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    Stadtlauringen

    Prozession zur Kerlachkapelle in Corona-Zeit

    145 Kerzen waren Zeichen der Teilnahme an der Prozession zur Kerlachkapelle.
    145 Kerzen waren Zeichen der Teilnahme an der Prozession zur Kerlachkapelle. Foto: Rita Steger-Frühwacht

    In Stadtlauringen ist die Kerlachkapelle, genannt nach der Flurlage, ein fester Bestandteil im kirchlichen Leben. Trauungen oder besondere Gottesdienste anlässlich von Jubiläen oder runden Geburtstagen werden hier gerne ausgerichtet.

    Jeweils am ersten Tag im Monat Mai, der in der katholischen Kirche Maria, der Mutter Jesu geweiht ist, gehen Gläubige aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft Stadtlauringen abends den Rosenkranz betend den Weg zur Kapelle auf einer Anhöhe südlich des Dorfes hoch. Doch in diesem Jahr war das nicht möglich

    "Wie können die Gläubigen trotzdem dabei sein", diese Frage stellte sich Dr. Eugen Daigeler, seit mehreren Jahren Pfarrer von Stadtlauringen. Er lud über den Pfarrbrief und das Gemeindeblatt die Mitglieder der Kirchengemeinden ein, Kerzen an den Weg zu stellen. So säumten 145 Kerzen den Fußweg mit den 14 Kreuzwegstationen zur Kapelle, als sich der Pfarrer allein betend auf den Weg machte. Begleitet wurde er nur im gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von Fabian Neubert, der das Prozessionskreuz voran trug. Andreas König trug den Lautsprecher, sodass alle im Ort mitbeten konnten, und seine Frau Claudia sowie seine zwei Kinder gingen der Prozession vorweg, um Kerzen anzuzünden. Sowohl beim Auszug der wenigen Teilnehmer läuteten festlich die Glocken als auch bei der Ankunft an der Kapelle, die 1901 eingeweiht wurde und der Muttergottes geweiht ist.

    Gerne wird die Kapelle für Andachten oder Rosenkranzgebet sowie privates Gebet genutzt. Auf dem Hochaltar ist Maria als Pieta zu finden, also sitzend mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß. Geschaffen hat das Bildnis der Bildhauer Caspar Pfaff aus Obertheres. Erstmals wurde hier 1750 von einem Stadtlauringer Bürger eine Kapelle errichtet, 1764 entstanden die Kreuzwegstationen.

    "Dass so viele Kerzen als Zeichen der Anteilnahme an der Prozession gebracht wurden, zeigt die tiefe Verbundenheit der Christen hier mit der Kerlachkapelle", meinte Pfarrer Eugen Daigeler. Er sieht das als Ausdruck einer Gebetsgemeinschaft, auch wenn in diesem Jahr die Leute nicht hinzu kommen konnten.

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