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    Schonungen

    Leserforum: Fahrradfreundlich geht anders!

    Zum Artikel "Drahtesel in luftiger Höhe als Markierungen" vom 25. Juli erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

    Der Bauhof der Gemeinde Schonungen hat alte Fahrräder bunt lackiert und damit (Rad-)Rastplätze am Mainradweg markiert und auch neue Sitzgelegenheiten für müde Radler und Wanderer aufgestellt. Die Gemeinde präsentiert sich von ihrer fahrradfreundlichen Seite. So weit so gut.

    Leider ist die Gemeinde Schonungen alles andere als fahrradfreundlich. Die Verwaltung hat auf einem Fuß- und Radweg an den Bachgärten in Schonungen fast zeitgleich sogenannte Umlaufsperren und auch noch andere provisorische Absperrungen angebracht, um Radfahrer (wohlgemerkt auf einem Radweg) zum Absteigen zu zwingen. Vornehmlich deswegen, weil direkt neben dem Radweg ein Spielplatz liegt und manch Zweiradfahrer zu schnell durch die unübersichtliche Engstelle schießt und somit Kinder gefährden könnte.

    Leider verursachen eben diese Umlaufsperren bei Eltern auch erhebliche Probleme. Nämlich dann, wenn diese mit dem Rad und einem Kinderanhänger unterwegs sind. Es ist schier unmöglich, ein solches Gespann alleine an den Hindernissen vorbei zu manövrieren. Was bleibt also? Den Anhänger abhängen, das Rad und die Kinder im Anhänger getrennt durch die 50 bis 60 Meter lange Engstelle schieben und somit unbeaufsichtigt lassen? Verantwortungsvolle Eltern (und Radbesitzer) werden das nicht tun.

    Es bleibt nur die Alternative, den kompletten Weg an den Sportplätzen vorbei und dann die vielbefahrene B 26 entlang zu fahren, um in die Dorfmitte zu kommen oder von da auf den sicheren Mainradweg. Insgesamt sind das drei Kilometer, von denen die Hälfte für Radfahrer durchaus als "lebensgefährlich" bezeichnet werden kann. Auch Radler mit Packtaschen, Tandemfahrer oder auch Eltern mit Zwillingskinderwagen und Rollstuhlfahrer werden diese offensichtlichen Verkehrsbehinderungen nicht zu schätzen wissen und an diesen verzweifeln.

    Der Standpunkt des ADFC, also des größten deutschen Fahrradclubs, zu Umlaufsperren ist einfach gesagt: Geht gar nicht! Im Gegenteil: Die Unfallgefahr wird dadurch sogar erhöht, da trotzdem versucht wird, das Hindernis zu Umfahren und es dadurch vermehrt zu Stürzen kommt. Die genauen Ausführungen und Lösungsvorschläge des ADFC liegen der Gemeinde vor.

    Ein weiterer Kritikpunkt zur Fahrradfreundlichkeit der Großgemeinde Schonungen ist der geringe Ausbau der Radwege. Lediglich die Gemeindeteile Schonungen, Mainberg, Hausen und Markteinach sind über ausgebaute Wege vernetzt. Die anderen Ortsteile (Löffelsterz, Abersfeld, Reichmannshausen, Waldsachsen) erreicht man lediglich über vielfrequentierte, unübersichtliche Bundes- und Staatsstraßen oder über Feldwege, deren Zustand selbst manch einen Mountainbike-Fahrer an seine Grenzen bringt.

    Fahrradfreundlichkeit ist eben nicht mit ein paar Bänken und bunten Skulpturen erreicht!

    Carlo Friedrich,
    97453 Schonungen

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    Bearbeitet von Peter Kallenbach

    Kommentare (3)

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