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    Waigolshausen

    Waigolshausen: Pfisters Rückblick auf eine zwölfjährige Amtszeit

    Nach zwölf Jahren gibt Peter Pfister das Amt des Bürgermeisters ab. Nun blickt er auf besondere Erfahrungen zurück und spricht über gelungenen und gescheiterte Projekte.
    Nach zwölf Jahren als Rathauschef freut sich Peter Pfister auf den Ruhestand. Ein herausragendes Projekt seiner Amtszeit ist die völlig neu gestaltete Ortsmitte.
    Nach zwölf Jahren als Rathauschef freut sich Peter Pfister auf den Ruhestand. Ein herausragendes Projekt seiner Amtszeit ist die völlig neu gestaltete Ortsmitte. Foto: Gerald Gerstner

    Im Sommer gab Peter Pfister bekannt, dass er nicht mehr kandidiert. Als ältester Rathauschef im Landkreis war der 67-Jährige der Meinung, dass er nach zwei Amtszeiten seinen "Beitrag für die Gemeinde geleistet" habe.

    Was gut gelaufen ist? Pfister denkt da zuvorderst an schöne Ereignisse und hebt die Verdienste der Bürgerschaft hervor: die schon zehn Jahre zurückliegende 950-Jahr-Feier in Waigolshausen, die St. Patricks-Day-Feiern des örtlichen Clan McEL und die noch junge Partnerschaft mit den französischen Gemeinden Carpique und Authie. Auch dass die Gemeindeteile durch die Zusammenarbeit der Vereine stärker zusammengewachsen sind, freut Pfister. Ein Zeichen dafür sei aus seiner Sicht auch die Wahl seines Nachfolgers Christian Zeißner.

    Kirchenneubau, Kindergarten und Schulsanierung

    Dank der verbesserten finanziellen Situation der Gemeinde konnten in seiner Zeit als Bürgermeister nicht nur die Schulden kräftig reduziert, sondern gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung auch viel angepackt und umgesetzt werden. Herausragend nennt Pfister den Kirchenneubau in Waigolshausen, was für die Gemeinde Anlass war, den Dorfplatz und das Rathausumfeld neu zu gestalten. Weitere Großprojekte waren der viergruppige Kindergartenneubau und die Sanierung der alten Schule in Theilheim. Abgearbeitet wurden auch notwendige Sanierungen beim Rathaus, dem Freizeitzentrum, der Grundschule, bei Kanalisation und Straßen.

    Pfister war bereits 18 Jahre Gemeinderat, als er 2008 im dritten Anlauf als SPD-Kandidat zum Bürgermeister gewählt wurde. Das zuvor hauptberufliche Bürgermeisteramt trat er ehrenamtlich an und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 2012 in Teilzeit als Polizeibeamter weiter. Die Rückkehr zur Ehrenamtlichkeit hatte Pfister befürwortet, um die Gemeinde finanziell zu entlasten. Die Doppelbelastung war gut zu meistern, meint er rückblickend.

    Mit zwei Windkraftanlagen und zwei Feld-Photovoltaikanlagen auf Waigolshäuser Gemarkung habe die Gemeinde aus Pfisters Sicht ihren Beitrag zur Energiewende geleistet. Insbesondere bei der Windkraft gab es viel Gegenwind auch aus der Bevölkerung. Adressat war der Bürgermeister, obwohl die Gemeinde bei der von der Politik damals privilegierten Windkraft wenig verhindern, sondern bestenfalls steuern konnte.

    Pfister zum Thema Kläranlagen: "Sehr enttäuschend"

    Zwei Anliegen, die ihn schon als Gemeinderat beschäftigten, konnten auch in seiner Amtszeit nicht verwirklicht werden: Ein gemeinsamer Grundschulbesuch der Kinder aus den Gemeindeteilen und eine Reduzierung der Kläranlagenzahl. Weiterhin gibt es drei in der Gemeinde. Und das bei nicht ganz 2800 Einwohnern. "Sehr enttäuschend", sagt Pfister.

    Gleich zu Beginn seiner Amtszeit musste er die neue Waigolshäuser Kläranlage einweihen. Gegen einen Anschluss ihres Ortsteils intervenierten später die Hergolshäuser Bürger. Um die Ertüchtigung ihrer maroden Teichkläranlage entbrannte in der Folge ein bis heute andauernder Streit mit der Gemeinde. Verstehen kann Pfister das längst nicht mehr und wünscht seinem Nachfolger, dass ihm ein guter Abschluss gelingt.

    Pfister sitzt auch in Zukunft am Ratstisch

    Die Zeit als Bürgermeister habe ihm viel neue Lebenserfahrung gebracht, zieht Pfister ein persönliches Resümee. Und betont: "Ich bin gesund geblieben". Die wachsende Terminflut war am Ende "schon belastend", gesteht er mit Verweis auf Energiewende, SuedLink und Rückbau des Kernkraftwerks. Viele Themen gesetzt habe auch die Kommunale Allianz Oberes Werntal, der Waigolshausen 2008 beitrat. Von der Zusammenarbeit profitiere die Gemeinde in vielfältiger Weise, erinnert Pfister etwa an den Radweg Hergolshausen-Waigolshausen. Besonders wichtig war ihm die Innenentwicklung der Dörfer, die aber, so Pfister, noch besser laufen könnte.

    Die Kommunalpolitik lasse Pfister auch künftig nicht los. Mit einem SPD-Gemeinderatsmandat wird er auch weiterhin am Ratstisch sitzen. Trotzdem wird sein Ruhestand vorerst ruhiger als geplant. Wegen Corona wurden eine Fahrt in die französischen Partnergemeinden ebenso wie eine Schottlandreise mit dem Clan McEL abgesagt. Bei beidem wollte Pfister mit seiner Frau dabei sein.

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