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    Röthlein

    Markus Korb singt seit 50 Tagen gegen Corona

    Kleine "Garageneinfahrts-Konzerte" in schwerer Zeit sorgen in Röthlein täglich für ein paar Minuten gute Laune. Die Fangemeinde freut sich drauf.
    Markus Korb singt gegen Corona - und dies seit 50 Tagen. Wer es verpasst hat, kann es später im Internet nachschauen, denn die Tochter filmt die kleinen Auftritte. 
    Markus Korb singt gegen Corona - und dies seit 50 Tagen. Wer es verpasst hat, kann es später im Internet nachschauen, denn die Tochter filmt die kleinen Auftritte.  Foto: Daniela Schneider

    Es ist kurz nach 18 Uhr: Durch die alte Siedlung in Röthlein schallen die Klänge eines Songs der Band Oasis. Markus Korb singt und spielt in seiner Garageneinfahrt mit "Wonderwall" gegen Corona an und das an diesem Dienstagabend bereits zum 50. Mal.

    Vor der Tür haben sich Freunde, Nachbarn und Familie versammelt – eine feste Fangemeinde, dazu gesellen sich aber auch zufällige Fußgänger oder Radfahrer. Selbst am Montag, als es ständig geregnet hat, waren  – wie Markus Korb später erzählt – eine Reihe treuer Fans da.

    Seit dem 23. März geht das nun schon so: An jenem Sonntagabend hat Markus Korb – wie viele andere Musikerinnen und Musiker in ganz Deutschland auch – um 18 Uhr von seinem Fenster aus auf dem Akkordeon Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" gespielt. Als seinerzeit die letzten Klänge verhallten, hat jemand in der Nachbarschaft "Zugabe" gerufen.  "Das war ein Fehler", wie Markus Korb jetzt verschmitzt grinsend erklärt, denn wer bei ihm "Zugabe" ruft, der bekommt sie auch, der ist im schönsten Sinne "Schuld daran", dass Korb – Musiker, Buchautor und Gymnasiallehrer – seit nunmehr 50 Tagen gegen Corona ansingt und mit Stimme, Akkordeon und Gitarre etwas Spaß und gute Laune in diese "verwirrenden Zeiten" bringt.

    Von "Oasis" bis Peter Alexander

    Für viele Freunde und Nachbarn ist die Musik um 18 Uhr ein fester Punkt des Tages auf den sich alle freuen, egal ob gerade mal ein Jahr oder weit über 80 Jahre alt. Gewöhnlich singt Korb zwei Lieder, zum "Jubiläum" sind es diesmal vier: neben Oasis werden Peter Alexander, die Spider Murphy Gang und Queen angestimmt. Einige Liedtexte hat Markus Korb schon vorab ausgedruckt und so summen, singen und tanzen die Röthleiner auf der Straße zu seiner Musik, selbst der kleinste und wohl auch einer der treuesten Fans im Kinderwagen grinst über das ganze Gesicht, während Korbs Tochter Matilde kurze Sequenzen für Facebook und WhatsApp filmt.

    Auch das ist übrigens schon Kult für die, die es eben nicht um 18 Uhr zu den Korbs nach Röthlein schaffen: Sie können sich den Auftritt später trotzdem anschauen. Zum Jubiläum hat eine Nachbarin ein Plakat gebastelt : "Vielen Dank für 50  schöne und unvergessliche Momente". Mit von der Partie ist auch diesmal wieder Nachbar Winnie, bereits zum 49. Mal schlägt er die Bongos, meist im Garten hinter der Hecke, doch heute zur Feier des Tages spielt auch er in der Korb’schen Einfahrt.

    Und noch einer ist zum 50. ausnahmsweise mit von der musikalischen Partie: Martin Dummer, Korbs Bandkollege aus der Formation "Querbeat", der auf dem Weg vom Pizzaholen bei den Korbs Station macht und nun begleitend die Cajón, eine Sitztrommel schlägt.

    Der "Zapfenstreich" wird auf 20 Uhr nach hinten verlegt.

    Wie lange Korb noch seine kleinen Garageneinfahrts-Konzerte geben wird, ist ungewiss. Er will singen, bis die Pandemie das Leben nicht länger in allen Bereichen bestimmt. Die 100 macht er – wie ein Zuhörer spontan dazwischenruft – wohl auf alle Fälle noch voll. Allerdings verlegt Korb jetzt, wenn die Tage langsam länger werden, seine Auftritte etwas nach hinten: Ab sofort gibt’s jetzt erst um 20 Uhr den Korb’schen "Zapfenstreich" mit viel Gesang und guter Laune.

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