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    WÜRZBURG

    Am Dauer-Leersteher Ämterhochhaus: Es tut sich was

    Soll bald abgerissen werden: Das Nachbargebäude am alten Ämterhochhaus in der Augustinerstraße. Auch dieses steht auf der Abbruchliste, doch noch sind Planungen nicht genehmigt. Foto: Thomas Obermeier

    Es tut sich was am Wahrzeichen des Stillstands: Im und am alten, seit zwölf Jahre leer stehenden Ämterhochhaus in der Augustinerstraße 9 laufen jetzt Vorarbeiten für das, was da kommen soll: Die Besitzer planen das 87 Jahre alte Hochhaus durch einen Nachbau zu ersetzen, mit Anbauten in unmittelbarer Nachbarschaft. An diesem Mittwoch sollen im Bauausschuss erste Weichen gestellt werden: mit der Abbruchgenehmigung für das Nachbargebäude Nummer 11.

    Eine Baugenehmigung hat das Großprojekt indes noch nicht, was Joachim Spatz aber nicht als Problem sieht. Der FDP-Stadtrat ist einer der beiden Geschäftsführer des Bauherrn, der Hans-Löffler-Haus-Augustinerstraße GmbH. „Alles, was wir jetzt bereits machen, ist völlig unabhängig davon, welche Variante dann gebaut wird.“

    Abbruch mit einem Drehkran So sei der baldige Abbruch des Nachbargebäudes – die Zustimmung der Stadträte vorausgesetzt – auch ohne Baugenehmigung keinerlei Risiko. Schließlich werde man in jedem Fall dort etwas bauen. Für den Abbruch wird hinter dem Hochhaus-Turm ein Drehkran installiert. Mit dessen Hilfe und unter anderem dem Einsatz von Robotern soll der Rückbau erfolgen – „möglichst staub- und lärmreduziert“, verspricht Spatz. Durch den Kran-Standort im Innenbereich werde der Straßenbahn-Verkehr nicht beeinträchtigt.

    Mitte August soll der Abbruch des Hauses beginnen und etwa sechs Wochen dauern. Danach durchforsten Archäologen den Untergrund. Am Hochhaus selbst passiert noch nichts – zumindest nichts Bauliches. Laut Spatz habe man das ehemalige Ämtergebäude mittlerweile ausgeräumt und von Gefahr-, Schad- und Störstoffen befreit. Der Asbestanteil sei sehr hoch gewesen.

    Im April 2005 war das 33 Meter hohe Baudenkmal der Neuen Sachlichkeit – es ist Würzburgs erstes Hochhaus – aufgrund „irreparabler Schäden an der Tragwerkkonstruktion“ mehr oder minder blitzartig geräumt worden. Danach scheiterten ein geplanter Neubau sowie eine neue vorgesehene Sanierung des Altbaus.

    Der Fahrplan beim Großprojekt

    Zum Stand des geplanten Neubau-Projektes will Stadtbaurat Christian Baumgart an diesem Mittwoch die Stadträte im Bauausschuss informieren. Mit-Investor Joachim Spatz gab im Gespräch mit der Redaktion schon mal einen kleinen Ausblick. So habe man den ursprünglichen Entwurf für das neue Hochhaus und die Nachbarbauten überarbeitet. Er spricht von einer „abgespeckten Variante“ und einem Kompromiss, „mit dem alle leben können“.

    Den ersten Entwurf hatte die Kommission für Stadtbild und Architektur (KOSA) – ein Gremium aus Fachleuten und Stadträten unter Vorsitz von OB Christian Schuchardt – in ihrer Sitzung im März wegen der teils massiven Bebauung stark kritisiert.

    Der geplante Abriss des maroden Hochhauses und der Ersatz durch einen Neubau im gleichen Stil war dabei weniger ein Knackpunkt. Vielmehr störten sich die Architekturexperten an den zu üppigen und zu hohen An- und Nachbarbauten – nicht zuletzt an der Rückseite des dann neuen Turms. Dadurch werde dessen „Alleinstellungsmerkmal“ gefährdet.

    Diese Kritikpunkte habe man in einem neuen Entwurf ausgeräumt, betont Spatz. Die Anbauten sollen allesamt nicht höher werden als Nachbarhaus Nummer 7 („Die Murmel“). Das neue Hochhaus und der Nachfolgebau der benachbarten Nummer 11, die jetzt abgerissen werden soll, sind äußerlich getrennt, sollen im Inneren aber eine Einheit bilden.

    Experten-Urteil nicht mehr gefragt

    Wie geht's weiter? Nach Information von Spatz ist der nächste Schritt die Aufstellung eines Vorhaben- und Erschließungsplanes für das Projekt, dem dann der Bauantrag folgt. Nach seiner Aussage muss die neue Planung nicht mehr von der Stadtbildkommission beurteilt werden, man habe die geforderten Kriterien und Auflagen erfüllt.

    Auch im offiziellen Protokoll zur damaligen KOSA-Sitzung heißt es: „Bei Beachtung der Firsthöhen der Anbausituation zur Augustinerstraße ist von einer Wiedervorlage abzusehen.“ Beobachter der Sitzung haben das etwas anders in Erinnerung: Nämlich, dass man sich einig gewesen sei, ein solch städtebaulich bedeutsames Projekt noch einmal von den Städtebau- und Architekturexperten prüfen zu lassen.

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