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    SCHWEINFURT

    Tiere und Heilige prägen sein Werk

    Der Schweinfurter Künstler Peter Vollert feiert im Juli 80. Geburtstag.
    Der Schweinfurter Künstler Peter Vollert feiert im Juli 80. Geburtstag. Foto: Karl Heinz Körblein

    Ans Aufhören denkt er nicht. Vielleicht ein wenig kürzertreten, die ganz großen Aufträge nicht mehr annehmen, sagt Peter Vollert kurz vor seinem 80. Geburtstag am 10. Juli. Ein Jahr lang hat er an einer Arbeit für den Gänsehügel in Schwebenried gearbeitet, ein Hüte-Mädchen und zwei Gänse, realistisch groß. Wenn die Corona-Krise überwunden ist, soll das Ensemble aufgestellt werden. Genauso wie viele andere Werke, die Vollerts Liebe zu den Tieren in der gesamten Region und auch darüber hinaus zeigen.

    Vor zehn Jahren hat er beim Kunstverein in Schweinfurt „Alle meine Tiere“ präsentiert. Liebevoll und mit genauem Auge geschaffene Bären, Wölfe, Schweinchen, allerlei Geflügel. Das Gäßbockbrünnle in Üchtelhausen stammt von ihm, die Röthleiner Bären oder die Schweinchen im Stadtteil Zürch sind weitere Beispiele.

    Aber das ist nicht der gesamte Peter Vollert. Sehr viel hat er für den sakralen Raum gearbeitet, etwa für Niederwerrn den Heiligen Bruno geschaffen, viele Altarräume gestaltet. Vor wenigen Jahren hat er für seine Heimatgemeinde den aus dem Jahr 1774 stammenden Bildstock „Zur schmerzhaften Mutter“ restauriert.

    Nicht zu schade ist er sich, seit Jahrzehnten die Vorlage für den Faschingsorden zu gestalten. Denn: Vollert ist Üchtelhäuser aus Überzeugung. Dorthin ist er nach seiner Ausbildung zum Bildhauer zurückgekehrt, hat ein Atelier am Ortsrand, dem Höllenbach, errichtet, dessen Besuch allein schon ein besonderes Erlebnis ist und zeigt, dass hier nicht nur ein Künstler, sondern auch ein versierter Handwerker lebt.

    Über die Indianer kam Vollert zur Kunst. Über deren Leben hat er eine beachtliche Sammlung zusammengetragen, als kleiner Bub kleine Figürchen geformt. Und damit war ihm der Weg in die Bildhauerei gewiesen. 1954 begann seine Ausbildung in Freiburg. Von 1959 bis 1971 war er bei Heinrich Söller beschäftigt. Er war 1974 Mitbegründer der „Gruppe Schweinfurter Künstler“, die bis vor wenigen Jahren ihre große Ausstellung vor Weihnachten in der Halle des Alten Rathauses hatte.

    Nein, ganz ans Aufhören denkt Peter Vollert, der am 10. Juli voller Vitalität den 80. Geburtstag feiert, nicht. Vor fünf Jahren ist seine Frau gestorben. „Es muss weitergehen“, sagt er. Und darum ist er fast täglich in seinem Atelier. „Ich kann ja nichts anderes“, lacht er. Sich ins Wohnzimmer setzen, das reicht ihm nicht.

    Welche Wertschätzung Vollert genießt, zeigen nicht nur seine zahlreichen Arbeiten. Seine Heimatgemeinde hat ihm vor zwei Jahren die Ehrenbürgerwürde verliehen.

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