• aktualisiert:

    Würzburg

    150.000 Besucher bummelten am Mantelsonntag durch Würzburg

    Viel los in der Würzburger Innenstadt: Am Mantelsonntag öffneten die Geschäfte ausnahmsweise zwischen 13 und 18 Uhr. Foto: Daniel Peter

    Obwohl sich das am Morgen noch sonnige Wetter im Laufe des Nachmittags etwas trübte, und es zeitweise leicht zu regnen begann, schlenderten viele Menschen am Mantelsonntag durch die Straßen und Gassen der Würzburger Altstadt. Vor allem in den zentral gelegenen Geschäften war ein reges Treiben zu beobachten.

    Auf rund 130.000 bis 150.000 Besucher schätzte Wolfgang Weier, Geschäftsführer des Vereins "Würzburg macht Spaß", der den Mantelsonntag organisiert, die Anzahl an Menschen, die zum verkaufsoffenen Sonntag in die Stadt strömten. Im gesamten Stadtgebiet war es den Geschäften erlaubt, zwischen 13 und 18 Uhr ihre Läden zu öffnen. Am verkaufsoffenen Sonntag teilgenommen haben vor allem Geschäfte im Innenstadtbereich, wo es die meisten Besucher hinzog. Gleichzeitig gab es auch dort einige Geschäfte, die ihre Türen geschlossen ließen. Den Besuchern blieb dennoch ein großes Angebot.

    "Am Mantelsonntag kommen viele aus der Umgebung von Würzburg in die Stadt, die hier sonst weniger einkaufen."
    Joachim Drescher, Inhaber des gleichnamigen Lederwarengeschäfts

    Die Geschäftsführer der Läden, die geöffnet hatten, zeigten sich mehrheitlich erfreut über die Gelegenheit, an einem Sonntag den Kunden ihr Angebot zu präsentieren. Christina Franke, Bereichsleitung des Schuhhauses Dielmann empfand den unüblichen Verkaufstag geschäftlich und atmosphärisch als angenehm. "An einem verkaufsoffenen Sonntag haben auch Familien Zeit, gemeinsam einkaufen zu gehen - und das in viel entspannterer Stimmung als an einem Werktag." Das macht sich laut Franke auch finanziell bemerkbar, sowohl für das Geschäft, aber auch für die Mitarbeiter. "Innerhalb der fünf Stunden machen wir etwa so viel Umsatz, wie an einem ganzen Werktag. Und die Vergütung für die Mitarbeiter fällt auch viel höher aus." Als ein wenig kritisch beurteilte sie lediglich den Zeitpunkt des Mantelsonntags, der auf ein Monatsende fällt.

    Der Winter steht vor der Tür - und veranlasste die Besucher des Mantelsonntags in Würzburg zu dem ein oder anderem Schnäppchen. Foto: Daniel Peter

    Ähnlich äußerte sich der Inhaber des Lederwarengeschäfts Joachim Drescher: "Dass der Mantelsonntag am Monatsende stattfindet, ist unvorteilhaft, weil die Leute dann zurückhaltender einkaufen". Andererseits sei der Zeitpunkt gut gewählt, da ein Jahreszeitenwechsel bevorstehe und dadurch die Nachfrage nach Mänteln und warmer Bekleidung steige. Für Drescher richtet sich der Mantelsonntag vor allem an Kundschaft, die sonst in der Stadt so nicht vertreten ist: "Am Mantelsonntag kommen viele aus der Umgebung von Würzburg in die Stadt, die hier sonst weniger einkaufen." Was ihm auffiel: "Die Leute kaufen viel gemütlicher ein und haben Zeit zum Verweilen und Vergleichen, weshalb viele in erster Linie kommen, um sich umzuschauen - nicht, um zu kaufen."

    Mantelsonntag muss historischen Bezug haben

    Wolfgang Weier begründete das für den Mantelsonntag gewählte Datum damit, dass es in der Stadtsatzung so festgeschrieben sei, und ein verkaufsoffener Sonntag gewisse Kriterien zu erfüllen habe. "Der Tag muss einen historischen Bezug haben sowie mit Markt- oder Messtagen verbunden sein", erklärte er. Der historische Bezug führt ins Jahr 1931 zurück, als der erste verkaufsoffene Sonntag an diesem Datum genehmigt wurde. Außerdem die Allerheiligenmesse, die am Tag zuvor mit zahlreichen Ständen am Marktplatz begonnen hatte.

    Viele Geschäfte hatten speziell für den Tag Rabattangebote, meist groß an den Ladenfenstern angebracht. Das Brillenfachgeschäft Seifert in der Eichhornstraße, mit den Ladenbesitzern Susanne und Jörg Seifert, ist seit 22 Jahren beim Mantelsonntag dabei - und das, obwohl am Ende der Eichhornstraße bereits eine Menge der Geschäfte geschlossen blieben. "Wir sind durch die Fußgängerzone nicht so eingebunden, weshalb nicht so viel Menschen vorbeikommen. Es sind vor allem die festen Kunden, die den Sonntag nutzen, weil es ihnen da besser passt", erklärte Susanne Seifert. Ein verkaufsoffener Sonntag im Jahr reiche ihr vollkommen.

    Ebenfalls etwas abgelegen vom großen Trubel in der Fußgängerzone liegt das Naturkaufhaus in der Rückermainstraße. Inhaberin Karin Zemanek-Münster betrachtete den verkaufsoffenen Sonntag in erster Linie als Gelegenheit, dass Kunden ihr Geschäft und ihre Produkte kennenlernten und Zeit hatten, sich umzusehen und beraten zu werden. "Umsatz wird an einem solchen Tag nicht so viel gemacht, es geht mehr den Kundenkontakt."

    Fotos

      Kommentare (8)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!