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    PROSSELSHEIM

    Alte Bilder, Alltagsartikel und Trachten

    Legten sich für eine Ausstellung im Rathaussaal über frühere Landleben ins Zeug, entspannten aber auch bei einer Kaffeep... Foto: Rainer Weis

    Um das Interesse der Bürger sowohl an der Landesgartenschau als auch an der Arbeit des Teams Würzburger Norden – Mehr als Kraut und Rüben – stetig vor Augen zu halten, hat das Begleitbüro Ulrike und Jens Lilienbecker sich mehrere Aktionen ausgedacht. So eine auffällige Plakat-Werbung mit den Slogan „Der Traktor Konni lädt im Landesgartenschaujahr 2018 ein“. Auf dem Plakat ist ein wohlgeformter roter Traktor mit Brille auf grüner Flur zu sehen.

    Des weiteren hatte das Büro Lilienbecker Bürger der beteiligten zehn Gemeinden aufgerufen, aus ihrer dörflichen Gemeinschaft das Besondere zu benennen und herauszustellen. Diese so zusammen getragenen Aktionen wollte man dann im jeweiligen Ort zeigen.

    Das Team aus der Gemeinde Prosselsheim mit Bürgermeisterin Birgit Börger schlugen in Anlehnung der letztjährigen 1275- Feier eine Ausstellung zum ländlichen Leben im historischen Rathaus vor. Unter der Federführung von Ulrike Frankenberger und Edith Stark wurde die Aktion geplant. Denn man wollte nicht nur Trachten ausstellen, sondern die ganze Breite des früheren bäuerlichen Landlebens zeigen.

    Also wurden neben schönen Trachten der reichen Bäuerinnen mit Bändern, Schürzen und Hauben auch das „Darunter“ wie Unterhosen und Unterhemden gezeigt. Bei der Erklärung war bei den Besuchern so manches Kopfschütteln zu beobachten. Die Frauen trugen unter ihren weiten langen Röcken Unterwäsche mit einer Öffnung im Schritt, sodass ein Toilettengeschäft schnell abgehalten werden konnte. Bei den Männern gab es in diesem Bereich eine praktische durchgehende„Klappe“, die nach hinten geöffnet werden konnte.

    Außerdem wurde ein kompletter Schulraum mit Schulbank, Landkarten und Büchern gezeigt. Das besondere waren die Schulhefte mit Eintragungen in altdeutscher Schrift. So manch ein jüngerer Besucher unternahm den Versuch, diese Schrift zu lesen, was oft nicht gelang. Aber da gab es die älteren Herrschaften wie Renate Endres oder Hanni Eberth, die in originaler Tracht halfen, so manches Gedicht oder Kochrezept zu übersetzen.

    Daneben gab es auch die Ausstellung „Waschtag“ mit Wäschestampfer, Rubbelbrett und einer langen Leine, an der die Wäsche zum Trocknen hing. Auch ein Tisch mit altem, stilvollem Kaffeeservice sowie viele alte Bilder aus den vergangenen einhundert Jahren fehlten nicht.

    Dabei haben sich Ulrike Frankenberger und Edith Stark besonders ins Zeug gelegt und erklärten detailgetreu, wie wo was benutzt wurde oder wie und warum was getragen wurde. Auch Bürgermeisterin Börger hatte die Tracht ihrer Oma angezogen.

    Edith Stark: „Es ist uns zwar gelungen, viele Dinge für die Ausstellung zusammenzutragen, aber meine große Sorge ist, dass diese schönen alten Gegenstände danach wieder in irgend einem Kämmerlein verschwinden.“ Deshalb fände sie es gut, wenn die Gemeinde einen Raum so herrichten könnte, dass dort eine Dauerausstellung gezeigt werden könne

    Zum Brauchtum und zur Ausstellung gehören auch die „Pfeffernüß“, die nach altem Hausrezept mit Honig gebacken beim Kaffeekränzchen probiert werden konnten. Abgerundet wurde die Aktion Trachtenschau in Prosselsheim auch mit Führungen durch Rathaus und Kirche.

    Bürgermeisterin Birgit Börger war begeistert, wie gut die Aktion angenommen wurde und meinte: „Das zeigt uns deutlich, dass wir auf dem Land auch unsere Geschichte hatten, die wir stolz der nächsten Generation zeigen können“.

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    v.l. Renate Endres, Edith Stark, Ulrike Frankenberger, Alina Frankenberger (13), Hanni Eberth und Bürgermeisterin Birgit Börger

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    02?v.l. Alina Frankenberger (13), Bürgermeisterin Birgit Börger, Renate Endres und Hanni Eberth

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    03?Renate Endres in Tracht am historischen Kaffeetisch

    04?Annegret Kachur in historischer Hauskleidung mit Babypuppe

    05?Bürgermeisterin Birgit Börger in der Tracht ihrer Oma. Mit ihrer Scheese (fränkisch Kinderwagen) in der sie selbst ?einstmals umhergefahren wurde

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