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    Estenfeld

    2000 Besucher beim Jubiläumsfest in Estenfeld

    Da wird einem schon beim Zuschauen schwindelig, was die junge Dame der Rhönrad-Abteilung der TSG Estenfeld da so treibt. Foto: Guido Chuleck

    Das erlebt selbst das eingespielte Pfarrer-Duo Frank Hofmann-Kasang und Joachim Bayer nicht alle Tage: zum einen nahezu 900 Kirchgänger beim ökumenischen Gottesdienst, zum anderen Beifall für die Predigt. In ihrer Predigt, mit der sie die Jubiläumsfeier "1175 Jahre Estenfeld – erste urkundliche Erwähnung" einläuteten, widmete sich das Duo dem Thema Heimat.

    Ausgehend vom Exodus, also dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, spannten sie den Bogen zu den Kelten, deren Heimat im Kürnachtal in der Nähe der Mulde lag, überragt vom Eichelein und dem Berg zur Würzburger Straße an einem Bach, wo urkundlich bestätigt nach 844 die ersten Häuser Estenfelds gebaut wurden. Sie hätten seinerzeit Heimat für sich und ihre Familien gesucht und auch gefunden.

    Moderne und lebendige Gemeinschaft

    Das, so die Pfarrer im Wechsel, sei damals genauso gewesen wie heute. "Damals suchten sie fruchtbare Böden, heute suchen sie gutes, bezahlbares Bauland nahe an Würzburg und doch auf dem Land." Und es stünde ja mit dem Neubaugebiet Am Westring noch mehr Zuzug an. Sie finden laut dem Pfarrer-Duo eine engagierte Bürgerschaft, eine gute Versorgungslage mit Einkaufsmöglichkeiten und Freiräumen für die Freizeit, Lebensräume für Jung und Alt und sehr viele Vereine. Und einen Kindergarten- und Schulneubau sowie eine Umgestaltung und Erneuerung des Altortes. Kurz und gut: eine moderne und lebendige Gemeinschaft, wie auch Bürgermeisterin Rosi Schraud am Ende des Gottesdienstes sagte.

    Die Mühlhäuser Musikanten gaben vorne im Festzug den Ton an. Foto: Guido Chuleck

    Dass Estenfeld lebendig ist, stellte der Ort schon beim Festzug eindrucksvoll unter Beweis. Nahezu jeder Verein beteiligte sich am Festzug, mal mit einer Handvoll Personen, mal mit sehr vielen wie etwa die TSG als größter Verein mit höchst erfolgreichen Sportlern. Liebevoll und mit vielen Details von der Gärtnerei Wolz hergerichtet hatte der eigentliche Festplatz, der Parkplatz an der Mehrzweckhalle Weiße Mühle, schon zwei Tage vor dem Fest für wahre Pilgerströme neugieriger Bürger gesorgt.

    Zwei große Ereignisse vor 100 Jahren

    "Estenfeld hat ein ganz hervorragendes Angebot", so Landrat Eberhard Nuß in seinem gewohnt launigen Grußwort, "der Ort ist deshalb so erfolgreich, weil es hier immer Menschen gibt, die mehr anpacken als sie müssten."  Manfred Ländner (MdL, CSU) kommt nach eigenem Bekunden gern in seine "Lieblings-Nachbargemeinde" und freut sich schon jetzt auf ein kurzes Grußwort zur 1200-Jahr-Feier in 25 Jahren.

    Guten Appetit wünscht der Obst- und Gartenbauverein.  Foto: Guido Chuleck

    Volkmar Halbleib erinnerte an zwei große Ereignisse im Jahre 1919: der Wasseranschluss für alle Bürger und das Frauenwahlrecht. "Estenfeld und Mühlhausen sind vital wie eh und je", so Halbleib. Den Rest des Sonntags feierten 2000 Estenfelder ausgelassen ein so prächtiges Jubiläumsfest, dass selbst die Bürgermeisterin fast keine Worte fand. "Einfach nur ganz grandios", brachte sie heraus, "und auch das Wetter war ganz auf unserer Seite."

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