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    Geroldshausen

    Als erster gratulierte Vater Heinz

    Strahlender Wahlsieger Gunther Ehrhardt. Mit Freude gratulierte Amtsvorgänger Josef Schäfer. Mitbewerber Armin Gardill (rechts) zeigte sich als fairer Verlierer. Foto: Christian Ammon

    Als das Ergebnis am Sonntagabend kurz nach 18.30 Uhr feststand, war die Freude groß: Mit Gunther Ehrhardt stand nach zügiger Auszählung der Stimmen aus den beiden Wahllokalen der neu gewählte Bürgermeister der Gemeinde Geroldshausen fest.

    Und das mit einem komfortablen Vorsprung für den Kandidaten der Unabhängigen Wählergemeinschaft - am Ende waren es 123 Stimmen bei insgesamt 723 Wählern. Vater Heinz, der selbst nie ein politisches Mandat angestrebt hatte, ließ es sich nicht nehmen, seinem Sohn für den Erfolg als erster zu gratulieren. Überglücklich auch Ehefrau Monika, die ihren Mann, um ihm Mut zu machen, noch kurz vor der Ergebnisbekanntgabe fest in den Arm genommen hatte.

    Zu den ersten Gratulanten gehörte der langjährige Amtsinhaber Josef Schäfer, der im Wahlkampf keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass er sich den Wirtschaftsinformatiker als geeigneten Nachfolger wünscht. Herzliche Worte gab es vom Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim, zu der Geroldshausen gehört, Björn Jungbauer: Er hätte sich beide Kandidaten als Bürgermeister vorstellen können, freute sich nun aber ohne Einschränkung über den Erfolg "vom Gunther": "Ich bin mir sicher, dass wir gut und erfolgreich miteinander zusammenarbeiten werden."

    Noch am Wahlabend bestätigte Ehrhardt per Unterschrift auf einem Dokument der Wahlleiterin, dass er die Wahl annimmt. Damit steht fest, dass Geroldshausen nach 17 Jahren Amtszeit von Josef Schäfer offiziell ab dem 3. April ein neues Gesicht an der Spitze der Gemeinde hat.

    Interessant ist ein genauerer Blick auf das Ergebnis: Es fällt auf, dass Ehrhardt im Ortsteil Moos lediglich 19 Wähler von sich überzeugen konnte: "Die Mooser halten zusammen", erklärt Ehrhardt. Auf der einen Seite sei dies schade, auf der anderen zeige dies das weiterhin lebendige Gemeinschaftsgefühl im Ortsteil.

    Auch 40 Jahre nach der Eingemeindung sei der alte Gegensatz zwischen katholischem Moos und evangelischem Geroldshausen zu spüren. Für Ehrhardt blieb vor diesem Hintergrund wenig Spielraum gegenüber dem gut vernetzten Mooser Bürgermeisterkandidaten Armin Gardill. Es gab sogar Stimmen in Moos, die ihm den Wahlsieg zutrauten: Die Einrichtung des Geroldshäuser Dorfladens ging nicht zuletzt entscheidend auch auf seine Initiative zurück. Am Ende waren es immerhin 86 Geroldshäuser, die sich für den Bewerber aus dem anderen Ortsteil entschieden.

    Ehrhardt möchte dennoch als Ortsoberhaupt beider Ortsteile gesehen werden. Für die Mooser Anliegen werde er nun "erst recht" stets ein offenes Ohr haben: "Gemeinsam können wir viel erreichen", ist er sich sicher. Noch am Wahlabend war von beiden Gegnern zu spüren, dass sie - obwohl Jubel und Enttäuschung so nahe beieinander lagen - gut miteinander können und sich auch weiterhin mit vereinten Kräften für den Ort einsetzen wollen. Er habe "Respekt für Armin", so der Wahlsieger. Als es eine Panne bei der Genehmigung des Neubaus des Gerätehauses der Mooser Feuerwehr gab, habe er darauf verzichtet, das Thema im Wahlkampf auszuschlachten.

    Gefeiert wurde am Sonntag im Sportheim. Spätestens am gestrigen Abend war jedoch die ausgelassene Stimmung vorbei: Im Gemeinderat ging es wieder um Sacharbeit. Dort ging es um den Kindergarten, ein für Geroldshausen nicht ganz einfaches Thema: Schon ab September ist voraussichtlich eine weitere Krippengruppe nötig. Bis Räume zur Verfügung stehen, muss eine Kindergarten-Gruppe ins katholische Pfarrheim umziehen.

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