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    Sennfeld

    Sennfeld schafft heuer die "Schwarze Null"

    Die Gemeinde bringt Rekordhaushalt auf den Weg, greift aber doch tief in die Rücklagenkasse. Mit der Terrasse von Peter Knieß beschäftigt sich nun der Gemeindetag.
    Sennfeld schafft heuer die 'Schwarze Null'

    Die  Sennfelder Gemeindefinanzen, sie steuern gerade gegen den Bundestrend: Trotz Corona- und Wirtschaftskrise wird die Stadtrandgemeinde in diesem Jahr wohl die "Schwarze Null" erreichen. Diese erfreuliche Nachricht hatte Kämmerin Cynthia Derra für den Gemeinderat dabei, der wieder in die Frankenhalle tagte: Lagen die Schulden Ende letzten Jahres noch bei 63 200 Euro, sollen sie Ende 2020 komplett abgebaut sein.

    In vorgezogener Silvesterlaune war die Kämmerin dennoch nicht: Die gute Finanzlage sei auch auf die  Aufschiebung vieler Investitionen zurückzuführen, so die Begründung. Sennfeld mit seinen zahlreichen Gewerbetreibenden habe den Konjunktur-Einbruch während des Lockdowns schon zu spüren bekommen. "Es hat uns Luft holen lassen", gesteht Derra gegenüber der Zeitung, aber: "Wir sind schon wieder beim Ausschnaufen".

    Einige Sennfelder Firmen seien in der IT-Branche tätig und könnten wirtschaftlich in diesem Jahr noch aufholen. Dennoch will die Gemeinde bei der Gewerbesteuer vorsichtig planen, die mit drei Millionen Euro 26 Prozent des Verwaltungshaushalts finanziert, gefolgt von 2,3 Millionen Euro Einkommenssteueranteil, die 20 Prozent der Einnahmen ausmachen.  Während die Einkommenssteuer-Beteiligung kaum geschwunden ist, waren 2019 noch 4,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer in den Verwaltungshaushalt geflossen.

    Das Haushaltsvolumen wird immer größer

    Fest steht, dass man wieder mal einen Rekordhaushalt auflegt (der einstimmig verabschiedet wurde). "Das Haushaltsvolumen wird immer größer". Derzeit sind es  mehr als 20,7 Millionen Euro, Tendenz steigend. Im Jahre 2010 wurde noch mit 12,4 Millionen Euro gearbeitet. Rund 11,5 Millionen Euro liegen nun im Verwaltungsbudget, 9,2 Millionen Euro im Vermögenshaushalt.

    Die Steuerkraft bewegt sich derzeit bei 7,9 Millionen Euro, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Allzuviel Euphorie will sich die Finanzverwaltung da nicht leisten, trotz der angepeilten Schuldenfreiheit: "Bei den Einnahmen im Vermögenshaushalt schaut es nicht so rosig aus", so Derra. Ein Großteil der Investitionen wird aus den Rücklagen finanziert, die von 12 Millionen auf knapp 3,9 Millionen Euro sinken werden. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt beträgt 65 000 Euro (im Vorjahr waren es noch fast 269 000 Euro). Überschaubar ist auch die freie Finanzspanne, die 1800 Euro statt zuletzt 142 500 Euro beträgt. Nun wird vor allem in den Infrastruktur, den neuen Bauhof oder den Kita-Ausbau investiert.

    Bürgermeister Oliver Schulze bedankte sich persönlich bei der Kämmerin, auch für den guten Überblick, mit Schokoladen-Konfekt.

    Ansonsten gab es in der Frankenhalle nur noch Bauvorhaben zu behandeln. Nicht mehr auf der Tagesordnung war ein umstrittener Bauantrag von Gemeinderat Peter Knieß: Die Frage, ob der CSU-Bürgermeisterkandidat  von 2017 eine große Terrasse rechtskonform im Innenbereich gebaut oder möglicherweise schon im Außenbereich seines Grundstücks tätig war, wurde zuletzt zum Politikum. Das Thema wurde nun erst einmal an den Gemeindetag abgegeben, zur Klärung.

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