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    Kirchheim

    100 Jahre Fußball in Reinkultur

    Geehrt für 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft Foto: Christian Ammon

    Die Farben Rot und Schwarz stehen seit 100 Jahren für die Fußballer des FC Kirchheim. Gegründet wurde der "1. Fußball-Club Kirchheim" 1919 kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Ihren runden Geburtstag feiern die Kicker an zwei Wochenenden: Beim Festkommers mit dem Vorsitzenden Reinhold Konrad standen zunächst die Vereinsgeschichte und die Ehrungen im Vordergrund, am kommenden Wochenende folgt am Samstag und Sonntag die Ortsmeisterschaft. An den Abenden spielen  "Gonzos Jam" und am Sonntag der Musikverein.

    Wenn es auch sportlich in den vergangenen Jahren – die 1. Mannschaft spielt in der A-Klasse – nicht so rund läuft, so zeigt sich der heute knapp 450 Mitglieder starke Verein jedoch voll mit Leben. Als Anerkennung bekamen die Fußballer die Silberne Raute, mit der der Fußball-Verband herausragende Vereine für ihre die Jugendarbeit, ehrenamtliches Engagement und Breitensport auszeichnet. Die von Höhen und Tiefen geprägte Vereinsgeschichte hat Rainer Herold in einer 200 Seiten starken Vereinschronik zusammengestellt.

    Blickt man in diese Vereinschronik zeigt sich, dass der Anstoß zur Vereinsgründung von außen kam, von einem Georg Pfeuffer aus Heidingsfeld. Vorsitzender wurde Alfred Dümig. "Gebolzt" wurde freilich schon früher. Trainiert und gespielt wurde anfangs auf einer Wiese an der Konsul-Metzing-Straße, ab 1922 auf der heutigen Karolinenruhe. Ein wichtiger Schritt, um den Verein auf eine feste Basis zu stellen, war 1930 der Bau eines ersten regelkonformen Sportplatzes an der heutigen Lilacher Straße.

    Wenig später 1932 sah sich jedoch der Verein gezwungen, aus finanziellen Gründen dem Dachverband der katholischen Deutschen Jugendkraft, DJK, anzuschließen. Es folgte das Verbot durch die Nationalsozialisten, die Zwangsvereinigung mit dem noch jungen Arbeiter-Sportverein und die Wiedergründung als "VfL – FC Kirchheim". In den schwierigen Jahren des Kriegs war es schließlich eine Frau, Rosa Popp, die den Verein als kommissarische Vorsitzende am Leben erhielt. Doch schon im Sommer 1945 wurde wieder gekickt. Mit Nationaltorwart Heiner Stuhlfauth gastierte der 1. FC Nürnberg vor 1300 Zuschauern in Kirchheim.

    Eine wichtige Weichenstellung fand 1951 statt, als sich die Turnabteilung gründete und eine entsprechende Änderung der Satzung jedoch abgelehnt wurde. Bis heute ist der FCK einer der wenigen Fußballvereine, bei denen man tatsächlich nur Fußball spielen kann. Der nur schwer bespielbare Fußballplatz wurde 1953 begradigt und verbreitert. Außerdem standen in der benachbarten Turnhalle seit 1969 Duschen und Umkleiden zur Verfügung. Es folgten die sportlich mit Abstand besten Jahre: 1974 wurde der FCK unterfränkischer Pokalsieger und stieg als Meister in die Landesliga, damals die vierthöchste Spielklasse, auf. Vier Jahre später gelang der Einzug in die Hauptrunde auf Bundesebene, wo sie gegen Wirges ausschieden.

    Nach sechs Jahren Landesliga folgte 1980 der Abstieg, 1984 ging es nochmals eine Klasse runter. Von 2002 bis 2009 folgten nochmals sportlich erfolgreiche Jahre in der Bezirksoberliga.

    Der Verein versuchte gegenzusteuern und die Rahmenbedingungen zu verbessern: Am Freizeitgelände wurde ein Ausweichplatz angelegt und der Hauptplatz erneuert. Bis heute gehört er zu den besten Plätzen weit und breit. In den 1990er Jahren wurde ein Sportheim gebaut, das es erstmals ermöglichte, größere Einnahmen zu erzielen, egal ob Heim- oder Auswärtsspiel, Sieg oder Niederlage, sonntagabends wurde Party gefeiert. Aus der seit jeher starken Jugendarbeit des FCK ist mit Steffen Hofmann zudem ein außergewöhnlicher Kicker hervorgegangen: Für die Profis des SK Rapid Wien wurde er neunmaliger österreichischer "Fußballer des Jahres".

    Knapp 150 Vereinsmitglieder wurden ausgezeichnet. Die Ehrennadel in Gold für 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft erhielten Hermann Henn, Georg Nadler, Josef Kreissl, Karl-Heinz Friedrich, Franz Grill, Dr. Rainer Herold, Konrad Pötzl, Hermann Schäfer, Gerhard Baz, Hans-Dieter Hofmann, Peter Hofmann, Thomas Schimmer, Karl-Heinz Pötzl, Ottmar Rappl, Wolfgang Hümpfner, Dieter Kuhn, Horst Popp, Albert Pötzl, Herbert Schiel, Bruno Fries, Hubert Frietsch, Ralf Hornberger, Roland Hümpfner, Gerhard Schötta.

    Besonders geehrt wurden Mitglieder, die 60 Jahre beim Verein sind: Rudolf Huppmann, Erwin Schlör, Eugen Schmitt, Hans Bauer, Edmund Kraus, Emil Pötzl, Erhard Pötzl, Eduard Popp, Georg Dürr, Karl-Heinz Müller, Gerhard Kahler, Herbert Dietz, Herbert Henn, Walter Öchsner, Erich Kemmer, Leo Kemmer, Helmut Klamt, Dr. Günther Hausmann, Anton Holzapfel, Oswald Strohhecker, Robert Fleischmann, Ludwig Mötzung, Erich Reitinger, Günter Reuß, Franz Schraut.

    Verbands-Ehrenzeichen in Gold für mindestens 20 Jahre als Funktionär im Vorstand: Wolfgang Bastian, Werner Hofmann, Roland Hümpfner, Andreas Klamt, Reinhold Konrad, Annemarie Pötzl, Albert Pötzl;  Verbands-Ehrenmedaille in Silber für mindestens 30 Jahre: Michael Müller, in Gold für mindestens 40 Jahre: Dr. Rainer Herold und Manfred Link; Jugend-Verbands-Ehrenmedaille in Silber für mindestens 20 Jahre: Michael Fisher, in Gold für mindestens 25 Jahre: Hans-Dieter Hofmann. Ehrenteller des Vereins bekamen Hans-Dieter Hofmann und Annemarie Pötzl. Schiedsrichter Hans-Jürgen Karl wurde geehrt für sein 40stes Jubiläum als Schiedsrichter.

    Ludwig Bauer, der Kreisehrenamtsbeauftragte des Fußballkreises (Dritter vorne links), verlieh die Silberne Raute an den FC Kirchheim. Entgegengenommen wurde sie von dem Ehrenamtsbeauftragten des FC Stefan Klamt (vorne rechts) und dem Vorsitzenden Reinhold Konrad (vorne Mitte). Foto: Christian Ammon
    Geehrt für 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft Foto: Christian Ammon
    Die Verbands-Ehrenmedaille in Silber erhielt Michael Müller (rechts), in Gold Dr. Rainer Herold und Manfred Link (links). Links außen Vorsitzender Reinhold Konrad, rechts außen Kreisspielleiter Marco Göbet und Kreisehrenamtsbeauftragter Ludwig Bauer. Foto: Christian Ammon
    Nicht alles lief rund: Schirmherr Herbert Lang beim Grußwort Foto: Christian Ammon

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