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    Schweinfurt

    Landesgartenschau: Die Verwaltung braucht bessere Argumente

    Oliver Schikora kommentiert die Diskussion im Stadtrat über das weitere Vorgehen in Sachen Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt. Wieso die Kritiker durchaus Recht haben.
    Heute noch ehemalige Kaserne, in sechs Jahren Wiese der Landesgartenschau: Im Jahr 2026 will die Stadt Schweinfurt in einem Teil der ehemaligen Ledward-Kaserne sowie des Kessler Fields eine Landesgartenschau ausrichten.
    Heute noch ehemalige Kaserne, in sechs Jahren Wiese der Landesgartenschau: Im Jahr 2026 will die Stadt Schweinfurt in einem Teil der ehemaligen Ledward-Kaserne sowie des Kessler Fields eine Landesgartenschau ausrichten. Foto: Oliver Schikora

    Es ist rund eineinviertel Jahre her, dass die Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt nach den beiden nicht erfolgreichen Bürgerentscheiden endgültig beschlossen wurde. Damals dachte man, der Streit sei beigelegt. Pustekuchen, ist er nicht. Und das ist auch kein Wunder.

    Die vergangenen 15 Monate hat die Verwaltung, Corona-Krise hin oder her, nicht ausreichend genutzt, um das Thema Landesgartenschau so weiter zu entwickeln, dass die Kritiker in Reihen des Stadtrates ihre Zweifel ad acta legen könnten. "Empörend", wie es SPD-Rat Peter Hofmann empfand, war die Verwaltungs-Vorlage freilich nicht, "enttäuschend" wie von vielen anderen Rednern geäußert, aber durchaus. Es gab nämlich nichts Neues, auch wenn klar ist, dass das Thema Landesgartenschau ein Prozess ist und es natürlich Unsinn wäre zu glauben, jetzt schon eine ausgefeilte Detailplanung zu haben. Dieser Prozess wurde mit dem Gestaltungswettbewerb nun angestoßen.

    Bemerkenswert an der fast dreistündigen Diskussion im Konferenzzentrum zum Thema Landesgartenschau waren zwei Dinge: Zum einen stritt sich die schwarz-grüne Koalition schon bei der ersten regulären Sitzung der neuen Wahlperiode mit Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Der kandidierte bekanntlich für die CSU, doch das was er zum Thema zu sagen hatte, vor allem als es um die so genannten Korrespondenzprojekte ging, sahen Schwarze und vor allem Grüne völlig anders.

    Zum anderen ist das Thema Finanzen weiter viel zu vage. Warum die Verwaltung die letzten Monate nicht nutzte, transparent zu machen, auf welcher Basis genau man die Einnahme-Prognose im Durchführungshaushalt erstellt hat – wie viele Besucher braucht man, wie viel Geld von Sponsoren, etc. – bleibt ihr Geheimnis. So bleibt das mulmige Gefühl gerade wegen des durch die Corona-Krise schwer gebeutelten städtischen Haushaltes, dass die Landesgartenschau 2026 tatsächlich eine Chance sein könnte für die Wälzlagerstadt, aber mit einem millionenschweren Risiko behaftet.

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