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    WÜRZBURG

    200 Jahre Regierung von Unterfranken

    Joachim Hermann (links), der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns, gratulierte Regierungspräsident Paul Beinhofer zum 200. Geburtstag der Regierung von Unterfranken. Foto: Thomas Obermeier

    Für Innenminister Joachim Herrmann, den stellvertretenden Ministerpräsidenten, hat die Regierung von Unterfranken in den vergangenen 200 Jahren erheblich mit dazu beigetragen, dass sich die Menschen in der Region mit dem „gesamtbayerischen Schicksal“ anfreunden konnten. Ein Verdienst vor allem der Mitarbeiter, die dafür sorgten, dass die Behörde nicht nur als bürokratisches Verwaltungsorgan wahrgenommen wird. Das Gesicht an der Spitze ist seit 2000 der promovierte Jurist Paul Beinhofer.

    Beinhofer als Gesicht der Regierung

    Ausgerechnet der gebürtige Oberbayer Beinhofer, möchte man sagen. Doch der 63-Jährige ist längst zwischen Rhön und Taubertal, zwischen Steigerwald und Untermain heimisch geworden. „Hier ziehe ich nicht mehr weg“, versprach er einmal im Gespräch mit der Redaktion.

    Historisch betrachtet war die Aufgabe der Regierungen eine andere: Sie sollte die Menschen in den Provinzen an das nach den Napoleonischen Kriegen neu gestaltete Königreich binden, ab 1918 dann an den demokratischen Freistaat.

    1814 kamen das Großherzogtum Würzburg endgültig und weite Teile des Departements Aschaffenburg erstmals zum Königreich Bayern. Ab 1. April 1817 schließlich vereinte die „Königliche baierische Regierung des Untermainkreises“ die Königliche Landesdirektion, die für den Raum Würzburg zuständig war, und die Präfektur Aschaffenburg. Somit war die Regierung von Unterfranken als Verwaltungsbehörde geboren. Der Begriff Unterfranken fiel allerdings erstmals 1838. Treibende Kraft der Geburtsjahre war Minister Maximilian Joseph von Montgelas. Er gilt als Vater der modernen Verwaltung, der heutige bayerische Innenminister ist sein 50. Nachfolger.

    Herrmann: Regierung wird gebraucht

    Am Freitag feierte die Regierung von Unterfranken den 200. Geburtstag. Herrmann ließ dabei keinen Zweifel, dass sie auch heute gebraucht wird. In Oberbayern sei der Weg zu den Ministerien nah, da könne er Zweifel am Sinn der „Mittelbehörde Regierung“ nachvollziehen. Im übrigen Flächenstaat aber seien die Regierungen unverzichtbar, schließlich steuerten sie – unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten – nicht selten wichtige Zukunftsprojekte. Sie seien ein wichtiges Scharnier zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen, ihnen komme eine Bündelungs- und Koordinierungsfunktion zu.

    Was Unterfranken betrifft, erinnerte der Innenminister unter anderem an Infrastrukturprojekte wie den Neubau von A 3, A 7 und A 70, an die Umsetzung des Konjunkturpakets von 2009/2012 sowie aktuell an die Aufnahme der vielen Tausend Flüchtlinge. Auch Beinhofer betonte die Schlagkraft seiner Behörde, die heute fast 800 Mitarbeiter zählt. Besonderes Engagement gelte auch dem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Mainfranken.

    Ausstellung am Peterplatz

    An die identitätsstiftende Rolle der Regierung im durch Kriege und Religionskonflikte geprägten 19. Jahrhundert erinnerte der Erlanger Historiker Werner K. Blessing in seinem Festvortrag. Viel historisches Anschauungsmaterial „200 Jahre bietet die Ausstellung, die während der Bürozeiten im Regierungsgebäude am Würzburger Peterplatz zu sehen ist.

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