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    Veitshöchheim

    Auch die Kleinen gingen auf Entdeckerreise

    Wer seinen Garten für einheimische Fledermausarten attraktiv gestalten wollte, bekam von der Fledermausgruppe Würzburg Tipps zur Lebensweise und Ansiedlung der Tiere. Dieter Rentschler erklärte, verteilte Kastenbauanleitungen und gab Anregungen für die richtige Pflanzenauswahl. Foto: Dieter Gürz

    Groß war mit 2500 Besuchern auch in diesem Jahr die Resonanz beim Tag der Offenen Tür, den seit 1972 immer am ersten Sonntag im Juli die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) durchführt.

    Laut LWG-Präsident Hermann Kolesch waren 240 seiner 300 Mitarbeiter im Einsatz, um den Besuchern einen unvergesslichen Tag zu bereiten, wie Marianne Scheu-Helgert bei einer Führung durch den Gemüsegarten oder Klaus Körber, der  mit "Clematis und Kletterrose zärtlich vereint" alle in seinen Bann zog.

    Besondere Anziehungspunkte waren die Zierpflanzen-Schauflächen mit 850 unterschiedlichen Beet- und Balkonpflanzensorten und die mehrjährigen bunten Blumenansaaten.  Die Zuschauer staunten, als Imker das Sammelverhalten eines 20 000 Bienen zählenden Volkes demonstrierten.

    Wie biodivers ihr Garten ist,  testeten Gartenbesitzer beim Durchfahren eines Hindernisparcours beim Institut für Stadtgrün und wer seinen Garten für einheimische Fledermausarten attraktiv gestalten wollte, bekam von der Fledermausgruppe Würzburg Tipps zur Lebensweise und Ansiedlung dieser Tiere.

    Eine Attraktion gleichermaßen für Jung und Alt war die Bockbeutelrutsche und der Genuss eines grünen Smoothies auf der Dachterrasse des Analytikzentrums. Dieses bot mit einem Barfußpfad interessante Einblicke in die Vielfältigkeit der Böden in Bayern.

    Interessant waren aber auch die Einblicke in die Analysearbeit, die hinter den Forschungsprojekten der LWG steht. Die Chemielaborant-Azubis demonstrierten als Zauberlehrlinge spektakuläre Versuche und Reaktionen aus dem Laboralltag. Die Besucher beobachteten unter dem Mikroskop Mikroorganismen, wie die Pollen von Rapshonig.

    Mit einem Entdeckerpass wiederum konnten kleine Nachwuchsforscher an elf Stationen ihr Geschick und Wissen unter Beweis stellen, so auch über Bienen, Insekten und Igel.  Als Nachweis für die erfolgreiche Teilnahme an sechs Stationen gab es als Belohnung ein Glas Honig oder eine Sommerblumenpflanze.

    Die LWG wurde für einen Tag zum kulinarischen Hotspot: Die 100 Genussorte Bayerns waren durch sechs Gemeinden aus der Rhön und einer aus dem Landkreis Hassfurt mit nicht alltäglicher Kost vertreten, wie die "Hutzeln" aus gedörrten Birnen von Franz Hümmer aus Fatschenbrunn. Bei Führungen im Versuchskeller informierten Winzermeister über weinstilistische neue Trends, wie den  Orange Wine.

    Die Shuttle-Busse, die vom zentralen Parkplatz an der B27-Ausfahrt Staustufe alle zehn Minuten nach Veitshöchheim verkehrten, waren immer gut gefüllt. Da der Obst- und Baumschulversuchsbetrieb Stutel auch in diesem Jahr wegen Bauarbeiten für Besucher gesperrt war, hatte stattdessen das Institut für Weinbau und Oenologie erstmals zu einer Weinbergwanderung in die Weinberglage Thüngersheimer Scharlachberg eingeladen.

    Leider führte der um 11 Uhr für zwei Stunden einsetzende Regen dazu, dass sich von den Parkplätzen nur relativ Wenige zur idyllisch gelegenen Schindelmannhütte begaben. Bei den ab dort geführten Rundgängen machten sie sich ein Bild über die seit mehreren Jahren dort praktizierten Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität im Weinbau.

    Dazu zählen eine Trüffelplantage, Streuobstblumenwiesen, Blühstreifen, Nistmöglichkeiten, ökologische Alternativen zum Herbizideinsatz, mit Solarstrom betriebene Bewässerungssysteme und ein Holder-Schlepper, Baujahr 1961, sowie ein futuristisch anmutendes Raupen-Mechanisierungs-System (RMS) und ein selbststeuernder Traktor in einem GPS-Parkour.

    Der Silvaner - eine Sorte mit großer (Farb-)Vielfalt: Die Veitshöchheimer Margit und Heinz Durhack genossen die Verkostung der drei Silvanersorten blau, gelb und grün und gaben kund, wer ihr Favorit ist. Foto: Dieter Gürz
    "Clematis und Kletterrose zärtlich vereint". In seinen Bann zog Klaus Körber, Arbeitsbereichsleiter Technik und Unternehmensentwicklung am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG, zahlreiche Zuhörer in seinem Vortrag über die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Kletterrosen und Clematis.  Foto: Dieter Gürz
    Interessant waren für viele Besucher die Einblicke in die Analysearbeit, die hinter den Forschungsprojekten der LWG steht. Die Azubis des Ausbildungsberufes Chemielaborant vom Fachzentrum Analytik zeigten unter der Aufsicht von Sabine Rapp spektakuläre Versuche und Reaktionen aus dem Laboralltag. Im Bild Lukas Leikam, Lisa Oberleiter und Theresa Dieter (von links).  Foto: Dieter Gürz
    "Wie biodivers ist ihr Garten?" Die Antwort erhielten Gartenbesitzer beim Durchfahren eines Hindernisparcours. Zur biologischen Vielfalt eines Gartens sollten Staudenrabatte und Blumenbeete, ein Hausbaum, Steingarten und Mauer, Grün am Bau, Gemüsebeete und Obstgehölze, ein Teich und eine Hecke gehören. Foto: Dieter Gürz
    Die LWG testet ökologische Alternativen zum Herbizideinsatz. Im Bild zu sehen das alternative Beikrautmanagement mit organischen Stoffen wie die Pelargon-Säure. Die LWG verwendet seit fünf Jahren kein Glyphosat mehr. So ist, wie Weinbau-Institutsleiter Georg Bätz Bild zeigt, direkt unter der Rebzeile für drei bis vier Monate ein Unkrautschutz möglich. Foto: Dieter Gürz
    Staunend beobachteten die Zuschauer, als Imker das Sammelverhalten eines 20 000 Bienen zählenden Volkes demonstrierten, dieses zunächst aus einem Kasten auf ein Tuch schüttelten, nachdem sie zuvor die Bienenkönigin an einem Lattenkreuz angeheftet hatten. Die Bienenkönigin sendet Duftstoffe aus, die Pheromone, also Botenstoffe, über die die Tiere kommunizieren. Schon nach kurzer Zeit sammelten sie sich, eine Traube bildend, auf dem Pfahl um ihre Königin. Foto: Dieter Gürz
    Im Zeichen des Klimawandels testet die LWG zur Revitalisierung alte Rebsorten wie Altfränkisch, Bukettrebe, Bukettsilvaner und Grünfränkisch. Im Hintergrund ein Wasserbecken, das im Winter mit Mainwasser gefüllt wird. Die bis zu 500 Kubikmeter großen Tanks sind eine Antwort auf die Trockenheit der vergangenen Sommer. Foto: Dieter Gürz

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