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    Würzburg

    An welche Ereignisse sich Würzburg im Jahr 2020 erinnert

    Ohne Frage ist der 75. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 der zentrale Gedenktag im neuen Jahr. Eine Zusammenstellung, was sonst noch erinnernswert ist.
    Ein Bild des Grauens bot Würzburg nach der Bombennacht des 16. März 1945. Der 75. Jahrestag der Zerstörung ist der zentrale Gedenktag im Jahr 2020.
    Ein Bild des Grauens bot Würzburg nach der Bombennacht des 16. März 1945. Der 75. Jahrestag der Zerstörung ist der zentrale Gedenktag im Jahr 2020. Foto: Walter Röder

    Der 75. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945, der 125. Jahrestag der Entdeckung der Röntgenstrahlen in Würzburg am 8. November 1895 sowie das 175. Geburtstagsjubiläum ihres Entdeckers am 27. März – diese drei Jahrestage finden im kommenden Jahr in Würzburg besondere Beachtung. Hinzu kommen zwei Daten, die mit der Residenz zu tun haben. Für Würzburgs Prachtbau wurde vor 300 Jahren, am 22. Mai 1720, der Grundstein gelegt. Und der Todestag von Giovanni Battista Tiepolo, der mit seinem gigantischen Deckengemälde im Treppenhaus der Residenz maßgeblich dazu beitrug, dass sie zum Weltkulturerbe wurde, jährt sich am 27. März zum 250. Mal. 

    Zentrales Erinnerungsdatum ist im kommenden Jahr der 16. März, wenn in Würzburg daran erinnert wird, dass die Stadt vor einem Dreivierteljahrhundert bei einem nächtlichen Bombenangriff kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche gelegt wurde. Zur zentralen Gedenkveranstaltung hat auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sein Kommen in Aussicht gestellt. Auch das doppelte-Röntgenjubiläum wird mit Ausstellungen, Tagungen, Vorträgen und vielem mehr seinen öffentlichen Widerhall finden ebenso wie die Grundsteinlegung für die Residenz, für die eine komplette Festwoche vom 18. bis 24. Mai eingeplant ist. Zum 250. Todestag von Giovanni Battista Tiepolo am 27. März plant das Martin-von-Wagner-Museum der Universität eine Ausstellung mit Arbeiten aus eigenen Beständen sowie ein dreitägiges wissenschaftliches Symposium. 

    Was in Würzburg im nächsten Jahr sonst noch erinnerungswürdig ist, zeigt die folgende Zusammenstellung. 

    Februar

    Vor 30 Jahren wurde am 5. Februar 1990 mit dem Bau der mainüberspannenden Brücke der Deutschen Einheit begonnen. Am 15. Februar 1950 wurde das "Städtische Theater am Wittelsbacher Platz" eröffnet. Es wurde in der Turnhalle der Lehrerbildungsanstalt eingerichtet, weil das Theatergebäude in der Stadt am 16.März 1945 zerstört wurde. Vor 40 Jahren wurden die Huttensäle gegenüber vom Sanderrasen geschlossen. Dort fanden die großen und festlichen Würzburger Tanzveranstaltungen statt, hier gastierten Schlagerstars und klassische Sänger(innen), es fanden Modeschauen statt und vieles mehr, kurzum: Hier war Platz für Unterhaltung aller Art. Auch berühmte Rockbands wie Deep Purple traten hier auf.  

    Die Pracht der frühen 60er Jahre: Auch für internationale Tanzturniere boten die Hutten-Säle, die vor 40 Jahren geschlossen wurden, das geeignete Ambiente.
    Die Pracht der frühen 60er Jahre: Auch für internationale Tanzturniere boten die Hutten-Säle, die vor 40 Jahren geschlossen wurden, das geeignete Ambiente. Foto: Röder

    März

    Gleichberechtigung im ÖPNV: Vor 30 Jahren stellte die Würzburger Straßenbahn Gmbh am 1. März 1990 erstmals Bus- und Straßenbahnfahrerinnen ein. Am 18. März 1990 war Oberbürgermeisterwahl in Würzburg und Barbara Stamm von der CSU strebte den Chefsessel im Würzburger Rathaus an. Sie scheiterte schon im ersten Wahlgang. In der Stichwahl am 1. April setzte sich Jürgen Weber, der vor der Wahl die CSU verlassen und die neue Gruppierung Würzburger Liste gegründet hatte, deutlich gegen seinen SPD-Kontrahenten Walter Kolbow durch.

    April

    Am 20. April 1980 wurde in der spanischen Stadt Salamanca der Städtepartnerschaftsvertrag mit Würzburg unterzeichnet. Die Partnerschaft kam später vorübergehend nahezu zum Erliegen, wurde aber vor allem durch die Universität wieder reaktiviert. 

    Der japanische Garten auf dem Gelände der Landesgartenschau 1990, der noch heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger ist.
    Der japanische Garten auf dem Gelände der Landesgartenschau 1990, der noch heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger ist. Foto: Patty Varasano

    Am 27. April 1990 wurde die fünfte bayerische Landesgartenschau unterhalb der Festung Marienberg eröffnet. Sie wurde mit über einer Million Besuchern zu einem riesigen Erfolg und hält immer noch den Besucherrekord der bayerischen Gartenschauen. Auch heute noch ist der Park ein beliebtes Besuchsziel.

    Am 28. April 1990 wurde in der Universitätsklinik eine eigene Abteilung für die Behandlung von Krebserkrankungen bei Kindern eingeweiht. Die "Station Regenbogen" besteht heute noch.

    Mai

    Vor 30 Jahren wurde am 11. Mai 1990 das Nautiland-Erlebnisbad in der Zellerau eröffnet. Zuvor hatte es teils heftige Debatten gegen das vermeintlich drohende "Bonzenbad" gegeben. Seinen 30. Geburtstag erlebte das alte Nautiland nicht mehr. Nach quälend langen Diskussionen wurde es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der kürzlich eröffnet wurde.

    Juni

    Seinen 60. Geburtstag kann der Berliner Ring feiern, der am 10. Juni 1960 dem Verkehr übergeben wurde. Am 28. Juni vor 100 Jahren kam es in Würzburg aufgrund der schlechten Ernährungslage zu Demonstrationen und Plünderungen. Bei Schießereien am "Würzburger Blutmontag" starben zwei Personen. Ebenfalls am 28. Juni, aber erst vor 40 Jahren, wurde der obere Markt eröffnet.

    Der Berliner Ring wird für Rad- und Autofahrer auch heute noch, 60 Jahre nach seiner Eröffnung, zur Bewährungsprobe.
    Der Berliner Ring wird für Rad- und Autofahrer auch heute noch, 60 Jahre nach seiner Eröffnung, zur Bewährungsprobe. Foto: Patty Varasano

    Juli

    Am 7. Juli 1950 wurde die erste Mainfrankenmesse in Würzburg eröffnet. Hohen Besuch konnte Würzburg vor 40 Jahren empfangen. Am 9. Juli 1980 war der damalige französische Staatspräsident Valery Giscard D'Estaign zu Gast.

    August

    Am 31. August 1990 eröffnete die Diözese Würzburg das Marmelsteiner Kabinett, das sich speziell der religiösen Kunst Frankens widmete. Es ist jedoch bereits seit einigen Jahren wieder geschlossen.

    September

    Ein wichtiges Datum für den Würzburger Verkehr war der 7. September 1970, denn vor 50 Jahren wurde der Europastern für den Verkehr freigegeben. 

    Oktober

    Vor 30 Jahren, am 11. Oktober 1990, wurde das Fürstenbaumuseum auf der Festung Marienberg eröffnet. Und vor 20 Jahren, am 28. Oktober 2000, ehrte die Stadt den in Würzburg geborenen jüdischen Komponisten Norbert Glanzberg mit dem städtischen Kulturpreis. Inzwischen ist im neuen Stadtteil Hubland auch eine Straße nach ihm benannt. 50 Jahre ist es her, dass sich am 31. Oktober 1970 die rechtsextreme "Aktion Widerstand" in der Frankenhalle gründete. 3000 Rechtsextreme kamen damals aus ganz Deutschland nach Würzburg.  

    Voll besetzt war die Frankenhalle bei der Gründungsversammlung der rechtsextremistischen 'Aktion Widerstand' vor 50 Jahren.
    Voll besetzt war die Frankenhalle bei der Gründungsversammlung der rechtsextremistischen "Aktion Widerstand" vor 50 Jahren. Foto: unbekannt

    November

    Am 4. November 2010 wurde im ehemaligen Mozartgymnasium das Programmkino Central eröffnet. Seinen zehnten Geburtstag kann es an seinem neuen Standort im Bürgerbräu-Kulturareal feiern. Vor 90 Jahren gastierte am 19. November 1930 die jüdische Theatergruppe "Habima" im Würzburger Theater. Im Anschluss daran kam es zu schweren antisemitischen Ausschreitungen. Der damalige Oberbürgermeister Hans Löffler verurteilte am nächsten Tag die Gewalttaten.

    Dezember

    Weil die Friedensbrücke mehrere Jahre lang saniert werden musste, benötigte Würzburg eine weitere Mainbrücke. Am 17. Dezember 1990 wurde der Grundstein für die "Brücke der Deutschen Einheit" gelegt. Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich jedoch die Bezeichnung Talaverabrücke durchgesetzt. 

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