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    Schweinfurt

    Zeug gibt's: Stinkerei auf dem Postamt

    Über die Post wird ja oft genug gelästert. Aber, auch wenn das manch einem stinken mag, für den Großeinsatz von Rettungskräften in Schweinfurt konnten die Beamten nichts.
    Symbolbild einer Durian-Frucht, auch als Stinkfrucht bekannt.
    Symbolbild einer Durian-Frucht, auch als Stinkfrucht bekannt. Foto: Sadiq Asyraf, dpa

    Während über Gerolzhofen eine "Triple Seven", ein Großraum-Langstreckenflugzeug, bedenklich tief umherflog, beschäftigten sich die Schweinfurter in dieser Woche mit einem wirklich wichtigen Thema. Mit stinkenden Früchten. So klagten vor einigen Tagen – wie berichtet –mehrere Mitarbeiter der Deutschen Post in Schweinfurt über gesundheitliche Beschwerden, nachdem sie stinkende Gase aus einem Paket mit zunächst unbekanntem Inhalt eingeatmet hatten. Und nein, hierbei hatte sich kein gewiefter Kollege mit gelegentlichen Flatulenzen einen Scherz erlaubt, um die olfaktorischen Fähigkeiten der Anwesenden zu strapazieren. Nein. Die Auslöser der unangenehmen Geruchsexplosion waren tatsächlich Früchte.

    Nun ist es nichts neues, dass Früchte ab einem gewissen Zeitpunkt ihre Gerüche verändern können. Schließlich geht es uns Menschen da nicht anders. Und es ist auch noch niemand auf die Idee gekommen, seine offene Biotonne – mit all den verfaulten Bananen, Äpfeln und Birnen – ins eigene Schlafzimmer zu stellen. Und dennoch ist der Mensch eine gewisse Geruchsbelastung durchaus gewöhnt. Sonst wäre es wohl auch für die Schweinfurter Politprominenz nicht möglich, stundenlang in verschwitzter Bluse oder durchnässtem Hemd  über Schweinfurts "dramatische Finanzlage" zu diskutieren. Aber das ist ein anderes Thema.

    Kotzfrucht führt zu Evakuierung

    Zurück zur Frucht: Als das Postamt am vergangenen Wochenende anfing, erbärmlich zu müffeln, hatte die Integrierte Leitstelle der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken mitgeteilt, dass in dem Postgebäude am Bahnhofsplatz aus einem Paket Gas austreten würde. Mehrere Mitarbeiter klagten da bereits über gesundheitliche Beschwerden. Endlich mal nicht Corona, könnte man meinen. Doch aufgrund des unbekannten Inhalts war zunächst unklar, ob von dem verdächtigen Paket eine größere Gefahr ausgeht.

    Der Gestank löste, wie sollte es anders sein, einen größeren Einsatz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Es stellte sich heraus: Ursache waren vier thailändische Durian, auch "Stink- oder Kotzfrucht" genannt, die auf dem Postweg nach Schweinfurt versandt wurden. Natürlich, schließlich ging es um eine Kotzfrucht, wurde das Gebäude daraufhin vorsorglich geräumt. Die 60 Postmitarbeiter waren von der Räumungsmaßnahme betroffen und hatten wohl sprichwörtlich die Nase voll. Zumindest ist davon auszugehen, dass ihnen der Vorfall stank und sie deshalb aus dem Gebäude verduften mussten.

    Wie konnte es so weit kommen?

    Im Anschluss wurde das Paket, das zwischenzeitlich gesichert und ebenfalls ins Freie gebracht worden war, genauer unter die Lupe genommen. Dabei bewiesen die Obst-Ermittler ein feines Näschen und hatten den Braten, pardon, die Frucht gerochen. Sie identifizierten die übel riechende Spezialität, die bei einigen Postmitarbeitern Übelkeit hervorgerufen hatte.

    Stellt sich abschließend die Frage: Wie konnte es so weit kommen? Warum musste ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst werden, nur weil jemand ein paar Früchte verschickt? Die Antwort oder viel mehr die Lösung ist einfach, mag aber überraschend klingen. Multikulti! Denn - mal abgesehen von den unzähligen Vorteilen, die eine weltoffene und bunte Gesellschaft bietet - hätte nur thailändischer Mitbürger unter den Anwesenden geweilt, so hätte dieser mit Sicherheit Entwarnung geben können. Schließlich kann die thailändische Stinkfrucht, abgesehen von dem beißenden Düftchen, eigentlich richtig gut schmecken.

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