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    WÜRZBURG

    Frühschluss in der Dürrbachau und bei Brose

    IG Metall: Warnstreik bei Brose und Konecranes. Frühschluss für alle Beschäftigten ab 12 Uhr. Foto: Johannes Kiefer

    Nach den Warnstreiks in Bad Brückenau, Volkach und Karlstadt war am Freitag Würzburg dran: Gut 600 Beschäftigte der Firmen Demag Cranes & Components GmbH und Brose sind dem Aufruf der IG Metall gefolgt und sind zwei Stunden früher ins Wochenende gestartet. Dazu kamen zeitgleich etwa 75 Metaller der Firma Baumüller-Nürnberg in Kitzingen.

    Pünktlich um 12 Uhr war Schicht im Schacht in der Dürrbachau: Bei der Demag Cranes & Components GmbH verließen gut 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ausgestattet mit den üblichen Trillerpfeifen und angeführt vom Betriebsratsvorsitzenden Matthias Knöpflein und Gewerkschaftssekretär Norbert Zirnsak – über die Alfred-Nobel-Straße das Betriebsgelände und machten sich zwei Stunden vor Schichtende auf den Nachhauseweg.

    700 Arbeitnehmer gingen früher nach Hause

    „Insgesamt gehen bei unserer Frühschluss-Aktion heute knapp 700 Arbeitnehmer in der Region früher nach Hause“, sagte Zirnsak.

    Es sei an der Zeit für ein vernünftiges Angebot der bayerischen Metall-Arbeitgeber, die bisher zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten haben: „Ein lächerliches Angebot“, so Zirnsak: „Da die Arbeitgeber sich nicht bewegen, bewegen wir uns und gehen vor die Werkstore.“

    Neben sechs Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall auch die Möglichkeit einer auf 28 Stunden verkürzten Wochenarbeitszeit in bestimmten Phasen des Arbeitslebens – zum Beispiel zur Kindererziehung oder zur Pflege von Familienangehörigen und befristet auf zwei Jahre.

    Weitere Warnstreiks und große Kundgebung

    „Die Betriebe fordern von ihren Arbeitnehmern, dass sie flexibel sind und zu den unterschiedlichsten Tageszeiten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wollen sie aber nicht dafür sorgen, dass sie auch flexibel sein können“, betonte der Betriebsratsvorsitzende Matthias Knöpflein. „Nachdem auch die Regierung sich nicht um dieses Thema kümmert, müssen wir als Gewerkschafter es selbst in die Hand nehmen. Wir sind froh, dass fast alle Mitarbeiter der Tagschicht unserem Aufruf zum Frühschluss gefolgt sind.“

    In den Tagen zuvor fanden bereits Warnstreiks bei Unternehmen in Bad Brückenau, Volkach und Karlstadt statt. Am Montag geht es in Marktheidenfeld und Kitzingen weiter. Am kommenden Donnerstag treffen sich die Arbeitnehmer aus den Würzburger Betrieben am Vormittag zu einer Kundgebung mit anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt auf dem Viehmarkt-Parkplatz.

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