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    Oberpleichfeld

    Ärger mit dem Funkmodul

    So sieht der neue Funkwasserzähler für die Gemeinde Oberpleichfeld aus. Foto: Andreas Faulhaber

    In Oberpleichfeld wird die Umstellung der Hauswasserzähler auf ein neues System konkret. Ein Techniker der Firma Sensus geht von Haus zu Haus und tauscht die bisher mechanischen Wasseruhren gegen elektronische Hauswasserzähler aus. Ganz ohne Probleme geschieht das nicht.

    Dabei haben Bürgermeisterin Martina Rottmann, der Gemeinderat und die Verwaltung gut vorgelegt. Im Februar 2016 hatte der Rat den einstimmigen Beschluss gefasst, im gesamten Ort moderne Wasseruhren mit Funkmodul einzubauen. Die Wasserabgabesatzung wurde entsprechend geändert, die elektronischen Hauswasserzähler angeschafft und die Bürger informiert.

    Jedoch: Unter den 361 betroffenen Haushalten gibt es mit etwa einem Drittel eine stattliche Zahl an Hausbesitzern, die nach Recht und Gesetz Widerspruch gegen die Wasseruhren eingelegt haben. Er bezieht sich auf das Funkmodul. Die Hausbesitzer haben zum einen Sorge wegen einer Strahlenbelastung, zum anderen in Bezug auf den Datenschutz.

    Insgesamt haben 120 Hauseigentümer der Funkfunktion widersprochen. Die Gemeindeverwaltung sicherte ihnen deshalb die Deaktivierung vor dem Einbau zu. Aber obwohl der Monteur das Funkmodul deaktiviert hatte, begann eine frisch eingebaute Uhr nach kurzer Zeit zu funken. Das gab Ärger.

    Es stellte sich heraus, dass die Deaktivierung erst eine gewisse Zeit erst nach dem Einbau vorgenommen werden kann. Erst dann, wenn etwa 40 Liter Wasser über den Zähler gelaufen sind, stellt er sich auf die Fließrichtung ein und beginnt seine "Funkarbeit".

    "Der Einbau einer Wasseruhr mit deaktiviertem Funkmodus ist technisch definitiv nicht möglich", erklärte Bürgermeisterin Martina Rottmann. Dafür hätten die meisten betroffenen Bürger Verständnis. Zumal Ruben Mödl von der Gemeindeverwaltung begonnen hat, die Uhren schnellstmöglich wieder zu deaktivieren.

    Dazu hat er rechtlich gesehen "eine angemessenen Frist" Zeit. Sie wird mit einer Woche ausgelegt. Das Deaktivieren ist mit einer bestimmten EDV-Technik und per Laptop vor dem jeweiligen Haus möglich. Das Grundstück muss nicht mehr betreten werden.

    Was im Ratsgremium für Unruhe sorgte, ist ein Schreiben nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz an drei Dorfbewohner. Peter Hertlein ist einer von ihnen. Er will grundsätzlich keinen elektronischen Wasserzähler in seinem Haus und hat den Techniker abgewiesen. Bei den beiden anderen Betroffenen konnte Einbau der Funkwasserzähler nicht vorgenommen werden, weil sie trotz Terminankündigung nicht da warten.

    Steffen Guth-Portain ordnete deshalb als Vertreter des "Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung" eine schriftliche Stellungnahme oder alternativ ein Verwarnungsgeld über 50 Euro an. Außerdem wurde im Schreiben gemäß § 23 Wasserabgabensatzung die Einstellung der Wasserlieferung angedroht.

    "Da wird doch mit Kanonen auf Spatzen geschossen", empörten sich einige Gemeinderäte. Bürgermeisterin Rottmann versicherte, dass das Verwarngeld nicht erhoben werde. Sie ist sich sicher, bei aufklärenden Gesprächen noch gute Lösungen mit den Hausbesitzern zu finden.

    Grundsätzlich vermissen die Gemeinderäte schriftliche Informationen der Herstellerfirma Sensus darüber, "was die neuen Wasseruhren können und was nicht". Im Namen der Unabhängigen Liste Oberpleichfeld (ULO) hat Vorsitzender Franz-Josef Hartlieb einen Antrag im Ratsgremium eingereicht und zudem mit einem Anwendungstechniker der Firma Sensus telefonischen Kontakt aufgenommen.

    Die ULO beantragt, dass allen Hauseigentümern die Möglichkeit eingeräumt wird, die Funkwasseruhren beim jährlichen Ablesen im Dezember aktivieren zu lassen, sie abzulesen und wieder deaktivieren zu lassen. Oder dass sie die Möglichkeit bekommen, ihren Wasseruhrenstand selbst abzulesen und ihn der Gemeinde zu melden.

    Wie hoch der zeitliche Aufwand ist und welche Vor- und Nachteile diese Möglichkeiten haben, darüber soll ein kompetenter Fachmann der Firma Sensus den Ratsmitgliedern in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen Auskunft geben.

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