• aktualisiert:

    WÜRZBURG

    Abbé-Vogler-Musikstiftung fördert die Kirchenmusik

    Abbé Georg Joseph Vogler. Foto: Markus Hauck, Pow Foto: Repro: Markus Hauck (POW)

    In der Diözese Würzburg gibt es zahlreiche Stiftungen. Eine davon, die „Abbé-Vogler-Musikstiftung“, wurde im Jahr 2002 von Bischof Paul-Werner Scheele auf Initiative von Weihbischof Helmut Bauer und des damaligen Bischöflichen Finanzdirektors Adolf Bauer errichtet. Stiftungszweck ist die Förderung und Pflege der Kirchenmusik in der Diözese Würzburg. Dazu gehören unter anderem die Förderung kirchenmusikalischer Veranstaltungen und Projekte und die finanzielle Unterstützung von Musikunterricht für Kinder und Jugendliche oder von Chören, Orchestern, Sängern und Instrumentalisten, berichtet der Pressdienst des Bischöflichen Ordinariats.

    Zellerauer Kantorei wird von Vogler-Stiftung gefördert

    Dekanatskantorin Anke Willwohl ist seit 2002 Leiterin der Würzburger Kantorei Heiligkreuz/Sankt Elisabeth im Würzburger Stadtteil Zellerau. „Wir gestalten ungefähr zwei oder drei Konzertprojekte im Jahr“, sagt sie. Jedes Jahr werde ein Antrag an die Abbé-Vogler-Stiftung für finanzielle Unterstützung gestellt, vorwiegend für Konzertprojekte.

    „Die Umsetzung der Konzerte, die Probearbeiten, die Notenanschaffung oder die Unterstützung der Profimusiker, die wir für Auftritte engagieren, können wir finanziell alleine nicht stemmen“, sagt Willwohl. Im vergangenen Jahr habe der Kinder- und Jugendchor beispielsweise in der Osterzeit dreimal die Oper „L?Orfeo“ zur Aufführung gebracht. „Es wurde nicht nur gesungen, wir haben das Ganze auch szenisch dargestellt. Das ist natürlich sehr kostenaufwendig.“

    Chorfahrten ins In- und Ausland werden unterstützt

    Auch die Fahrten des Chores ins In- und Ausland fördere die Abbé-Vogler-Stiftung finanziell. Auf Einladung des Deutschen Kinder- und Jugendchorverbands „Pueri Cantores“ habe die Kantorei beispielsweise am 1. Januar 2016 die Neujahrsmesse in Rom, der Papst Franziskus vorstand, musikalisch mitgestaltet. „Im Laufe der Jahre ist durch solche Anschubfinanzierungen ein aktives musikalisches Leben entstanden“, sagt Diözesanmusikdirektor Gregor Frede.

    Gemeinsam mit dem Bischöflichen Finanzdirektor Albrecht Siedler gehört er dem Stiftungsvorstand unter dem Vorsitz von Domkapitular Gabel an. Seit ihrer Gründung vor 15 Jahren habe die Abbé-Vogler-Stiftung bislang rund 460 000 Euro ausgeschüttet.

    Zuschuss für ein Singspiel der Aschaffenburger Stiftsmusik

    Die Aschaffenburger Stiftsmusik unter der Leitung des heutigen Passauer Domkapellmeisters Andreas Unterguggenberger führte mit finanzieller Unterstützung der Stiftung 2015 zum Beispiel das Singspiel „Martinus – ein musikalisches Kirchenspiel“ auf. Einen Zuschuss gibt es außerdem für den diözesanen Kinder- und Jugendchortag, der regelmäßig von mehreren hundert Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Bistum mitgestaltet wird.

    Stiftungskapital liegt bei 1,5 Millionen Euro

    Bei ihrer Errichtung wurde die Abbé-Vogler-Musikstiftung mit einem Grundstockkapital von einer Million Euro ausgestattet. Durch umfangreiche Zustiftungen konnte dieses Kapital um rund 582 000 Euro erhöht werden. Seit ihrer Errichtung erhielt die Stiftung außerdem Spenden in Höhe von rund 200 000 Euro, aus der Verwaltung des Vermögens erzielte sie bis Ende 2016 Erträge von rund 500 000 Euro.

    Die Stiftung unterliegt der Aufsicht von Bischof Friedhelm Hofmann. Die Bischöfliche Finanzkammer überprüft jährlich den Jahresabschluss sowie die satzungsgemäße Verwendung der Stiftungsmittel.

    Weitere Informationen bei: Abbé-Vogler-Musikstiftung, Domstraße 40, 97070 Würzburg. Bankverbindung: Liga Bank Würzburg, IBAN DE30750903000003000958, BIC GENODEF1M05

    Georg Joseph Vogler

    Namensgeber der Stiftung ist der deutsche Komponist, Organist, Musiktheoretiker und Musikpädagoge Georg Joseph Vogler, der am 15. Juni 1749 in Würzburg geboren wurde. Er studierte Theologie, Philosophie, Musik und Recht – unter anderem in Bamberg – und wurde in Rom zum Priester geweiht. Vogler wirkte unter anderem als Kapellmeister und Lehrer des schwedischen Kronprinzen in Stockholm sowie als Hofkapellmeister und Geistlicher Rat in Darmstadt.

    Vogler baute die „Mannheimer Tonschule“ auf, gründete eine Musikschule in Stockholm und eine „Tonschule“ in Darmstadt. Zu seinen Schülern in Darmstadt zählten die Komponisten Carl Maria von Weber und Giacomo Meyerbeer. Außerdem unternahm er musikethnologische Forschungsreisen nach Gibraltar, Cadiz, Nordafrika und Griechenland in der Hoffnung, Spuren des Gregorianischen Chorals zu finden. Abbé Vogler starb am 6. Mai 1814 in Darmstadt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!