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    Würzburg

    Architektur-Ausstellung in der Galerie Spitäle in Würzburg

    Die Ausstellung im Spitäle zeigt drei evangelische Kirchen, im Bild die Versbacher Hoffnungskirche.
    Die Ausstellung im Spitäle zeigt drei evangelische Kirchen, im Bild die Versbacher Hoffnungskirche. Foto: Archiv Grellmann Kriebel Teichmann

    Eine Woche noch liegt die Ausstellung "Architektur. Zeichnung. Pläne und Entwürfe Würzburger Häuser 1920 bis 2020" auf langen Tischen in der VKU-Galerie Spitäle an der Alten Mainbrücke. Sie beschränkt sich auf zwölf Objekte, von denen drei unrealisiert blieben.

    Aber es kommt in erster Linie auf die ausliegenden Papierarbeiten an. Die repräsentieren eine enorme Vielfalt, wie Architekten ein Bauwerk im frühen Stadium seiner Entstehung visualisieren. Bis in die Gegenwart greifen einige Baumeister immer wieder zum Stift, während gleichzeitig Kollegen am Computer sitzen und mit der Maus planen.

    Im Unterschied zu diesem Formenreichtum steht der Wohnungsgrundriss im Maßstab 1:100. Von den Lerchenhain-Entwürfen im Bauhausstil bis hin zu den computergestützten Stadtteilansichten der Zukunft – die Draufsicht in ein aufgeschnittenes Häuschen im Handtellerformat blieb gleich. Es ist eine absolute Konstante im Handwerk. Sie unterliegt somit dem selben Verkleinerungsfaktor wie die Häuser auf den meisten Modelleisenbahnanlagen.

    Allerdings gab es in der ersten Ausstellungswoche auch Besucher, die eine vollständige Stadtbaugeschichte des 20. Jahrhunderts erwartet hatten. Und solche, denen Grundrisszeichnungen nicht verständlich genug waren. Zugegeben, die Exponate springen einen nicht sofort an. Man muss sich in ihren leisen Sog versenken.

    Sehr exemplarisch sind die Beispiele ausgewählt, und die meisten sind richtige Monumente. Man erfährt, dass das Herti-Kaufhaus vom selben Alexander von Branca stammt wie die Gethsemane-Kirche auf dem Heuchelhof, man sieht eine Alternative für die Bebauung am Mainkai, die letztlich nicht verwirklicht wurden, kann die Achseln zucken über Zaha Hadids Bürobeitrag und mit den Brückner-Brüdern durch den entkernten Kulturspeicher streifen.

    Peter Schiemanns Gemeindezentrum sollte man weiß auf schwarz bewundern. Diese groß gedachte und pingeligst ausgeführte Studentenarbeit von 1975 war der Anlass für die laufende Ausstellung. Die Witwe des Architekten entdeckte das grafische Kunstwerk bei der Durchsicht seines Nachlasses, zeigte es den früheren Kollegen ihres Mannes, und die besorgten weitere hochrangige Blätter, die noch bis Samstag, 15. März, diese exquisite Ausstellung ergeben.

    Am Dienstag und Mittwoch danach legen Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt ihre Entwürfe für Neues an bekannten Würzburger Plätzen auf die Tische.

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