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    Zell

    Arbeitskreis Kultur in Zell sucht neue Helfer

    The Jets Revival Band begeisterte mit Welt-Hits der 60er und 70er im Kulturkeller Zell am Main. Foto: Ulrich Tenzer

    Zell blüht seit Jahren kulturell auf. Dahinter steckt viel Herzblut ehrenamtlich aktiver Bürgerinnen und Bürger. Organisiert sind sie im Arbeitskreis Kultur, den es seit 2003 gibt. Doch deren vorderste Köpfe sind bereits 2016 offiziell zurückgetreten, weil für sie die Zeit gekommen war, das Ganze in jüngere Hände zu legen. Da sich bislang keine Nachfolger gefunden haben, stemmen die Verantwortlichen, die mittlerweile zu sechst sind, die Veranstaltungen seither weiter. Spätestens zum 30. Juni nächsten Jahres soll zumindest für einen Teil endgültig Schluss sein.

    Bürgermeisterin Anita Feuerbach hat an diesem Abend zur Jahressitzung des Arbeitskreises Kultur eingeladen. Er ist kein Verein, sondern ein kommunales Konstrukt. Daher muss der Markt Zell stets etwaige Defizite tragen – und zudem die Geschäfte in die Hand nehmen, wenn es keine AK-Führung gibt. "Wir brauchen Menschen, die Lust auf Kultur und Spaß am Ehrenamt haben", sagt die Ortsvorsteherin. Immerhin 16 Interessierte sind ihrem Aufruf gefolgt, darunter auch einige Marktgemeinderäte.

    "Zell war über viele Jahre ein verschlafenes Dörfchen, was die Kultur angeht. Der Arbeitskreis hat hier unheimlich viel geleistet"
    Ralf Geisler, CSU/Freie Zeller Bürger

    "Zell war über viele Jahre ein verschlafenes Dörfchen, was die Kultur angeht. Der Arbeitskreis hat hier unheimlich viel geleistet", brachte es Ralf Geisler (CSU/Freie Zeller Bürger) auf den Punkt: "Das geschieht nicht von allein wie aus einem Vulkan heraus, sondern ist Arbeit einiger Akteure, die sich in ihrer Bescheidenheit im Hintergrund halten." Der Arbeitskreis solle weiterhin ein echtes Bindeglied zwischen Gemeinde und Kulturschaffenden sein.

    Zwei große AK-Bühnen stechen in Zell über die Ortsgrenzen hinaus: Der Kulturkeller im örtlichen Gasthaus "Rose", in dem praktisch jeden Monat eine Veranstaltung steigt. Und die mittlerweile im zweijährigen Rhythmus stattfindende Kulturmeile, die heuer bereits zum 13. Mal stattgefunden hat und sich einen guten Namen in der Region gemacht hat. In diesem Jahr habe zudem ein Sommertheater unter Leitung von Regisseur Norbert Bertheau im ehemaligen Kloster Unterzell stattgefunden, so Feuerbach. "Alle sechs Aufführungen waren ausverkauft." Auch der Kulturkeller sei so gut wie immer voll.

    Arbeit im Team macht Spaß

    Als Nächstes tritt dort an diesem Samstagabend eine Irish-Folk-Band auf. Am 12. Oktober gibt es eine Lesung der lokal ansässigen Autoren Erhard Löblein und Sigrid Kleinsorge. Aktuell betreiben noch Elisabeth und Werner Reinhart, Carmen und Klaus Büttner, Alfons Feuerbach und seit diesem Jahr Georg Golla gemeinsam den Kulturkeller. "Es macht Arbeit, aber auch viel Spaß", unterstrich Elisabeth Reinhart. Schließlich arbeite man im Team, lerne neue Menschen kennen und komme mit den Künstlern in direkten Kontakt. "Auch das Feedback der Gäste tut gut."

    Gleichzeitig muss der Ausschank organisiert, eingekauft, die Kasse besetzt sowie der Auf- und Abbau bewerkstelligt werden, wie Bürgermeisterin Feuerbach deutlich machte. "Rein formell braucht es zwar keinen Vorstand. Es hat sich aber bewährt, dass einer oder mehrere Personen als Ansprechpartner für die Gemeinde da sind, auch um die Interessen des Arbeitskreises zu vertreten."

    Immerhin: Einige Anwesende der Sitzung haben sich bereit erklärt, künftig beim Arbeitskreis Kultur mitzuwirken. Feuerbach hoffte, dass sich in nächster Zeit noch mehr finden, so dass es in naher Zukunft einen neuen Vorstand gibt. Sie hob auch das Engagement ihrer gemeindlichen Mitarbeiterin Sabine Pichler vor, die das Programm im Kulturkeller auf die Beine stelle und auch die Kulturmeile mit organisiere.

    Über die Ortsgrenzen Zells hinaus bekannt: Die Veranstaltungen im Kulturkeller des Gasthauses "Rose" erfreuen sich großer Beliebtheit. Foto: Jörg Rieger

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