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    BIEBEREHREN

    „Abreißen und neu bauen“

    Der alte Kindergarten in Bieberehren. Nach dem Vorschlag von Michael Volkert sollte das Gebäude abgerissen und durch ein... Foto: Hannelore Grimm

    Alter Kindergarten – ein neues Zuhause für die Pfarrgemeinde: An diesem Thema, das der ehemalige Bürgermeister Michael Volkert anschnitt, schieden sich die Geister der rund 130 Besucher bei der Bürgerversammlung in Bieberehren.

    Um das uralte Gebäude, in dem bis vor zirka 20 Jahren der Kindergarten untergebracht war, sollte man sich, so Michael Volkert Gedanken machen, ob man da noch was investieren soll. Wie er auflistete ist, der Gesamtzustand des Gebäudes schlecht. Die Heizung ist alt. Im Anbau gibt es undichte Stellen und der Zugang wird durch die hohe Treppe erschwert. „Abreißen und neu bauen“, schlug er vor.

    Genutzt wird der alte Kindergarten derzeit für Pfarrer-Sprechstunden, Sitzungen von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, Ministranten-Treffen, Kinderkirche, Veranstaltungen des Frauenbundes, zu Veranstaltungen, der Verkauf von Eine-Welt-Laden Produkten sowie zu Kursen und als Lagerraum.

    Zuschüsse in Aussicht

    Eine Sanierung habe sich bereits vor 25 Jahren als unrentabel erwiesen. Stattdessen unterbreitete Michael Volkert den Vorschlag, das Gebäude abzureißen und an dem mitten im Ort gelegenen Platz einen Neubau zu errichten.

    Nach Rücksprache mit der Bischöflichen Finanzkammer gibt es – so Volkert – derzeit sehr gute Zuschussmöglichkeiten. Wie er vorrechnete, liegen die Gesamtkosten eines Neubaus mit einer Fläche von zirka 300 Quadratmetern bei rund 600 000 Euro. Mit dem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent, mit dem er rechnet, bleiben für Bieberehren 300 000 Euro zu stemmen. Dieser Anteil könne durch Eigenleistungen, durch die der Zuschuss nicht geschmälert wird, erheblich gesenkt werden.

    Die Vorteile eines Neubaus sieht der Altbürgermeister darin, dass durch die Größe und die Ausstattung die Räumlichkeiten besser den Bedürfnissen der jeweiligen Nutzer angepasst werden können. Hinzu kämen niedrigere Energiekosten und der Einbau einer öffentlichen Sanitäranlage. Auch sieht er die Barrierefreiheit von Bedeutung.

    Chronisch leere Kasse

    Das Zukunftsbild, das Michael Volkert entwirft, wird nicht nur von seinem Amtsnachfolger Engelbert Zobel getrübt. Der Bürgermeister sprach sich dafür aus, nichts Neues zu bauen, sondern die Infrastruktur im Ort zu nutzen. Auch Pfarrer Gerhard Hanft verhehlte seine Ablehnung gegen Volkerts Vorhaben nicht. Der Geistliche wies darauf hin, dass zunächst eine Baukommission entscheide, ob ein neues Gebäude notwendig ist, bevor eventuell die Zustimmung der Finanzkammer erfolge. Pfarrer Hanft zeigte sich ziemlich sicher, dass „die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß ist, dass die Baukommission Ja sagt“.

    Während Kirchenpfleger Josef Roth auf die chronisch leere Kasse der Kirchengemeinde hinwies, fand es Helga Winkler nicht gut, „dass immer wieder Geld in das alte Gebäude reingebuttert wird“.

    Noch keine Abstimmung

    Die Vorsitzende des Frauenbunds, Monika Schmid, äußerte ihre Bedenken darüber, dass kein Ersatz da ist, wenn der alte Kindergarten eines Tages nicht mehr genutzt werden kann. Wie Michael Volkert war auch Ulrike Kraus der Meinung, im Hinblick auf die Zuschüsse die Chance zu nutzen und etwas Neues zu bauen.

    In der lebhaften Diskussion wurde ersichtlich, wie sehr der Vorschlag von Michael Volkert die Gemüter bewegt. Die Abstimmung per Handzeichen, die der ehemalige Bürgermeister gerne gehabt hätte unterblieb allerdings. Gegen diese Abstimmung sprach sich Erwin Gotthard mit dem Argument aus, dass „die Leute den Vorschlag erst mal in Ruhe überdenken möchten“.

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