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    Eibelstadt

    Aktionstag: Azubis packen im Eibelstadter Kindergarten an

    Neue Auszubildende der Firma Wittenstein richten das gepachtete Gartengrundstück des Kindergartens in Eibelstadt her. Foto: Claudia Schuhmann

    Wenn bei der Firma Wittenstein in Harthausen ein neuer Ausbildungsjahrgang ins Berufsleben startet, ist das nicht nur für die jungen Leute selbst aufregend. Auch so manche soziale Einrichtung sieht den ersten Septembertagen mit Spannung entgegen, denn dort absolvieren die Azubis ihren allerersten Einsatz: Bei einem zweitägigen Sozialprojekt unterstützen sie beispielsweise Kindergärten, Pflegeheime oder Spielplätze mit handwerklichen Arbeiten. In diesem Jahr sind auch die Kindergärten in Eibelstadt und Hopferstadt in den Genuss dieser ehrenamtlichen Hilfe gekommen.

    "Eine Mutter, die dort arbeitet, hat den Kontakt zu Wittenstein hergestellt", sagt die Eibelstadter Kindergartenleiterin Sonja Heinze. So konnte sich die Einrichtung bewerben und wurde für das Projekt ausgewählt. Gleich 16 Auszubildende hat die Firma Wittenstein nach Eibelstadt geschickt, denn dort gibt es allerhand zu tun. Ein Gartengrundstück am Wald, das der Kindergarten gepachtet hat, bedurfte dringend einer ordnenden Hand, denn es war gehörig zugewachsen.

    Mit allen Schikanen ist die Freilufttoilette für die Kinder ausgestattet. Foto: Claudia Schuhmann

    Die Kinder halten sich dort auf, wenn Wald- und Naturtage anstehen. Auf der Wiese steht ein Bauwagen, in dem die Dinge aufbewahrt werden, die die Erzieherinnen griffbereit haben wollen. "Den Bauwagen haben wir abgeschliffen und neu gestrichen", sagt Niklas Jörg aus Eßfeld. Der 18-Jährige beginnt ein duales Studium im Maschinenbau und hat sich, wie die anderen Auszubildenden auch, in den anderthalb Tagen richtig ins Zeug gelegt.

    Viel Platz zum Spielen in der Natur

    Nicht nur der Bauwagen wurde aufgefrischt, auch die Zäune rund ums Grundstück wurden instand gesetzt, das hohe Gras gemäht und eine Kompoststelle gebaut. Auf dem Hanggrundstück mit den schönen Zwetschgenbäumen haben die Kindergartenkinder viel Platz, können rennen, sich verstecken und mit der Natur in Berührung kommen. Das ist den Mitarbeiterinnen des Kindergartens wichtig. Und die Kinder selbst freuen sich immer sehr auf diese Naturtage, sagt Sonja Heinze.

    Stolz nehmen die Auszubildenden der Firma Wittenstein fürs Gruppenfoto Aufstellung. Foto: Claudia Schuhmann

    Die besondere Einrichtung auf dem Grundstück: Ein Toilettenhäuschen mit einem Sichtschutz aus Holzbohlen, das aus einer Campingtoilette, einem Wasserkanister zum Händewaschen und sogar einem Klopapierrollenhalter in naturbelassener Holzoptik besteht. Diesen Freiluftlokus haben die Azubis besonders liebevoll gestaltet - inklusive hotelmäßig akkurat gefaltetem Toilettenpapier. Woeö bei der anstrengenden Arbeit auch mal mit Vorsicht zu handhabende Geräte wie die Motorsense zum Einsatz kommen, hat die Stadt Eibelstadt einen Mitarbeiter ihres Bauhofs für den Einsatz abgestellt. Doch  etliche der jungen Leute haben selbst schon Erfahrung mit solchen Tätigkeiten. "Ich habe früher schon mal auf dem Bau geschafft", sagt Pierre Kohls. Der 20-Jährige stammt aus Freigericht bei Hanau und ist für seine Ausbildung nach Bad Mergentheim gezogen. Er lernt bei Wittenstein Technischer Produktdesigner.

    "Dass man untereinander Kontakte knüpft, das ging sehr schnell."
    Pierre Kohls, Auszubildender bei Wittenstein

    "Später werde ich bei der Arbeit hauptsächlich am Schreibtisch sitzen", sagt er und ist deshalb ganz froh um die Gelegenheit, wenigstens am Anfang seiner Ausbildung nochmal richtig zupacken zu können. Die Azubis kannten sich vor ihrem Arbeitseinsatz alle noch nicht. Inzwischen hat sich das geändert. "Dass man untereinander Kontakte knüpft, das ging sehr schnell", sagt Pierre Kohls.

    Eine "Matschküche" wird vor dem Kindergarten aufgebaut. Foto: Claudia Schuhmann

    Einige der Auszubildenden machten sich auf dem Spielplatz des Kindergartens nützlich. Dort haben sie einen Bauwagen im Kleinformat aufgebaut und bemühen sich um eine originalgetreue kleine Küche, in der die Kindergartenkinder mit Matsch "kochen" dürfen. Wie später alles aussehen soll und wer was macht, das besprechen und entscheiden die Azubis untereinander. Der Kindergarten hat lediglich einige grobe Vorgaben gemacht und das Material gestellt. Und, nicht zu vergessen, einen kompetenten "Bauleiter" vor Ort: Hausmeister Alfred Heinisch ist gelernter Schreiner und hatte alles im Griff.

    Auch in Hopferstadt halfen Azubis

    Auch im Kindergarten Hopferstadt waren fünf Azubis tätig. Sie haben die Wand im Spielhof neu gestrichen, heißt es in einer Mitteilung des Marienvereins Hopferstadt. Dort wurden die Kinder in die Aktion mit einbezogen und durften mit ihrem Handabdruck die Blätter eines selbst gemalten Baumes und viele bunte Schmetterlingsflügel gestalten.

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