird. Die Tiefgaragen-Einfahrt ist dann vom Parkplatz unterhalb der Schule aus anzufahren.

    Stadtmauer durchgesägt

    Für die rund sechs Meter breite Zufahrt wird momentan ein Abschnitt der inneren Stadtmauer durchbrochen. Das Segment wurde bereits herausgesägt, nun müssen noch die Sandsteine abgebrochen werden. Die Steine werden dem städtischen Bauhof zur Verfügung stellt, teilt Rainer Krapf mit, und sollen für die Restaurierung anderer Stadtmauer-Bereiche Verwendung finden. Der Parkplatz unterhalb der Grabenschule ist wegen der Arbeiten bereits seit einer Woche abgesperrt.

    Von der Innenseite der Stadtmauer ist bereits das Erdreich abgebaggert. Hier wird die Tiefgaragen-Zufahrt gebaut.
    Von der Innenseite der Stadtmauer ist bereits das Erdreich abgebaggert. Hier wird die Tiefgaragen-Zufahrt gebaut. Foto: Klaus Vogt

    Ist die Zufahrt durch die Stadtmauer frei, beginnt der Abtransport der 6000 Kubikmeter Erdreich. Die Lkw werden, so erklärt es Rainer Krapf, sowohl die neue Zufahrt über den Parkplatz durch die Stadtmauer, als auch die Breslauer Straße benutzen. Dort kann es zeitweise zu Sperrungen kommen.

    Hotel mit 110 Betten

    Der Traditionsgasthof „Wilder Mann“, einst das erste Haus am Platze, steht seit 2013 leer. Der Gerolzhöfer Elektrounternehmer und Stadtrat Rainer Krapf hat den Hotel-Gasthof am Gerolzhöfer Marktplatz im Jahr 2018 von Peter Wolf jun. erworben. Geplant ist ein großer moderner Anbau entlang der Breslauer Straße, um hier ein sogenanntes In-Hotel mit 110 Betten entstehen zu lassen. Das "In" steht für Inklusion oder auch Integration und bedeutet, dass hier später einmal Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in vielen Bereichen zusammenarbeiten werden. 

    Das Hotel wie auch das angeschlossene öffentliche Restaurant im Hauptgebäude wird die Arbeiterwohlfahrt Unterfranken betreiben. Über sechs Millionen Euro nimmt die Krapf Immobilien GmbH & Co. KG für den neuen Bettenanbau inklusive Lobby, Tagungsbereiche und Tiefgarage in die Hand.

    Tief ins Erdreich hineinragende Betonsäulen sichern die künftige Tiefgarage. Während sie an der Nordseite des Baugrundstücks schon sichtbar sind, sind sie an den übrigen Bereichen (zum Beispiel vorne links) noch bündig mit dem Erdreich und kaum zu erkennen.
    Tief ins Erdreich hineinragende Betonsäulen sichern die künftige Tiefgarage. Während sie an der Nordseite des Baugrundstücks schon sichtbar sind, sind sie an den übrigen Bereichen (zum Beispiel vorne links) noch bündig mit dem Erdreich und kaum zu erkennen. Foto: Klaus Vogt
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