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    Region Würzburg

    A3: Sperrungen und Umwege wegen Brückenrückbau

    Der Rückbau der alten Heidingsfelder Autobahnbrücke geht voran. Jetzt muss allerdings eine Verbindungsstraße in den Landkreis für längere Zeit gesperrt werden.
    Blick von der Noch-Brücke auf die bereits abgelassenen Fahrbahnteile. Von kommendem Montag bis voraussichtlich Ende Februar wird die Stuttgarter Straße in Höhe der Talbrücke der A3 gesperrt. Rechts im Bild die bereits fertig gestellte nördliche Brücke. 
    Blick von der Noch-Brücke auf die bereits abgelassenen Fahrbahnteile. Von kommendem Montag bis voraussichtlich Ende Februar wird die Stuttgarter Straße in Höhe der Talbrücke der A3 gesperrt. Rechts im Bild die bereits fertig gestellte nördliche Brücke.  Foto: Thomas Obermeier

    Es kommen Umwege auf  die Reichenberger und die Bewohner des Reichenberger Grunds zu: Vom kommenden Montag, 10. Dezember, um 6 Uhr morgens, ist die Stuttgarter Straße unter der Heidingsfelder Talbrücke bis voraussichtlich Ende Februar komplett gesperrt.  Wer in Heidingsfeld arbeitet oder einkaufen möchte, muss über die Bundesstraße 19 ausweichen. Anlass ist der Rückbau der alten Heidingsfelder Talbrücke der A3.

    Eine Ausnahme gibt es nur für Fußgänger und Radfahrer, diese können die Sperrung zunächst entlang des Heigelsbaches auf dem Schattbergweg umgehen bzw. umfahren. Im Zuge des Bauablaufes wird im Januar kommenden Jahres auch dieser Weg gesperrt werden müssen. Laut Autobahndirektion Nordbayern soll dann eine andere Umgehung geschaffen werden. Die Kreuzung Stuttgarter Straße/ Giebelstädter Steige/Reichenberger Straße/Rottenbauerer Grund ist von der Sperrung nicht betroffen. Für die Buslinien gelten geänderte Fahrpläne und Strecken, wie schon an den beiden Samstagen, an denen die Straße an der selben Stelle wegen bauvorbereitender Maßnahmen auf der Brücke gesperrt war.

    Blick von der alten auf die bereits fertig gestellte nördliche neue Talbrücke. Unten im Bild die Stuttgarter Straße.
    Blick von der alten auf die bereits fertig gestellte nördliche neue Talbrücke. Unten im Bild die Stuttgarter Straße. Foto: Thomas Obermeier

    Seit März rollte der Verkehr auf der neuen, nördlichen Talbrücke, seit April läuft der Rückbau des alten, aus den 1960er Jahren stammenden Bauwerks. Vor Ort ist es nicht zu übersehen, die Arbeiten sind in vollem Gange. Mehrere bereits abgelassene Brückenteile liegen auf aufgeschütteten Erdhaufen unter der alten Brücke. Ein weiterer Erdhaufen  wurde dort aufgeschüttet, wo bis vor kurzem noch die Fahrbahn der Stuttgarter Straße unter der Brücke hindurch führte. Autofahrer müssen nun in einer kühnen Schleife um diesen Erdhaufen herum fahren. Doch damit ist ab Montag Schluss. Auf jeder Zufahrt weisen seit dieser Woche bereits Schilder auf die kommende Sperrung hin.

    Vollsperrung Stuttgarter Straße
    Vollsperrung Stuttgarter Straße Foto: Marina Weigand

    "Wir werden bis Ende Februar die beiden Brückenfelder rechts und links der Stuttgarter Straße herablassen", erläutert Baurätin Malgorzata Lewandowska von der Autobahndirektion Nordbayern im Baubüro an der Stuttgarter Straße unter der Brücke. Wenn alles wie vorgesehen läuft, soll das Feld direkt über dem Erdhaufen noch vor Weihnachten auf der darunter aufgeschütteten Erde ruhen. Dazu wird das rund 80 Meter lange, etwa 2000 Tonnen schwere Brückenteil auf beiden Seiten kurz vor den Pfeilern, auf denen es liegt, herausgetrennt und dann mittels acht großer sogenannter Litzenheber zu Boden gelassen.

    Schilder weisen im Vorfeld auf die Sperrung hin.
    Schilder weisen im Vorfeld auf die Sperrung hin. Foto: Thomas Obermeier

    Litzenheber sind eine Art hydraulischer Flaschenzüge mit hochvergüteten Stahlseilenund wurden auch schon beim Brückenvorschub der neuen Brücke eingesetzt. Etwa sechs bis acht Meter Höhe schaffen die Litzenheber pro Stunde. "Aber nur, wenn es gut läuft", sagt Matthias Freitag vom Höchberger Ingenieurbüro Team Plan, das am Brückenrück- und neubau mitarbeitet. Derzeit werden aber noch die beiden Brückenteile, die herabgelassen werden sollen, in ihrer Struktur verstärkt. "Sonst würden sie beim Herablassen zusammenknicken", sagt Lewandowska.

    Noch vor Weihnachten soll auch einer der Pfeiler in Richtung Frankfurt, der schon von seiner Brückenlast befreit wurde, umgelegt werden. "Dazu wird er in seiner Struktur geschwächt und dann mit Drahtseilen umgezogen", erläutert Lewandowska. Das gleiche Schicksal blüht dann im kommenden Jahr auch den beiden fast 60 Meter hohen Pfeilern, die jetzt noch das Brückenteil tragen, das abgelassen werden soll. Diese sollen so umgelegt werden, dass sie auf das abgelassene Teil der Brücke fallen.  "Durch das Schüttpolster aus Erde darunter und das Brückenteil wird die Fallhöhe verringert und damit gibt es auch weniger Erschütterungen in Umfeld", so die Baurätin. Sie schränkt aber ein: "Alles was wir derzeit planen ist außerdem sehr abhängig von der Witterung."

    Zeitgleich mit den Rückbaumaßnahmen wird begonnen, vom Widerlager auf der Frankfurter Seite her, die Pfeiler für die neue südliche Brücke zu gießen. Auf der nördlichen Brücke rollt der Verkehr ja bereits seit dem Frühjahr dieses Jahres. Auf einen genauen Zeitplan, wann welche Maßnahme fertiggestellt sein wird, wollte sich Baudirektor Tobias Bäumler von der Autobahndirektion Nürnberg bei einem Ortstermin im Augustnicht festlegen. Bei Baubeginn waren die Planer von einer Fertigstellung der sanierten Trasse bis Ende kommenden Jahres ausgegangen, im Mai war bekannt geworden, dass sich dieser Termin um zwei Jahre auf den Herbst 2021 verschoben hat. Als Grund hatte die Autobahndirektion "erhebliche bauvertragliche Auseinandersetzungen mit den Auftragnehmern des Streckenbaus und der Talbrücke" genannt.

    Autobahn-Talbrücke Heidingsfeld
    Die neue Talbrücke wird nur noch 630 Meter lang und 45 Meter hoch sein, anstelle von 665 Metern Länge und 60 Metern Höhe wie bislang. Sie besteht aus sechs Feldern mit Spannweiten zwischen 50 und 120 Metern und liegt rund acht Meter tiefer. Die größte Spannweite der alten Brücke beträgt 80 Meter. 5000 laufende Meter Großbohrpfähle mit einem Durchmesser von bis zu 150 Zentimetern wurden in den Untergrund getrieben, 15 000 Kubikmeter Beton und 3300 Tonnen Betonstahl wurden verbaut. Für den Überbau werden 9600 Tonnen Konstruktionsstahl, 5200 Tonnen Betonstahl und 11 000 Tonnen Beton benötigt. Auf die Brücke kommen 6300 Quadratmeter Lärmschutzwände mit sechs Metern Höhe und fünf Schilderbrücken zur Verkehrsführung. Auch ein extra Besichtigungswagen mit einer eigenen Garage für Revisionsarbeiten in bis zu 45 Metern Höhe wird gebaut. Mit den Abbruchkosten beträgt die Auftragssumme für das Brückenbauwerk rund 70,6 Millionen Euro.
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