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    Versbach

    "Alles handgemacht" bei den Läushämmeln

    Schautanz der Jugend: Als kleine Biber verkleidet, zeigte die bunte Truppe, warum sie unterfränkischer Meister 2018 im Schautanz geworden ist. Foto: Daniel Peter

    Was für eine verbindende und kreative Kraft die Faschingsgesellschaft Versbach hat, demonstrierte sie wieder einmal bei ihrer ersten Gala-Prunksitzung der Session. Beste Stimmung herrschte in der Pleichachtalhalle, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Dafür sorgten in erster Reihe auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt und sein Stellvertreter Adolf Bauer mit ihren Frauen.

    „Bei uns ist alles noch handgemacht“, verkündete mit vollem Stolz Sitzungspräsident Steffen Spanheimer und trat gleich den Beweis an: Beim Einzug des Elferrates, ganz in Weiß, mimte er den Schlagersänger, musikalisch auf bestes Niveau gebracht durch Ann-Karin Wendel - eine wirklich runde Sache zum Auftakt.

    Chaos in faschingsverrückter Familie

    Unter den Gästen: Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Eva-Maria Bast. Foto: Daniel Peter

    Die vielen Gäste mitsamt den "Dallelaggern" aus Estenfeld als Gastgesellschaft begrüßte fein gereimt der Läushämmel Luca I. aus der obernärrischen Familie Nagengast. Was aus so einem Läushämmel werden kann, zeigten später einige seiner Vorgänger in der Bütt. Den Auftakt machte Lukas Voigt, dessen Opa die Symbolfigur der "Vaschbocher Narren" vor einigen Jahres ins Leben gerufen hatte. An diesem Abend war Lukas der Pechvogel, bei dem alles schief ging – nur sein Vortrag nicht. Beifall.

    Stark aufgestellt sind die Versbacher bei ihren Garden. Den flotten Auftakt machte diesmal die Jugendgarde mit ihrem gekonnten Marschtanz. Als Schar kleiner Bauarbeiter trat die Purzelgarde auf die Bühne und baggerte so spät noch am Baggerloch. „Ganz toll gemacht“, lobte der Sitzungspräsident. Und schon stand mit Noel Hemberger der nächste Läushämmel a.d. mit seiner ersten Bütt auf der Bühne. Jung und unverbraucht, dennoch schon vom Fasching angehaucht, berichtete er vom Chaos in seiner faschingsverrückten Familie.

    Natürlich geht so ein Abend nicht ohne Ehrungen vorüber, denn die große ehrenamtliche Arbeit will gewürdigt sein. So überreichten Max Baumgart als Gesellschaftspräsident und Ordenskanzler Jürgen Keidel mit herzlichem Dank die Goldene Garde-Spange an die Trainerin des Junioren-Schautanzes Anna-Lena Schneider, und an Marion Zaschka den Läushämmel in Gold für besondere Verdienste.

    Bewegung in den Saal brachte die Juniorengarde mit ihrem Marschtanz, bevor Elferratssprecher Michael Pfister als „Hermes, der Götterbote“ seinen ersten Auftritt in der Bütt hatte. Da bekam das staatliche Bauamt eine schöne Watschen wegen nicht enden wollender Straßensperrung nach Rimpar, und auch die Stadt durfte ihr Päckchen entgegennehmen für den ewig langen Bau der neuen Sporthalle in Versbach und ihr ständiges Hin und Her am Faulhaberplatz in Würzburg.

    Kleine Bauarbeiter: Die Purzelgarde baggerte am Baggerloch. Foto: Daniel Peter

    Mitreißend war der schon akrobatische Auftritt der Solotänzerinnen Helena Preuß, Lena Lucht und Fiona Lutz. Leider konnte Elea König wegen einer Verletzung nur zusehen. Und schon hatte mit Valentin Kuhn der nächste ehemalige Läushämmel seinen Auftritt, der über den Stress bei seinen Weihnachtseinkäufen berichtete. Dann ging es mit dem Schautanz der Jugend in die Pause. Als kleine Biber verkleidet, zeigte die bunte Truppe, warum sie unterfränkischer Meister 2018 im Schautanz geworden ist. „Das war spitze“, schwärmte der Sitzungspräsident, und der lange Beifall im Saal gab ihm recht.

    Nicht wegzudenken ist in Versbach der Tanz „Steireman“, bei dem der ganze Saal auf den Beinen war. Da nahm die Juniorengarde die Gäste mit auf ein Abenteuer: „Was machen Statuen nachts im Park?" - eine fantastische Show. „Ihr habe Vereinsgeschichte geschrieben, weil ihr euch erstmals für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert“, lobte der Sitzungspräsident.

    Großes ehrenamtliches Engagement

    Wer alles hinter solchen Erfolgen steckt, zeigte der Aufmarsch der 20 Trainerinnen und einem Trainer, angeführt von Cheftrainerin Melanie Marx. „Wir sind alle sehr stolz, dass ihr diese Jugendarbeit macht“, würdigte Spanheimer das große ehrenamtliche Engagement. Mit ihrem Marschtanz zeigte dann „der ganz große Stolz des Vereins“, die Elferratsgarde, was dabei herauskommt. Stehender Applaus für den Marschtanz des amtierenden unterfränkischen Vizemeisters.

    Stark aufgestellt sind die Versbacher bei ihren Garden. Foto: Daniel Peter

    Viel Spaß verbreitete bei ihrem ersten Auftritt Jenny Pfarr. Als erste äthiopisch-fränkische Faschingsprinzessin zeigte sie auch schwarzen Humor: „Mama hat immer gesagt, Traumprinzen findet man an jeder Ecke. Dann hab’ ich gemerkt, dass die Erde rund ist.“

    Nach dem Marsch- und Schautanz der Estenfelder Garde gab es wieder handgemachte Gaudi aus Versbach mit dem lachhaften Auftritt von „Die Schöne und das Biest“ beim Urlaub in Italien. Beifall für Elferrat Thomas Klein, das Biest Marion Zaschka, den Stellvertretenden Sitzungspräsidenten Jo Hofmann, Klaus Zaschka und Ulla Esley. Einen großartigen Auftritt hatte nach ihrem Verletzungspech im vergangenen Jahr die Solotänzerin Madeleine Stadelmann, gemeinsam mit Lara Haßmüller und Dana Wolf, die neu in Versbach ist. Als „die zwei von der Baustelle“ traten Elferrat Simon Altmeier und Stefan „Gigi“ Hemberger als Blondine auf die Bühne und klopften bei ihrem komischen Auftritt natürlich mehr Sprüche als Steine.

    "Herzblatt" zum Abschluss

    Dann, nach über fünf Stunden Programm, das grandiose Finale, zunächst mit der Elferratsgarde und ihrem Schautanz „R(h)eingefallen“. 47 Tänzerinnen und Tänzer setzten die verführerische Loreley und mystische Sirenen in Szene und zeigten, warum die Garde unterfränkischer Meister ist und ganz vorne bei der Deutschen Meisterschaft mit dabei war.

    Auch die "Wilden Muttis" hatten sich ins Publikum gemischt. Foto: Daniel Peter

    Zum Abschluss dann das „Herzblatt“. Wie seit nunmehr 30 Jahren schlüpften auch diesmal wieder Männer in tolle Kostüme und brachten „völlig losgelöst von der Erde“ den Saal mit Hits vom „kleinen grüner Kaktus“ bis zur unvermeidlichen „Cordula Grün“ zum Toben.

    Vaschboch helau. Die nächste Prunksitzung ist bereits ausverkauft.

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