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    Schweinfurt

    Zeugnisse und Preise vom Fließband

    Auch das wird in die Geschichte eingehen. Die kontaktlose Zeugnisübergabe am Fließband.
    Auch das wird in die Geschichte eingehen. Die kontaktlose Zeugnisübergabe am Fließband. Foto: Ella Ferraro

    Es ist normalerweise die Krönung einer intensiven Arbeitsphase und jahrelanger Anstrengungen. Der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, der gebührend gefeiert werden sollte. Doch heuer hat die Pandemie auch den Schulabschlussfeiern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zeugnisübergaben mussten kontaktlos, steril und am besten noch emotionslos ablaufen.

    Kontaktlos und steril ist umsetzbar, aber emotionslos will nicht so recht zur Wilhelm-Sattler-Realschule passen, heißt es in einer Prressemitteilung der Schule zu der von ihr gewählten Form der Abschlussfeier. Dort wurde nämlich eine Zeugnisübergabe organisiert, die sich zwar an alle Hygienevorschriften hielt, aber auch ein Ereignis unvergessliches Erlebnis bleiben wird.

    Fünf Durchgänge für die fünf Abschlussklassen

    Und so wurden im Pausenhof fünf Durchgänge für die fünf Abschlussklassen veranstaltet. Was auch bedeutete, dass alle Ansprachen fünfmal durchgeführt werden mussten. Hier ein Dankeschön an die Vorsitzende des Elternbeirats Nadine Heusohn, die eine berührende Rede gehalten hielt in deren Mittelpunkt eine auf die Absolventen umgeschriebene Version des Liedes „Auf uns“ von Andreas Bourani stand. Schülersprecher Emil Duft dankte auch noch beim fünften Durchgang mit Elan den SchülerInnen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen, den Lehrern für den herausfordernden Onlineunterricht und das „Bombardieren“ mit Unterrichtsmaterialien, dem Schulleiter, der immer für seine Schulfamilie da sei und auch den Sekretärinnen, die sich nicht nur all die Jahre um die Schüler kümmerten, sondern auch einen großen Beitrag zur Organisation der Zeugnisübergabe leisteten.

    Zwischen den einzelnen Abläufen gab es Desinfektionsbeauftragte, die sich um alle Stühle und Tische kümmerten, sodass jeweils alle Schüler einer Klasse zwei Personen aus dem eigenen Haushalt mitbringen durften. Außerdem war jeder Tisch mit Nummer und Personenbogen zum Ausfüllen versehen – so wie man es aus Gaststätten kennt. Im Pausenhof waren nie mehr als 100 Personen gleichzeitig und der Sicherheitsabstand wurde eingehalten. Damit wurde der Hygiene und der Sicherheit Genüge getan.

    Ein Hauch von Tour de France. Farbige Tücher für herausragende Leistungen verlieh Schulleiter Georg Harbauer. Das Gelbe hier zum Beispiel steht für 'Absolvent mit der besten Gesamtleistung'.
    Ein Hauch von Tour de France. Farbige Tücher für herausragende Leistungen verlieh Schulleiter Georg Harbauer. Das Gelbe hier zum Beispiel steht für "Absolvent mit der besten Gesamtleistung". Foto: Martina Roth

    Was die Emotionen angeht, so hat sich der Schulleiter in seiner Ansprache an die Absolventen und ihre Familienangehörigen von der Tour de France inspirieren lassen, die normalerweise zur gleichen Zeit stattfände. Und so verglich Georg Harbauer die letzten Jahre und insbesondere die Prüfungsvorbereitung mit der harten und langen Strecke, die die Teilnehmer schaffen müssen. "Es gab Hügel, Hindernisse und wetterbedingte Schwierigkeiten, die sowohl Teilnehmer der Tour de France als auch unsere Absolventen auf sich nehmen und meistern mussten."

    Als Besonderheit gab es eine Prämierung, die vergleichbar mit der Verleihung der Trikots bei der Tour de France war. So gab es ein gelbes Tuch für den Absolventen, der die beste Gesamtleistung erbracht hatte, ein grünes für den, der die beste Abschlussprüfung geschrieben hatte und ein gepunktetes für denjenigen, der am Ende noch einmal einen Endspurt hingelegt hatte und damit überraschenderweise einen vergleichsweise großen Erfolg erzielen konnte.

    Schließlich gab es die kontaktlose Zeugnisübergabe, die eine technische Besonderheit aufwies. Im Pausenhof wurde ein Fließband der Firma ipm Industrieprodukte Meißner, für die Zeugnisübergabe aufgestellt. So konnte man sowohl Zeugnisse als auch Preise auf das Band stellen und die SchülerInnen nahmen sie sich auf der anderen Seite. Auch eine Form der Digitalisierung. "Corona ist sicherlich eine Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, seine Talente und Kreativität neu zu entdecken und zu nutzen", heißt es dazu in der Pressemitteilung.

    Im Anschluss fand die Wertschätzung und Preisübergabe der Zweigbesten (Johannes Mauder, Julia Ott, Emma Karg, Frederik Kisner) und der Klassenbesten (10a: Johannes Mauder, 10b: Melanie Reifschneider und gleichzeitig Schulbeste, 10c: Nicky Häußinger, 10d: Dijar Yasarul, 10e: Carolin Rabsch) statt. Außerdem erhielten 21 Schüler einen Buchkalender für ihr Engagement an der WSR.

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    Bearbeitet von Helmut Glauch

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