• aktualisiert:

    Röthlein

    Kritik imGemeinderat: Filetstück für Maximalbauten in Röthlein

    Im April diskutierte der alte Gemeinderat über eine Bauvoranfrage der Spedition Schäflein im Röthleiner Industriegebiet Etzberg. Geplant ist dort eine weitere große zweiteilige Lager- und Logistikhalle und der Gemeinderat entschied damals, notwendige Befreiungen hinsichtlich Traufhöhe, Gebäudelänge, Werbeanlagen und Versieglung von Frei- und Versickerungsflächen nicht zu erteilen, sondern die Entscheidung dem neuen Gemeinderat zu überlassen. Der wurde nun bei einem vierstündigen Vorort-Termin vom Bauherren über das geplante Vorhaben informiert und jetzt ist der Bauantrag eingereicht – mit einigen Änderungen zur Bauvoranfrage.

    Statt der damals anvisierten 157 Meter Gebäudelänge sind nun 175 Meter beantragt; möglich wurde die Verlängerung durch eine Verlegung der Parkplätze. Die Traufhöhe ist mit 13 Metern gleich geblieben, überschreitet aber genauso wie die Gebäudelänge die Vorgaben im Bebauungsplan. Nicht eingehalten werden auch die Vorgabe der minimalen Flächenversieglung und die Verwendung von versickerungsfähigen Materialien.

    Dafür ist der Bauherr, wie einige Gemeinderatsmitglieder feststellten, ihren Wünschen doch entgegengekommen. Zugesichert wurde nämlich die Schaffung einer zusätzlichen 400 m² großen Naturausgleichsfläche, die Erstellung eines Lichtkonzepts und die Installation eines Regenwassertanks für die Gemeinde und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle 1. Diese Entgegenkommen bezeichnete Detlev Reusch als "selbstverständlich", schließlich bekäme der Bauherr "Flächen ohne Ende" und dadurch einen "wirtschaftlichen Mehrwert".

    Reusch störte sich dazu an einer für ihn nicht klar definierten Formulierung im Bauantrag. Dort ist die Photovoltaikanlage mit "bis zu maximal 750 kW" angegeben. Laut Reusch könnte da aber auch weit weniger auf das Dach gebaut werden. Eine Befürchtung, die die anderen im Gremium nicht teilten.

    Während Martina Braum und Detlev Reusch anregten, Photovoltaikanlagen allgemein in Bebauungspläne aufzunehmen, fand Jürgen Lorenz es schwierig, Größenordnungen vorzuschreiben und Kai Hümmer kritisierte die Festsetzung als solche; er hatte nämlich vor einiger Zeit Photovoltaik auf dem Bauhofdach gefordert und war gescheitert. Für ihn wird da "mit zweierlei Maß gemessen".

    Mit einer Gegenstimme wurde schließlich der Bauantrag genehmigt, nachdem Elke Lanz sich rückversichert hatte, dass die Außenfassade des neuen Gebäudes analog zur bereits bestehenden benachbarten Firmenhalle gestaltet wird.  

    Weiter ging es mit der Bauvoranfrage für eine weitere Halle, diesmal der Firma Möslein, die am Etzberg ein knapp 200 Meter langes und bis zu elf Meter hohes Gebäude mit sechs Produktions- und Lagerhallenabschnitten plant, in denen bis zu 20 Mitarbeiter im Dreischichtbetreib Lkw-Aufbauten fertigen. Auch hier sind eine Photovoltaikanlage und ein umweltverträgliches Lichtkonzept im Plan integriert, Gebäudelänge, Traufhöhe und Baugrenze allerdings nicht konform mit dem Bebauungsplan.

    Detlev Reusch monierte außerdem die Versiegelung eines "Filetstückes" für "eigentlich nix" und meinte damit das Verhältnis von Gewerbesteuereinahmen und "Maximalbauten", wurde aber von Elke Lanz darauf hingewiesen, dass die Fläche gekauft ist und jedem Bauherren frei steht, was er nun darauf errichtet. Geprüft wird noch, wie Jürgen Lorenz forderte, ob die geplanten Parkplätze ausreichen und wie hoch das Lieferverkehraufkommen (Florian Kress) ist; abschließend gab es vom Rat grünes Licht für das Vorhaben.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Schweinfurt-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!