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    Schweinfurt

    Nach zwei Stunden zu 20 Jahren Haft verurteilt

    Für die Familien war die Nachricht ein Schock: Am 7. August hat der venezolanische Generalstaatsanwalt per Twitter mitgeteilt, dass Luke Denman und Airan Berry zu 20 Jahren Haft verurteilt worden sind, unter anderem wegen "Waffenschmuggel", "Verschwörung" und "Terrorismus". Die beiden ehemaligen US-Soldaten wurden im Mai im Umfeld eines angeblichen Putschversuchs gegen Präsident Nicolas Maduro festgenommen, offenbar im Küstenort Chuao, zusammen mit mehreren Exilvenezuelanern.

    Dem Urteil soll lediglich eine zweistündige Anhörung vorangegangen sein, Kontakt zu einem unabhängigen Anwalt gab es nicht. Die deutschen Schwiegereltern von Berry, seine Frau Melanie und die beiden Kinder leben im Landkreis, in einem Vorort von Schweinfurt.

    Seit drei Monaten werde Denman und Berry das grundlegende Recht verweigert, mit Angehörigen, Freunden oder mit internationalen Menschenrechtsorganisationen zu kommunizieren, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung. "Die Familien Berry und Denman sind seit dem 4. Mai 2020, als Airan und Luke inhaftiert worden sind, zutiefst beunruhigt". Der Zugang zu ihren Verteidigern wäre den Angeklagten auch nach venezolanischem Recht garantiert und die absolute Isolation eine Verletzung ihrer Menschenrechte.

    Die Familien fordern Kontakt zu ihren Verwandten, ebenso ausreichende medizinische und sonstige Versorgung. Pakete mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten, die den Gefangenen zugesandt wurden, sollen abgewiesen worden sein. Für die Inhaftierten setzt sich unter anderem Bill Richardson ein, ehemaliger Gouverneur von New Mexico, der sich erst im Juli mit hochrangigen Vertretern der Regierung in Caracas getroffen hat. Man sei Richardson für seine großzügigen Bemühungen sehr dankbar und hoffe auf eine schnelle Lösung.

    Es wurde eine englischsprachige Webseite eingerichtet mit Nachrichten zur Entwicklung des Falls: https://www.americanrescuecoalition.org/

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