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    OBERPLEICHFELD

    AfD-Schmierereien: Kripo nimmt Tatverdächtigen fest

    AfD-Schmierereien an der Pfarrkirche in Oberpleichfeld: Die Kriminalpolizei hat jetzt einen Tatverdächtigen ermittelt. Foto: Rainer Weis

    Es geschah in der Nacht auf Mittwoch. Die Fassade der Pfarrkirche in Oberpleichfeld wurde beschmiert. 24 mal mit dem Schriftzug „AfD“. Und das kurz vor der Firmung. Dazu wurde Diözesanverwalter Weihbischof Ulrich Boom in der Gemeinde erwartet, der 55 Jugendlichen das Sakrament der Firmung spenden wollte.

    Alles sollte schön sein für diesen großen Tag. Aber es kam anders. Zwar schaffte es der Kirchenpfleger noch, eine Malerfirma zu beauftragen, die schnell die schwarzen Lettern überpinselte. Es gelang halbwegs. Aber die Kratzer auf der rechten Seite des Bischofsautos, die wohl während des Gottesdienstes eingeritzt wurden, fielen auf. Immerhin entstand hier ein Schaden von 2000 Euro.

    Tatverdächtiger schon einschlägig bekannt

    Einen Tag nach dem Affront gegen Weihbischof Boom gelang es der Kriminalpolizei, die aufgrund des offenbar politischen Hintergrunds der Tat ermittelte, einen Tatverdächtigen ausfindig zu machen. Gegen den 57-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren. Ob er auch für die Kratzer im Auto zu verantworten ist, wird derzeit noch geprüft.

    Der Tatverdächtige kommt aus dem Landkreis Würzburg. Die Ermittler kamen schnell auf seine Spur, weil er bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Fälle polizeilich in Erscheinung getreten war, teilt die Polizei mit.

    In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss erwirkt, der am Mittwochabend vollzogen wurde. Dabei stellten die Beamten auch mehrere Spraydosen sicher, die als Tatmittel in Frage kommen könnten. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern noch an.

    Der Beschuldigte, der während der Wohnungsdurchsuchung selbst nicht anwesend war, wurde am Donnerstagmorgen angetroffen und für weitere kriminalpolizeiliche Maßnahmen zur Dienststelle gebracht, teilt die Polizei mit.

    Gibt es einen Zusammenhang mit der Kundgebung Rechtsextremer in Miltenberg?

    Ob es einen Zusammenhang mit der Kundgebung der „Jungen Nationaldemokraten“ in Miltenberg im Jahr 2006 gibt, kann die Polizei nicht ausschließen. „Es gibt aber keine konkreten Hinweise darauf“, sagt Björn Schmitt von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Damals ließ Boom die Kirchenglocken während der Demonstration läuten.

    Später ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Pfarrer Boom wegen Störung einer genehmigten Versammlung. Die NPD hatte ihn angezeigt. Das Verfahren wurde nach öffentlicher Kritik eingestellt.

    Die weiteren Ermittlungen in beiden Fällen werden von der Kripo Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt. Die Kriminalpolizei nimmt dabei nach wie vor auch Hinweise von möglichen Zeugen entgegen.

    Wer im Zusammenhang mit der Sachbeschädigung an der Kirche oder mit dem beschädigten Auto Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. (09 31) 4 57-17 32 zu melden.

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