• aktualisiert:

    Aub

    Apothekerbrückchen in Aub seiner Bestimmung übergeben

    Symbolische Freigabe des Fußgängerstegs (von links) 3. Bürgermeister Michael Neckermann, Lioba Kinzinger, Roman Menth und Karlheinz Krieger, Ingenieur Jürgen Bauer vom Ingenieurbüro "Plan 2O", Städtebauplaner Franz Ulrich, Bürgermeister Robert Melber, Daniela Kircher, die verantwortliche Sachbearbeiterin der Städtebauförderung, Konrad Hummel von der Baufirma "Konrad Bau", Margit Schreiber und Dietmar Schmidt vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Aub. Foto: Alfred Gehring

    Mit "großem Aufgebot" wurde in Aub der Fußgängersteg am Sportplatz, die umgangssprachlich "Apothekerbrückchen" genannte Fußgängerbrücke freigegeben. Bürgermeister Robert Melber hatte Behördenleiter, Planer, Ingenieure, Zuschussgeber, die Mitglieder des Stadtrates, des Bauamtes der Verwaltungsgemeinschaft, die Bauhofmitarbeiter und nicht zuletzt die Bevölkerung eingeladen, um bei der Verkehrsfreigabe dabei zu sein.

    Es war aber auch ein langer Werdegang, bis der Fußgängersteg neu errichtet wurde. Bereits vor fünfzehn Jahren, als das Seniorenheim noch im Gollachtal residierte, wurde ein barrierefreier Gollachübergang an dieser Stelle diskutiert, für gut befunden und doch immer wieder verschoben.

    Behelfsbrücke für Fußgänger

    Wie Bürgermeister Robert Melber zu berichten wusste, wurde es mit dem Steg so richtig ernst, als das staatliche Straßenbauamt den Neubau der Gollachbrücke ankündigte. Für die Zeit, in der die Brücke nicht zur Verfügung stehen würde, wollte das Straßenbauamt eine Behelfsbrücke für Fußgänger errichten.

    Warum nicht das nur wenige hundert Meter entfernte Apothekerbrückchen neu bauen und das Geld, das die Behelfsbrücke kosten würde, dort investieren? Im Gespräch war eine Summe von rund 25 000 Euro. Die Straßenbaubehörde erklärte sich bereit, den Anteil zum Neubau dazuzugeben unter der Voraussetzung, dass der Fußgängersteg fertig sein würde, sobald er benötigt würde.

    Bis auf einige Restarbeiten war die Brücke rechtzeitig fertig. Der hölzerne Handlauf fehlte noch, die Sträucher rund um die Brücke sollten erst im Herbst gepflanzt werde aus Sorge vor sommerlicher Trockenheit. Nicht nur ein Fußgängersteg wurde dabei neu gebaut sondern das gesamte Umfeld neu gestaltet. Dafür wurde das Projekt aber auch erheblich teurer als vorgesehen.

    Kosten höher als geplant

    Lagen die Kostenschätzungen noch bei 110 000 Euro, so zeigte die Ausschreibung der Bauarbeiten, dass dieser Betrag nicht realistisch war. Das kostengünstigste Angebot lag bei 175 000 Euro. Bis alles fertig gestellt war, stiegen die Kosten für den Steg und die Gestaltung des Umfeldes auf 207 000 Euro an. Finanzielle Unterstützung beim Bau der Brücke fand die Stadt Aub nicht nur beim Straßenbauamt, das seinen genannten Anteil dazugab. Auch die Städtebauförderung unterstützte den Neubau mit 112 000 Euro als Teil eines entstehenden Altstadtrundweges.

    Dafür können die Fußgänger jetzt nicht nur den Steg benutzen, von der Bahnhofstraße führt in Kehren eine rollstuhl- und kinderwagengerechte Rampe zum Steg. Mehrere Sitzgelegenheiten auf dem mit Gabionen gestalteten Abgang laden in den sommermonatlichen zur Rast im Schatten der Bäume am Ufer der Gollach ein.  

    Der Städtebauplaner Franz Ulrich wies drauf hin, dass hier nicht nur ein Übergangsbauwerk geplant und errichtet wurde, sondern auch ein Treffpunkt mit der Gelegenheit, sich mit Blick auf die Gollach und den Zuweg hinzusetzen. Für die Gestaltung wurde versucht, schlichtes und einfaches Material zu verwenden.

    Wichtiges Element eines Altstadtrundweges

    Auch Daniela Kircher von der Städtebauförderung sah die Brücke als wichtiges Element eines Altstadtrundweges. Nicht nur auf diesen Steg, sondern auf alle bisher geförderten Projekte können die Stadt Aub und alle Verantwortlichen sehr stolz sein. Seit nunmehr 33 Jahren ist nach ihren Worten in Aub die Städtebauförderung aktiv, in dieser Zeit seien mehr als 4,3 Millionen Euro Fördermittel nach Aub geflossen, aber "eine Sanierung ist eigentlich nie beendet, es geht immer gleich wieder von vorne los," so Kircher.

    Schließlich durchtrennten die Vertreter der zuschussgebenden Behörden, der ausführenden Baufirma, die Planer und Mitarbeiter des Bauamtes symbolisch ein Band und gaben damit den Fußgängersteg dem Verkehr frei.  Der Auber Bürgermeister bedankte sich bei allen Zuschussgebern und der ausführenden Baufirma.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Anmelden