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    Unterpleichfeld

    320 Euro für Bauplätze wurden korrekt ermittelt

    In Unterpleichfeld gibt es weiter Proteste gegen den vom Gemeinderat festgelegten Bauplatzpreis von 320 Euro im neuen Wohnbaugebiet Seeleite I bis III. Diesmal war der Widerstand im Vorfeld der Gemeinderatssitzung allerdings etwas kleiner als zwei Wochen zuvor.
    In Unterpleichfeld gibt es weiter Proteste gegen den vom Gemeinderat festgelegten Bauplatzpreis von 320 Euro im neuen Wohnbaugebiet Seeleite I bis III. Diesmal war der Widerstand im Vorfeld der Gemeinderatssitzung allerdings etwas kleiner als zwei Wochen zuvor. Foto: Irene Konrad

    Das Zustandekommen und die Zusammensetzung der Bauplatzpreise für das neue Wohnbaugebiet Seeleite I bis III in Unterpleichfeld sind korrekt. Der Beschluss über 320 Euro pro Quadratmeter wird nicht geändert. Die Kommunalaufsicht hat der Verwaltung in allen angefragten Punkten nach Recht und Gesetz zugestimmt.

    Ein zweites Mal hatten Bauwillige nach dem Bekanntwerden des mehrheitlich gefassten Beschlusses protestiert. Wieder war eine Anzahl von Frauen, Männern und Kindern mit Plakaten und Bannern zum Kulturzentrum gekommen, als der Gemeinderat dort tagte.

    "Bei diesem Preis können Familien nicht bauen", "Faire und bezahlbare Grundstückspreise für junge Familien", "Keine Überlastung junger Familien" oder "Wer soll das bezahlen?" stand auf den Schildern der Protestierenden.

    Familienbeirat nicht gehört

    Über den Familienbeirat Unterpleichfeld war schon durchgesickert, dass die Chancen auf eine Änderung des Anfang Juni gefassten Beschlusses schlecht stehen. "Der Familienbeirat ist bei Angelegenheiten mit Familienbezug nicht zwingend einzubeziehen", ist Vorstand Christian enttäuscht. An diesen "Strohhalm" hatte sich das Gremium geklammert. Die Verantwortlichen waren der Ansicht, dass sie bei der Bauplatzpreisfindung mitreden dürften.

    Wie viele E-Mails und wie viele Unterschriften gegen den "irren Bauplatzpreis" beim Vorstandsteam eingegangen sind, soll nun in einer öffentlichen und coronagerechten Sitzung des Familienbeirats am 9. Juli erörtert werden. Eingeladen sind auch Bürgermeister Alois Fischer, der stellvertretende Bürgermeister Aurelian Völker und die vom Gemeinderat bestellte Familienbeauftragte Simone Erk.

    "Wir haben bei unseren vielen Bürgergesprächen und mit unserem Protest dafür gesorgt, dass das Thema Preissensibilität im Ort und im Gemeinderat angekommen ist", bedankt sich Vorstand Klippel bei allen, die sich engagierten. Er verweist auch darauf, dass im Vorfeld der Kommunalwahl alle Kandidaten über die Parteigrenzen hinweg ihre Familienfreundlichkeit betont hätten.

    Nachlass pro Kind

    Geschäftsstellenleiter Thomas Bäumel sieht die Krux an der Sache im Unterschied zwischen "günstigem Bauland" und "günstigerem Bauland" für Familien. Er weist darauf hin, dass der Kriterienkatalog für die Vergabe der Bauplätze familienfreundlich gestaltet wurde und es zudem einen Nachlass von drei Euro pro Kind für den Quadratmeter gibt.

    Beim vorigen Wohnbaugebiet in Unterpleichfeld vor 14 Jahren lag der Quadratmeterpreis noch bei 129 Euro. Der letzte Bauplatz des Gebiets ist 2016 zu diesem vor Jahren festgelegten Preis verkauft worden. Deshalb erscheine der Sprung auf 320 Euro nun besonders hoch. Aber 2006 sei der Baulandpreis genauso wie jetzt aus den entstandenen Erschließungskosten und dem Bodenrichtwert zusammengesetzt worden.

    Gute Verkehrsanbindung

    Unterpleichfeld habe sich in den letzten Jahren mächtig entwickelt, ist Bäumel überzeugt. Im Hinblick auf die Infrastruktur und die Lage an der B 19 und in der Nähe des Autobahnanschlusses Estenfeld an der A 7 brauche sich der Ort im Würzburger Norden nicht zu verstecken. Mit dem Direktbus nach Würzburg sei man in zwölf Minuten in der Stadt. Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug und bald soll ein Fachärztezentrum gebaut werden.

    Enorme Nachfrage

    Der Bauplatzpreis von 320 Euro spiegle den aktuellen Marktwert wider. Das habe die Gemeinde von vielen Seiten bestätigt bekommen. Dass das Bauland ein knappes Gut ist, merkte die Kommune auch daran, dass die Telefone im Rathaus in den letzten Wochen heiß gelaufen sind. Der Run auf die 68 Bauplätze mit ihren 360 bis 750 qm sei nach den Veröffentlichungen der Preise in der Presse noch einmal gestiegen.

    Wie vorgesehen wird die Erschließung des ersten Abschnittes im September dieses Jahres fertig sein. Die Bewerbungsfrist für das dreiteilige Baugebiet musste die Gemeinde aus technischen Gründen leider nach hinten verschieben. Erst Mitte Juli wird wohl eine Bewerbung möglich sein. Bis die Kriterien geprüft und der Notartermin für die Vergabe festgelegt werden kann, wird es wohl Ende August werden, mutmaßt Bäumel.

    "Alles richtig gemacht"

    Bürgermeister Alois Fischer ist jedenfalls froh, dass alle rechtlichen Fragen zur Kalkulation des Bauplatzpreises, zum Aufschlag des Bodenrichtwertes sowie zu den persönlich beteiligten Gemeinderäten geklärt werden konnten. "Wir haben alles richtig gemacht", freut er sich über Wolfgang Hörners Erläuterungen und die Bestätigung der Kommunalaufsicht beim Landratsamt Würzburg.

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