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    Würzburg

    Anton Ruland: Wie ein Unibibliothekar zu Berühmtheit gelangte

    Markus Grimm beleuchtet in seiner Solo-Performance den Theologen Anton Ruland (1809–74), der unter anderem in wechselvollen Zeiten die Würzburger Universitätsbibliothek geleitet hat. Foto: Nico Kurmas

    Die Würzburger Universitätsbibliothek feiert ihr 400-jähriges Bestehen. Und über Bücher und Benutzer wachte im 19. Jahrhundert während wechselvoller Zeiten ein energischer Geist: Anton Ruland (1809 – 1874), der erste hauptberufliche Universitätsbibliothekar Deutschlands. Doch wer genau war dieser Mann? Was hat ihn angetrieben? Zum 400-jährigen Bestehen der Würzburger Unibibliothek beleuchtet dies der Würzburger Darsteller und Autor Markus Grimm in seiner Solo-Performance "Ruland Rulez!" am 20. Oktober im Foyer der Neubaukirche.

    Markus Grimm ist ausgebildeter Theologe, doch nach Beenden seiner Unilaufbahn hat er sein Hobby zum Beruf gemacht: das Schauspielern. Seit 2003 ist er unter anderem als Solodarsteller unterwegs, schreibt selbst Stücke und ist seit Juni dieses Jahres Stadtschreiber in Sommerhausen. "Ich schreibe und spiele gerne regionalhistorische Sachen", erzählt der 51-Jährige. So sei man auch bei der Leitung der Universitätsbibliothek auf ihn gekommen.

    Ruland, ein "Kraftpaket aus Eigensinn"

    Anton Ruland war der erste hauptberufliche Universitätsbibliothekar in Deutschland. Außerdem war er katholischer Priester, Politiker und Mitglied der Kammer der Abgeordneten im Bayerischen Landtag. Grimm wird in seiner Performance in die Rolle Rulands schlüpfen. Ob es gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden gibt? "Nein, zum Glück nicht", Markus Grimm lacht. "So toll man finden muss, was er für die Unibib gemacht hat, so schwierig war er glaube ich persönlich." Die Leitung der Würzburger Unibibliothek beschreibt Ruland als "Kraftpaket aus Eigensinn, Willenskraft und persönlichen Überzeugungen". Als "begnadeten Prediger, feurigen Rhetoriker, Vielschreiber mit spitzer Feder, bibliophilen Fachmann, anerkannten Historiker und konservativen fränkischen Patriot."

    Über die Geschichte der Unibib und ihrem ersten hauptberuflichen Bibliothekar

    Etwa ein dreiviertel Jahr hat Grimm von der Ideenentwicklung bis zur Umsetzung des Stücks gebraucht. Die Besucher können sich auf die Geschichte der Universitätsbibliothek sowie Ruland und seine Biographie freuen. "Es geht um wechselvolle Zeiten, um Ruland und wie er zur Bibliothek gekommen ist", erzählt Grimm. "Was er daraus gemacht hat, was seine Vorstellungen, seine Wünsche und Ziele waren." Es wird erzählt von Kriegen, über die katholische Restauration, bis hin zu jeder Menge skurriler Aspekte. Dabei sei Grimm immer wichtig, dass die Figur nicht einfach in ihrer Zeit existiert, sondern auch in die Gegenwart spricht. "Ruland war einfach eine interessante Persönlichkeit."

    Zu sehen ist die Performance am 20. Oktober um 17 Uhr im Foyer der Neubaukirche in Würzburg. Im Anschluss an die Veranstaltung sind alle Besucher zu einem Sektempfang eingeladen.

    Eintrittskarten zum Preis von 16 Euro (ermäßigt 12 Euro) gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf in der Tourist-Information im Falkenhaus sowie im Sekretariat der Universitätsbibliothek: sekretariat@bibliothek.uni-wuerzburg.de; Tel.: (0931) 31 85943. Öffnungszeiten Sekretariat: Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 16 Uhr; Freitag von 8.30 Uhr bis 14 Uhr. 

    Programm 400 Jahre Universitätsbibliothek
    Das weitere Programm zum Jubiläum der Universitätsbibliothek mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen ist auf der Webseite www.bibliothek.uni-wuerzburg.de/400 einsehbar oder als PDF-Datei aufrufbar unter go.uniwue.de/ub400programm.

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