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    Schweinfurt

    Mehr Wald für Schweinfurt: Wo neue Bäume fürs Klima stehen könnten

    Wo wäre Platz für ein neues Stück Stadtwald? Im Auftrag des Stadtrates hat das Städtische Forstamt die Möglichkeiten gescannt. Und zwei Standorte gefunden.
    Schweinfurt soll ein neues Stück Wald bekommen. Aber wo könnten Bäume gepflanzt werden? Das Forstamt hat die Möglichkeiten erstmal grob überprüft. Unser Symbolbild entstand beim Waldtag des städtischen Forstamtes mit dem Kindergarten St. Maximilian Kolbe.
    Schweinfurt soll ein neues Stück Wald bekommen. Aber wo könnten Bäume gepflanzt werden? Das Forstamt hat die Möglichkeiten erstmal grob überprüft. Unser Symbolbild entstand beim Waldtag des städtischen Forstamtes mit dem Kindergarten St. Maximilian Kolbe. Foto: Lena Köster

    Das Thema Stadtwald ist für Schweinfurt kein neues. Schließlich gab es ein Bürgerbegehren, das eben diesen Wald gefordert hat – statt der geplanten Landesgartenschau. Im Januar 2019 hatten die Bürger dies abgelehnt. Kurioserweise genau wie das Ratsbegehren, das einen Bürgerpark mit Landesgartenschau gegen den Stadtwald ins Rennen geschickt hatte. Damit schien der Stadtwald vom Tisch, bis zu den Haushaltsberatungen im November 2019. Da machte Stadträtin Ulrike Schneider, die das Bürgerbegehren initiiert hatte, einen neuen Vorstoß: Die Stadt, so Schneiders Antrag, sollte sich auf die Suche nach geeigneten Flächen machen und diese für die Anlage eines zehn bis 100 Hektar großen, klimastabilen Waldes, falls nötig, ankaufen. Auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé und die Mehrheitsfraktion CSU fanden unter dem Schlagwort Klimawandel/Klimaschutz Sympathien für den Vorstoß. Aber wo wäre überhaupt Platz für diesen neuen Wald?

    Der Leiter des städtischen Forstamts, Florian Haensel, machte sich auf die Suche – und fand zwei Möglichkeiten. Auch wenn die teilweise nicht ganz unproblematisch erscheinen und noch nichts geklärt ist, wie Haensel betont. Im Ferienausschuss vergangene Woche stellte er die Ergebnisse der Waldflächen-Suche vor. Für das Forstamt gibt es zwei Favoriten: Den Bereich Hundertäcker und das Areal Schießanlage. 

    Vorteil bei der Fläche Hundertäcker, die mit 0,8 Hektar etwa so groß ist wie ein Fußballfeld: sie ist bereits im Besitz der Stadt, liegt hinter dem Wildpark und schließt an den Stadtwald an. Dort gibt es schon das Projekt "Neubürgerwäldchen – Bäume für die Zukunft". Bisher werden die Bäume noch im Wald gepflanzt, später könnte auf der Freifläche ein neuer Wald fürs Klima entstehen. Und: der angrenzende Bestand, der vom Eschentriebsterben betroffen sei, müsse ohnehin mittelfristig umgebaut, also mit anderen Bäumen bestückt werden.

    Mitten im Stadtwald, aber nicht im Besitz der Stadt

    In Frage kommen könnte auch eine zweite Fläche: die ehmalige Victory-Schießanlage. Sie liegt mitten im Schweinfurter Stadtwald, gehört aber nicht der Stadt, sondern als Konversionsfläche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Die Stadt hätte ein Erstzugriffsrecht, so Haensel. Allerdings: auf der Fläche befanden sich nicht nur Schießanlagen, sondern auch eine Panzerwaschanlage. Ein Altlastenverdacht liegt nahe.

    Insgesamt, zusammen mit dem Bereich "alte Muna", geht es um rund zwölf Hektar Fläche, von der bereits 3,8 Hektar Wald sind. Allerdings eingezäunt, nicht zugänglich, sagt Haensel. Fasst man diese Fläche, die schon früher Stadtwald war, wirklich ins Auge, könnte dort, wo heute Asphaltflächen, alte Schießanlagen und Gebäude stehen, ein Wald wachsen. Denkbar wäre, auch wegen der Baumvielfalt in der "alten Muna" ein Baumlehrpfad. Auch einen Fledermausbunker einzurichten und eine Schutthalde für Eidechsen, wäre möglich.

    Vorerst ist noch keine Kostenschätzung möglich

    Ob und wie weit der Naturschutz damit einverstanden wäre, müsse sich zeigen, so Haensel. Denn "Klimaschutz und Aufforstung stehen oft im Gegensatz zu Naturschutz", so der Forstamtsleiter. Klar sei auch , dass eine Aufforstung nicht nur von der Naturschutzverwaltung, sondern auch anderen Behörden genehmigt werden müsse. Und dann wären noch die Kosten. Sie kann man nicht beziffern. Da sei zum einen, im Fall der Schießanlage, der Kauf des Grundstücks. Was die Aufforstung selbst kosten würde, hänge von der Fläche und der Auswahl der Bäume ab. Ein Hektar Buchenwald koste rund 7000 Euro, ein Hektar Eichenwald 9000.

    Bei der Suche nach möglichen Flächen hatte das Forstamt auch andere Bereiche geprüft, nicht nur im Stadtgebiet – vom Maintal über Oberndorf bis hin zum Bergl. Fazit: auf keiner dieser Flächen war es realistisch, einen neuen Wald pflanzen zu können. Der Blick ging sogar in den Landkreis, nach Grafenrheinfeld. Dass die Gemeinde die freie Fläche im Südwesten der Stadt verkaufen würde, sei unwahrscheinlich, so Haensel. Er wartet nun auf eine Grundsatzentscheidung – und die muss der Stadtrat treffen.

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