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    WALDBRUNN

    8,25 Millionen für die Veranstaltungshalle?

    Weit klaffen Wünsche und Realität beim beabsichtigten Bau einer Veranstaltungshalle durch die Gemeinde Waldbrunn auseinander. Das bestätigte sich bei der Vorstellung von zwei Grundriss-Varianten durch Architekt Johannes Hettiger in großer Runde im Pfarrsaal gegenüber den Mitgliedern des Gemeinderates und der Vorsitzenden der Ortsvereine. Die Kostenschätzung von 8,25 Millionen Euro für das Bauwerk war der Schreck-Moment der Veranstaltung und schien allgemeine Sprachlosigkeit bewirkt zu haben. Allerdings brachte Martin Schaut (SPD) auf den Punkt, was wohl der Großteil des Gremiums in diesem Moment empfand: „Für 8 Millionen Euro kann ich die Hand nicht heben. Allenfalls kann diese Summe ein Fingerzeig sein, die Wünsche aller Beteiligten kräftig abzuspecken“, mahnte Schaut.

    Wünsche der Vereine berücksichtigt

    Ein Vorwurf an den Architekten lag allen Beteiligten fern. Schließlich hatte Hettiger lediglich die durch Gemeinderat und Vereinsvorsitzenden vorgegebenen Wünsche in zwei Grundriss-Varianten dargestellt. Der wesentliche Unterschied dabei galt insbesondere der Ausrichtung des eigentlichen Veranstaltungsraumes bei einer Kapazität von 300 Sitzplätzen samt Tischen, alternativ einer Theaterbestuhlung von 480 Sitzplätzen, nach Osten oder Süden. Dem Saal vorgelagert sind in beiden Entwürfen der barrierefreie Eingangsbereich mit einem als kleineren Veranstaltungsraum nutzbaren Foyer, sowie Sanitärräume, ein Kombinationsraum für Stuhllager und Garderobe, eine separate Catering-Küche und einem Schankraum. Darüber hinaus können durch die Vorgaben des Geländes im Erdgeschoss neben weiteren Sanitärräumen zwei Vereinsräume, ein Jugendraum und Lagermöglichkeiten für die Vereine entstehen.

    Freilich ergab sich aus den Nutzungswünschen und den Vorgaben aus Versammlungsstättenverordnung, Barrierefreiheit und Brandschutz eine um fast 340 Quadratmeter größere Gesamtnutzfläche als die zunächst beabsichtigten 1930 Quadratmeter. Aus einer höheren Bruttogeschossfläche wiederum ergibt sich eine Steigerung der Massenansätze, aus denen die Gesamtkosten resultieren, verdeutlichte der Architekt. Allerdings sollte nach dessen Auffassung „die Veranstaltungshalle in ihrer Größe und Qualität auch überregional genutzt werden.“

    Eine Trafostation für die Halle

    Die eigentlichen Bauwerkskosten aus den beiden Grundrissvarianten schätzt Architekt Johannes Hettiger auf 3,761 Millionen Euro für die Veranstaltungshalle plus 1,56 Millionen Euro für die Vereinsnutzung. Die Dimensionierung und mögliche Nutzung des Bauwerks mit einem vergleichbaren Strombedarf von zwanzig Wohnungen macht unter anderem den Bau einer eigenen Trafostation erforderlich. Inklusive Erschließungs- und Nebenkosten, Möblierung und Gestaltung der Außenanlagen geht der Architekt in seiner Kostenschätzung von 8,25 Millionen Euro an Gesamtkosten aus. Der Bau ist seitens der Gemeinde im nächsten Jahr beabsichtigt.

    Die Kostendimension veranlasste aber selbst Vereinsvertreter über die Notwendigkeit einzelner Räume nachzudenken. Andere Stimmen aus dem Kreis der Besucher galten einer Generalsanierung des bestehenden Haselberghauses. Die entstandene Diskussion fasste Bürgermeister Hans Fiederling (UBG) zusammen: „Ohne Veranstaltungshalle geht das Vereinsleben im Ort kaputt. Und eine Sanierung des Haselberghauses würde mindestens eineinhalb Jahre ohne jegliche Nutzung in Anspruch nehmen.“ Schon in seiner Sitzung am Freitag, 09. März, möchte sich der Gemeinderat erneut dem Thema widmen.

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