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    Randersacker

    330 Bocksbeutel aus dem Altfränkischen Wengert

    Interkommunale Weinlese im Altfränkischen Wengert mit Landrat Eberhard Nuß, den Bürgermeistern Michael Sedelmayer, Markus Schenk, Hubert Henig und zahlreichen Helfern. Foto: Antje Roscoe

    Voraussichtlich 330 Bockbeutel wird die diesjährige Lese bringen, was quantitativ im unteren Mittel liegt. Bei 91 Grad Öchsle kommt allerdings ein Strahlen aufs Gesicht: "Wir sind sehr zufrieden", sagt Sedelmayer als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Altfränkischer Wengert. Er kann die Bocksbeutel gut brauchen, für die besonderen Gelegenheiten der Marktgemeinde, die er als Bürgermeister vertritt. Die anderen beansprucht der Verein als Eigenbedarf.

    Zur Lese erschienen waren vorwiegend die Vereinsmitglieder, die keinen eigenen Weinberg bewirtschaften, verstärkt durch Landrat Eberhard Nuß und die Bürgermeisterkollegen aus Theilheim, Hubert Henig und Eibelstadt, Markus Schenk. Sedelmayer hatte die Lese als interkommunales Event ausgerufen. Und es hat geklappt, beide Nachbarkollegen sind der Einladung gefolgt, ist doch der Altfränkische Wengert ein idealistisches Erbstück, ein Stück Historie, das alle Weinbaugemeinden teilen und das jede helfende Hand gebrauchen kann.

    Alle Arbeiten auf den etwa 850 Quadratmetern Pfülben müssen von Hand erledigt werden. Die Familien Ralf und Armin Kuhn, Familie Marold oder Inge Henneberger, die die Reben nach alter Art mit Weide bindet, gehören zu den eifrigsten Mitarbeitern, zählt Sedelmayer auf. Fachlich angeleitet werden die Freunde des Altfränkischen Wengert mit seinem gemischten Satz in pfahlunterstützter Kopferziehung von den Weingütern Göbel und Schenk. Bernhard König zeichnet sich für die Gesundheit der Reben verantwortlich und die Kellerarbeit übernimmt jeweils Martin Krenig vom Weingut Störrlein-Krenig.

    Während unten im Ort eines der Weingüter seine letzte Fuhre mit lautem Getöse feiert, arbeiten sich um gut 20 Helfer bei Nieselregen durch die Steillage, darunter eine Handvoll Kinder und Jugendliche, die die Arbeit im Weinberg kennenlernen sollen. In etwa zweieinhalb Stunden ist es geschafft.

    Eberhard Nuß, er hat schon mehrfach geholfen, macht es Spaß und er will auch weiterhin Wein lesen wenn er außer Dienst ist. Aber Federweißen wird es nicht geben. "Nein, der ist viel zu kostbar, der wird nicht als Federweißer verkauft." schütteln Armin Kuhn und Michael Sedelmayer, Kassier und stellvertretender Vorsitzender des Vereins Altfränkische Wengert in Randersacker vehement die Köpfe. Im Vorjahr, das zweitbeste in 30 Jahren Altfränkischer Wengert, war mehr als die doppelte Menge gekeltert worden. Und einmal hatte es gar nur für 120 Bocksbeutel gereicht.

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