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    Würzburg

    75 Jahre nach der Zerstörung

    Vermutlich nach einer Fotoaufnahme schuf Erich Duttenhofer, Besitzer eines Fotogeschäfts und ehemaliger Student der Kunstakademie, 1948 dieses Ölbild, das als Titelbild des Buches dient.
    Vermutlich nach einer Fotoaufnahme schuf Erich Duttenhofer, Besitzer eines Fotogeschäfts und ehemaliger Student der Kunstakademie, 1948 dieses Ölbild, das als Titelbild des Buches dient. Foto: Andreas Mettenleiter

    In nur zwanzig Minuten wurde Würzburg – nur wenige Wochen vor Kriegsende – in Schutt und Asche gelegt, aber auch in bemerkenswert kurzer Zeit wieder aufgebaut. Ein Dreivierteljahrhundert danach gibt es kaum noch Augenzeugen – und das Gedenken an die Bombennacht hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt.

    Nun ist ein umfangreicher Bildband erschienen, der Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Luftangriffs in historischen Bildern und Dokumenten schildert. Auch der Wiederaufbau und der Wandel der Erinnerungskultur im Umgang mit dem Untergang des alten Würzburg werden anhand vieler Bildzeugnisse dargestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Dabei ist ein mit knapp 950 Abbildungen auf 256 Seiten dicht illustriertes Werk entstanden, das trotz seiner Bildfülle das komplexe Thema natürlich nicht erschöpfend behandeln kann und daher exemplarisch einzelne Aspekte herausgreift. Der Text beschränkt sich auf kurze Bildlegenden und verzichtet bewusst weitestgehend auf Wertungen der ins Buch aufgenommenen Dokumente: alliierte Flugblätter, NS-Propaganda, US-Zeitungsartikel und Augenzeugenberichte.

    Viele historische Fotoaufnahmen

    Das ursprüngliche Konzept, auch das umfangreiche Jubiläumsprogramm zum runden Jahrestag 2020 zu dokumentieren, ließ sich nicht verwirklichen, da der Großteil der Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Präventionsmaßnahmen kurzfristig abgesagt wurde. Dafür wurden die zahlreichen Gedenkstätten, Denkmäler und Denktafeln abgebildet, die im öffentlichen Bewusstsein unterschiedlich präsent und zum Teil kaum bekannt sind. So werden beispielsweise bis heute erhaltene Reste von Luftschutzeinrichtungen in Privathäusern gezeigt, für die sich in der Vergangenheit kaum jemand interessiert hatte.

    Dazu kommen Abbildungen von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen bekannter und völlig unbekannter Künstler zur Zerstörung Würzburgs. So stammt etwa das Ölbild von 1948, das für den Schutzumschlag verwendet wurde, vom Foto-Fachhändler und Fotografen Erich Duttenhofer. Wie zahlreiche andere abgebildete Werke schlummerte es in Privatbesitz, bis es für das Buchprojekt aufgespürt wurde.

    Begleitausstellung im Siebold-Museum

    Eine Begleitausstellung, die sich diesem Aspekt des "16. März 1945" widmet, nämlich dem Blick der Künstler auf das zerstörte Würzburg, ist bis zum 31. Mai im Siebold-Museum zu sehen.

    Hingewiesen sei noch auf die großformatige, hochauflösende Stereoaufnahme, die amerikanische Flugzeuge nach der Zerstörung der Stadt mit zwei Kameras aufnahmen: Diese findet sich in Detailansichten auf mehreren Seiten abgedruckt – die erforderlich 3-D-Brille liegt dem Buch bei.

    Das Buch mit dem "Würzburg – 16. März 1945" ist für 24,95 Euro im Buchhandel und bei Papier Pfeiffer erhältlich. Zum gleichen Preis gibt auch eine englische Ausgabe.

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    Bearbeitet von Lena Berger

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