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    Uengershausen

    Alle für einen und ein Treffpunkt für Alle

    Sie freuen sich über die gelungene Sanierung des Dorfladens Uengershausen: Architekt Herbert Kube, stellvertretender Lan...

    Mit einem zweitägigen Fest feierten die Unegershäuser gleich zwei Anlässe: Das fünfjährige Bestehen und die fast fertige Generalsanierung ihres Dorfladens. "Was einer nicht schafft, schaffen viele." Diesen Leitspruch Wilhelm Raiffeisens stellte Sigrid Kranz, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Dorfladens, an den Anfang ihrer Festrede. Sie dankte den "zahlreichen Ehrenamtlichen, die in bewundernswerter Weise Woche für Woche, manche sogar täglich, zuverlässig und sorgfältig den Dorfladen unterstützen".

    Ohne dieses ehrenamtliche Engagement sei ein solcher Laden nicht überlebensfähig. Deshalb sei auch am Anfang die Sorge groß gewesen, ob sich überhaupt genügend Freiwillige finden. Es fanden sich viele, aber auch die Aufgaben seien sehr vielfältig. "Wir können weiterhin jede Hand gebrauchen", sagte Kranz.

    Einem Mann dankte sie besonders: Siegbert Leicht, der "in unnachahmlicher Weise in der Gründungsphase sein Wissen und Können eingebracht und damit den Dorfladen auf den Weg gebracht und die Richtung vorgegeben hat". Dass diese Richtung stimmt, zeige sich allein daran, dass es den Laden immer noch gibt.

    "Große Unterstützung haben wir in all den Jahren auch durch den Markt Reichenberg, dem Eigentümer dieses Hauses, erfahren", so Kranz weiter. Dies zeige sich aktuell an der gut gelungenen Außenrenovierung des Gebäudes und an der Neugestaltung des Platzes mit den Nebengebäuden. Altbürgermeister Karl Hügelschäffer bezeichnete sie als Vater des Projektes, denn es sei seine Idee gewesen, in dem ehemaligen Raiffeisengebäude einen Laden zur Nahversorgung der Uengershäuser Bevölkerung ein zu richten.

    "Durch die Neugestaltung der Gebäude und des Platzes wurde ein neuer, sehr attraktiver Dorfmittelpunkt, der gleichzeitig auch Treffpunkt ist, geschaffen", betonte Kranz und lobte die Arbeit des Architekten Herbert Kube aus Fuchsstadt sowie der ausführenden Firmen. Immerhin rund 330.000 Euro gibt die Gemeinde Reichenberg für die Komplettsanierung des Ladens, die Neugestaltung des Platzes und die vielseitig nutzbaren Nebengebäude aus. Dafür habe man jetzt einen Dorfmittelpunkt als Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft, der den ohnehin schon guten Zusammenhalt der Uengershäuser noch weiter stärken könne, sagte Bürgermeister Stefan Hemmerich. Sein Dank galt auch den vielen Ehrenamtlichen, die den Dorfladen gegründet und "seitdem mit ganz viel Herzblut, Zeit und Engagement zu dem gemacht haben, was er jetzt ist und immer wieder gemeinsam neue Ideen entwickeln und umsetzen". "Diesen Einsatz schätzen und unterstützen wir als Gemeinde und ich persönlich von ganzem Herzen", sagte Hemmerich.

    Auch das Amt für ländliche Entwicklung in Würzburg (ALE) würdigt das Engagement der Uengershäuser und schießt der Gemeinde 55 Prozent der förderfähigen Kosten (rund 150.000 Euro) zu. Diese Mittel werden aus dem bayerischen Dorferneuerungsprogramm bereitgestellt. Weil der Laden einen hohen sozialen Faktor hat und Treffpunkt für ältere Menschen ist, will das ALE das Projekt zur Stärkung der Dorfgemeinschaft und zur Aufrechterhaltung des Dorflebens unterstützen, sagte Robert Stumpf von der Abteilung Land- und Dorfentwicklung.

    Dies sei auch eines der wichtigsten Ziele der Dorferneuerung, die schon lange kein reines Dorfverschönerungsprogramm mehr sei. "Vielmehr geht es hier um die Unterstützung der Gemeinden, damit diese den Folgeproblemen des ländlichen Strukturwandels und der drohenden Verödung der Dorfkerne entgegenwirken können", sagte Stumpf. Dabei sollen vor allem Bürger an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes und ihrer Heimat mitwirken. Das sei in Uengershausen vorbildlich gelungen. "Wer Heimat sucht, kann diese hier bei Ihnen im Dorf und an dieser Stelle finden", meinte er.

    Die Sanierungsarbeiten am Dorfladen begannen im Oktober 2017. Außenfassade und Dachstuhl wurden gedämmt, sowie das Dach neu eingedeckt. Im Innenbereich sind im Dachgeschoss Büroräume für den Laden und ein Bereich für die Agenda21-Gruppe entstanden. Nun müssen noch die sanitären Anlagen und die Heizung erneuert werden.

    Zur Einweihung des frisch sanierten Dorfladens waren auch zahlreiche Ehrengäste gekommen, unter anderem der Landtagsabgeordnete Volkmar Halblaib (SPD) und der stellvertretende Landrat Armin Amrehn sowie viele Gemeinderäte. Sigrid Kranz appellierte an die Festgäste, den Dorfladen entweder durch eine zweckgebundene Spende oder besser noch durch den täglichen Einkauf zu unterstützen: "Wenn wir wollen, dass es den Laden morgen noch gibt, müssen wir heute dort einkaufen." Ferner dankte sie den Uengershäuser Musikvereinen für den musikalischen Rahmen des Festes sowie allen Ortsvereinen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

    In vier Monaten intensivster Arbeit und rund 2000 freiwilligen Stunden haben engagierte Uengershäuser aus der ehemaligen VR-Bank ein kleines Schmuckstück gezaubert. Im Juli 2013 wurde eröffnet. Seitdem sorgen rund 35 Personen, vor allem Frauen, tagtäglich ehrenamtlich für den reibungslosen Ablauf des Geschäftes: Regale einräumen, kehren, putzen, spülen und verkaufen.
    Zwischen 1200 und 1400 Artikel findet der Kunde im Dorfladen Uengershausen, ein Vollsortiment mit allem, was man zum täglichen Leben braucht. Frisches Obst und Gemüse genauso wie Getränke, Grillkohle, Schreibwaren und Zeitschriften. Und täglich frisches Brot und Brötchen. Auf regionale Anbieter wird sehr viel Wert gelegt. Die Marktgemeinde Reichenberg stellt das Gebäude mietfrei zur Verfügung.

    Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 12.30 Uhr, Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag von 7 bis 12 Uhr. Weitere Infos unter www.dorfladen-uengershausen.de.

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