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    Unterpleichfeld

    Absichtserklärung soll Schulverbandsgründung beschleunigen 

    Unterzeichneten die Absichtserklärung zur "Umsetzung Schulkonzept – Zukunftsfähige Mittelschule im Würzburger Norden" (h...

    Einen Schulverband und eine Schule - das wünschen sich sieben Kommunen aus dem nördlichen Landkreis Würzburg. Von der neu gegründeten Mittelschule Pleichach-Kürnachtal für alle Mittelschüler aus den sieben Kommunen Bergheim, Estenfeld, Hausen, Kürnach, Oberpleichfeld, Prosselsheim und Unterpleichfeld erhoffen sich die Schulaufwandsträger aus der Allianz "Würzburger Norden" viele positive Effekte.

    Zustimmung zu Erklärung mit großer Mehrheit

    Den bisherigen Mittelschulverbund Markward von Grumbach, mit der Mittelschule Kürnachtal (Estenfeld), der Maximilian-Kolbe-Schule (Rimpar) und der Pleichach-Mittelschule (Unterpleichfeld)haben Estenfeld und Unterpleichfeld und deren Verbundpartner gekündigt.
    Um die Gründung des neuen Schulverbandes voranzutreiben, unterzeichneten die Bürgermeister am Montag die "Absichtserklärung Umsetzung Schulkonzept - Zukunftsfähige Mittelschule im Würzburger Norden." Alle sieben Gemeinderatsgremien haben dem quer durch die Fraktionen mit großer Mehrheit zugestimmt.

    "Treffen sich künftig wieder alle unter einem Dach, kann ein echtes Wir-Gefühl entstehen", beschreibt Schulverbunds-Sprecher Konrad Schlier (Bergtheim) bei einem Treffen der sieben betroffenen Bürgermeister die Folgen. "Die Schüler bleiben unabhängig vom gewählten Zweig in der Nähe ihrer Freunde. Für die Lehrer fallen Fahrzeiten weg. Die Stundenpläne werden kompakter." Zudem ermögliche die Größe der Schule - derzeit gehen die Beteiligten von maximal 320 Schülern aus - alle Differenzierungen, Zweige und Förderkurse anzubieten.

    Beteiligte wollen Konzentration der Ressourcen

    Zweifellos sei an allen drei Standorten bisher sehr gute Arbeit geleistet worden, so die Bürgermeister. Mit der Konzentration der Ressourcen habe man die Chance, den Mittelschulstandort im nördlichen Landkreis mit einem optimalen Angebot langfristig zu stärken. Auch die Lehrerkollegien in Estenfeld und Unterpleichfeld stünden hinter dieser Entscheidung, nicht aus politischen, sondern aus pädagogischen Erwägungen, ergänzt Bernd Schraud (Hausen).

    "Die Zeit eilt, die Eltern der Dritt- und Viertklässler wollen Planungssicherheit."
    Thomas Eberth, Bürgermeister von Kürnach

    Vorgesehen ist in der Absichtserklärung auch die Unterschrift des bisherigen Achten im Schulverbund, Burkard Losert, Bürgermeister der Marktgemeinde Rimpar. Er wird derzeit nicht unterschreiben. Zwar stimme er, teilt er auf Nachfrage mit, der Intention des Papiers zu: "Über eine zukunftsfähige Mittelschule sind und waren wir uns ja immer einig." Die Meinungsunterschiede  begründeten sich in der Standortlösung. "Wir Rimparer sind der Auffassung, dass eine Mittelschule im Würzburger Norden dauerhaft an zwei Schulstandorten möglich ist."

    Rimparer Schule soll nicht ungenutzt bleiben

    Rimpar habe fünf Millionen Euro in die Sanierung der Schule gesteckt. Ebensoviel veranschlage man für den Neubau in Unterpleichfeld, so Schlier. Ungenutzt bleibe die Rimparer Schule keinesfalls, fügt Thomas Ebert (Kürnach) an. Man könne gut einen anderen Schulzweig dort unterbringen, spielt er auf Überlegungen für einen Einzug der sanierungsbedürftigen Förderschule Veitshöchheim an.

    Für zwei Jahre, bis zum Abschluss der Bauarbeiten in Unterpleichfeld wollen die Sieben zwei Standorte akzeptieren. Länger keinesfalls, betonen Rosi Schraud (Estenfeld), Birgit Börger (Prosselsheim) und Martina Rottmann (Oberpleichfeld). "Sonst geht zu viel von den positiven Effekten verloren."

    Rimpar Gemeinderat will im Herbst beraten

    "Die Zeit eilt", sagt Eberth, "die Eltern der Dritt- und Viertklässler wollen Planungssicherheit." Ohne zu wissen, ob Rimpar dazukommt oder nicht, könne die Regierung von Unterfranken das in Unterpleichfeld benötigte Raumprogramm nicht festlegen und genehmigen, habe man ihm mitgeteilt, so Alois Fischer (Unterpleichfeld). Auch deswegen dränge die Zeit.

    Im Herbst, sagt Losert, werde sich Marktgemeinderat erneut mit der Situation beschäftigen, um eine Lösung zu finden. "Wie diese aussehen wird, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen." Im Schuljahr 2018/2019 bleiben alle drei Standorte erhalten.

    Stellungnahme der Regierung von Unterfranken
    Die Fachleute der Regierung von Unterfranken sind der Überzeugung, dass auf Grund der vorliegenden Schülerzahlen nur die Kooperation aller Gemeinden des Würzburger Nordens die Gewähr dafür bietet, langfristig eine Mittelschule in dieser Region zu erhalten, teilt Pressesprecher Johannes Hardenacke auf Anfrage mit.
    Als langfristige Perspektive sei ein Schulstandort selbstverständlich eine gute Lösung. "Sofern über diesen Standort zwischen allen Beteiligten aber kein Konsens erzielt werden kann, wären zum Wohle der betroffenen Schüler und Eltern und zur Sicherung der Mittelschulsituation im Würzburger Norden insgesamt aber auch andere Lösungsmöglichkeiten denkbar." Einigen müssten sich hierüber die betroffenen Kommunen.
    "Eine einvernehmliche Lösung hängt insoweit vom guten Willen aller Beteiligten ab", primär also den beteiligten Kommunen selbst. "Die Regierung von Unterfranken steht zu dem Angebot, zu gegebener Zeit, das heißt sobald Rimpar für sich eventuelle Alternativen geklärt hat, einen weiteren runden Tisch einzuberufen." Am 10. Januar 2018 fand erstmals ein solcher statt.
    Klar sei auch, dass die Mittelschule Rimpar ohne eine Verbundlösung über das kommende Schuljahr hinaus stark gefährdet ist, "weil einfach gesagt, die Schülerinnen und Schüler für eine vollwertige Mittelschule fehlen würden." Für die übrigen sieben Kommunen stelle sich mittelfristig aber - ohne die Rimparer Schüler - ebenso die Frage nach ausreichenden Schülerzahlen.

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