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    Gerolzhofen

    Wenn Bilder für sich sprechen

    Wenn der 73-jährige Waldemar Wiederer das Haus verlässt, hat er so gut wie immer einen Fotoapparat dabei. Mit seinen Naturbildern ist der Rügshöfer bekannt geworden.
    Ein Hobbyfotograf mit dem Blick für das Motiv: der Gerolzhöfer Waldemar Wiederer.
    Ein Hobbyfotograf mit dem Blick für das Motiv: der Gerolzhöfer Waldemar Wiederer. Foto: Christel Wiederer

    Einen Spaziergang ohne seinen Fotoapparat, das ist schier unmöglich für Waldemar Wiederer. „Ich laufe durch die Gegend und denke daran: Wo könnte ich ein Bild machen. Das ist inzwischen schon eine Sucht geworden“, erzählt der 73-Jährige aus dem Gerolzhöfer Stadtteil Rügshofen über sein Faible.

    Die Altstadt von Gerolzhofen im Sonnenuntergang.
    Die Altstadt von Gerolzhofen im Sonnenuntergang. Foto: Waldemar Wiederer

    Viele seiner oft im Alltag entstandenen Werke hat er bereits an die Redaktion der Main-Post geschickt, mehrere Hundert fanden bereits den Weg in die Zeitung. Meist sprechen die Bilder nämlich für sich. „Es ist schön, wenn ein Bild von mir gebraucht wird“, sagt er bescheiden. Aber auch an das Bayerische Fernsehen hat der Fotograf schon Aufnahmen geschickt. Sie werden regelmäßig, versehen mit seinem Namen, im Dritten Fernsehprogramm als Hintergrundmotiv verwendet.

    Regentropfen auf einer Jasminblüte.
    Regentropfen auf einer Jasminblüte. Foto: Waldemar Wiederer

    Dabei ist oder war Wiederer von Berufswegen gar kein Fotograf. Bis zum Ruhestand arbeitete er in der Verwaltung in der Schweinfurter Großindustrie und bei den Hobbys stand der Fußball lange an erster Stelle. Der gebürtige Lindacher spielte jahrelang erfolgreich in den höheren Ligen. Zum nachhaltigen, intensiven Fotografieren kam er erst durch die Geburt seines ersten Enkels. Ihn bildlich fest zu halten, machte ihm Freude. Daraus wurde mehr. Vor allem wenn er draußen unterwegs war, ergaben sich die Motive zuhauf. „Ich bin Naturfreund. Die schönen Dinge des Lebens gefallen mir eben. Das hat in mir geschlummert.“

    Bilder vom Jakobsweg

    So richtig los ging es mit dem Fotografieren auf dem Jakobsweg, den Wiederer von 2002 bis 2009 mit seiner Frau Christel in mehreren Etappen ging. Die Kamera fand auch Platz im Pilgerrucksack. Als die Wiederers vom Jakobsweg wieder zurück waren, wurde er gebeten, einen Vortrag darüber zu halten und diesen mit Fotos zu garnieren. Die Zuschauer interessierte das, er bekam viel Zuspruch. Das wurde immer mehr, der Ehrgeiz packte ihn regelrecht. So entschloss sich der Reisefreund Waldemar Wiederer, später nicht nur weitere Reisevorträge zu halten. „Ich mache heute mehr Meditationen, unterlege sie mit Musik.“ In Seniorenheimen, bei Vereinen und Gruppen, war und ist er damit unterwegs, meist für einen guten Zweck. Die Leute sind von seinen "Schmuckbildern" mit den Schönheiten der Natur, unterlegt mit bekannten Melodien, begeistert.

    Ein Schmuckbild: Eine Schwebfliege beim Anflug auf eine Steinwurz.
    Ein Schmuckbild: Eine Schwebfliege beim Anflug auf eine Steinwurz. Foto: Waldemar Wiederer

    Bilder im Kirchenführer

    2018 erklärte sich Waldemar Wiederer bereit, bei der Erstellung eines neuen Kirchenführers für den Steigerwalddom Gerolzhofen mitzuwirken. Der ehrenamtliche Museumsleiter Klaus Vogt lieferte die geschichtlichen Fakten, Pfarrer Stefan Mai steuerte die passenden Meditationstexte bei. Und Wiederers Aufgabe war es, das Gebäude, die Raumschale und insbesondere die Innenausstattung des Gotteshauses im Bild zu bannen - eine völlig neue, spannende Herausforderung für den Hobbyfotografen, der sich erst in dieses neue Themenfeld intensiv einarbeiten musste. Herausgekommen sind tolle Motive, die den Kirchenführer schier zu einem Gesamtkunstwerk machen. Dass sich Waldemar Wiederer ehrenamtlich für das Projekt engagiert hat, ist für den überzeugten Christen und Kirchgänger selbstverständlich gewesen.  

    Man lernt nicht aus

    Auch sonst beschäftigt Wiederer das Thema Fotografieren. „Das ist wirklich eine Kunst, man lernt nie aus und kann sich immer weiterbilden“, schildert er seinen Reiz. Ob ihm das aus seiner Sicht perfekte Bild schon einmal gelungen ist? Ja, tatsächlich. Auf dem Jakobsweg sei das gewesen, „nach sieben Jahren mit meiner Frau und Pilger. Es war im Morgenlicht, mit Sonne, dazu ein Tal mit Nebel.“ In den Jahren folgten noch etliche weitere wunderschöne Aufnahmen, die meist für sich sprechen. Manche stellt er in soziale Netzwerke, worüber sich viele freuen.

    Selbst in den kleinsten Dingen verbirgt sich Schönheit: Wassertropfen, in denen sich eine Blüte spiegelt. 
    Selbst in den kleinsten Dingen verbirgt sich Schönheit: Wassertropfen, in denen sich eine Blüte spiegelt.  Foto: Waldemar Wiederer

    Wiederers neuestes Steckenpferd ist ein Zeitraffer, mit dem er Aufnahmen macht, beispielsweise vom über dem Steigerwald aufgehenden Mond. Diese schneidet er dann zu einem Film zusammen. Regelmäßig besucht er die Treffen von Foto-Freunden in Gerolzhofen, wo er sich mit anderen Gleichgesinnten austauscht und noch Tipps holt.

    Sonnenuntergang hinter einer Pusteblume: eine sehr gelungene Gegenlichtaufnahme.
    Sonnenuntergang hinter einer Pusteblume: eine sehr gelungene Gegenlichtaufnahme. Foto: Waldemar Wiederer
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