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    Würzburg

    Alltagshelden: Wie eine Krankenschwester die Coronakrise erlebt

    Sie sind Helden des Alltags: In einer Serie stellen wir Menschen vor, die das öffentliche Leben noch aufrecht erhalten. Heute: Krankenschwester Isabell Föhl.
    Trotz der aktuellen Situation kann Isabell Föhl ab und zu noch lachen: Sie ist Krankenschwester in der Universitätsklinik Würzburg.
    Trotz der aktuellen Situation kann Isabell Föhl ab und zu noch lachen: Sie ist Krankenschwester in der Universitätsklinik Würzburg. Foto: Föhl

    Es sind Menschen wie Isabell Föhl aus Würzburg, die mehr denn je dafür sorgen, dass die Corona-Krise nicht zu einer noch größeren Katastrophe wird. Sie ist Krankenschwester im Universitätsklinikum Würzburg. Arbeiten unter Hochdruck ist sie gewohnt. Denn sie und ihre Kollegen kümmern sich Tag und Nacht um die Patienten – egal, ob es vier Uhr morgens oder ein Uhr nachts ist. All das ist für sie normaler Alltag. Mit dem Ausbruch des Coronavirus' in der Region ist ihre Arbeit aber noch herausfordernder geworden.

    Jeden Tag in Rufbereitschaft

    "Eigentlich haben wir es immer ein bisschen vor uns weggeschoben", erinnert sich die 29-Jährige an die ersten internationalen Meldungen über Infizierte. Zudem arbeitet sie in der Neurochirurgie. Dort werden normalerweise Schädel-, Gehirn- oder beispielsweise auch Rückenmarksverletzungen behandelt. Virenerkrankungen stehen dort eigentlich nicht auf der Tagesordnung. Doch die Krankenschwester, die seit acht Jahren in dem Beruf arbeitet, muss jeden Tag damit rechnen, auch in anderen Stationen auszuhelfen. Auch das belastet. "Überall sind ja die Abläufe anders", sagt sie mit besorgter Stimme.

    "Die Menschen denken leider mehr und mehr nur an sich."
    Isabell Föhl, über Diebstähle in der Uni

    Sorge hat sie aber auch wegen einer anderen Sache: Schutzausrüstung, die für das Personal extrem wichtig ist, wird zur Mangelware. So sei schon Desinfektionsmittel geklaut und gegen Wasser ausgetauscht worden. "Die Menschen denken leider mehr und mehr nur an sich", ärgert sich Föhl.

    Föhl ist seit acht Jahren Krankenschwester. So etwas wie die Coronakrise hat sie noch nie erlebt.
    Föhl ist seit acht Jahren Krankenschwester. So etwas wie die Coronakrise hat sie noch nie erlebt. Foto: Föhl

    Bei all der Belastung sei es aber schön zu sehen, wie die Kollegen noch stärker zusammenhalten. "Weil sich alle Gedanken darüber machen, wie es weitergeht." Und auch die Dankbarkeit von Patienten für die Arbeit der Schwestern fällt ihr auf. Deswegen antwortet die Würzburgerin auf die Frage, ob ihr die Arbeit noch Spaß macht, mit einem "Ja" – und hofft täglich nach Feierabend, dass sich die Lage bald entspannt.

    In unserer neuen Serie "Alltagshelden" stellen wir regelmäßig Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Coronakrise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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