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    THÜNGERSHEIM

    Auf Entdeckungstour in Thüngersheims Altort

    Kulturelles Erbe in gebundener Form eines Denkmalsführers in Händen halten(von links): Mit-Initiator Edgar Schäffer, ste... Foto: Herbert Ehehalt

    Über weitaus mehr an historischer Bausubstanz als die inzwischen mehrfach hochdekorierten WeinKulturGaden verfügt die Gemeinde Thüngersheim. Um dies für die Bevölkerung selbst, und auch für Besucher nachvollziehbar zu machen, schufen Mitglieder des Vereins WeinKulturGaden Thüngersheim e. V. mit maßgeblicher Unterstützung durch die Gemeinde und dem örtlichen Fremdenverkehrsverein einen ortsinternen Denkmal-Führer. Bestätigt durch Hans-Christof Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege hob Vorsitzender Heiko Paeth bei der Präsentation der Dokumentation voller Stolz den einzigartigen Altort als Alleinstellungsmerkmal hervor.

    Historische Bausubstanz auf engstem Raum

    Äußerst lohnenswert für Liebhaber baulicher Zeugen der Vergangenheit ist ein Rundgang durch den mittelalterlichen Altort der Gemeinde Thüngersheim nicht erst seit der abgeschlossenen Restaurierung der WeinKulturGaden. Was sich an historischer Bausubstanz auf engstem Raum an faszinierenden Anwesen in der Hinteren Gasse, Urlaubs-, Pfarr-, Rathaus-, Schulzen- und Dürrengasse sowie Oberer und Unterer Hauptstraße findet, lässt die Herzen von Liebhabern höher schlagen.

    Überragend dabei sind freilich die erstmals 1443 urkundlich erwähnten Gaden. Während der langsame Verfall der Gaden als Teil der ehemaligen Kirchenburg durch die Gemeinde gestoppt wurde, widmen sich in Thüngersheim ungewöhnliche viele Eigentümer alter Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert deren Erhalt. Das Beispiel Einzelner, durch Renovierungen alter Gemäuer historischen Glanz wieder herzustellen, fand in den letzten Jahren immer mehr Nachahmer. Aus betagten Gebäuden der Renaissance und des Barock entstand in Anzahl und Vielfalt durch Instandsetzungen mit viel Herzblut im engeren Ortskern ein echtes Kleinod.

    Kostenlos erhältlich

    Zwei Dutzend solcher Gebäude und deren geheimnisvolle Geschichte griffen Edgar Schäffer, Max Wolf und Michael Junginger, Mitglieder des Bereich Denkmalpflege im Verein WeinKulturGaden Thüngersheim, zur näheren Beschreibung der einzelnen Objekte in einer Denkmal-Broschüre auf. Erhältlich ist die Dokumentation kostenlos im Rathaus und – fast zwangsläufig – in den WeinKulturGaden. Die jeweiligen Anwesen finden darin sowohl eine bildliche, wie auch textliche Darstellung.

    Nach Überzeugung der Initiatoren ist die Auflistung jedoch nur eine Auswahl an sehenswerten historischen Gebäuden im Ort. Bestätigt wurde dies durch die Einschätzung von Karen Heußner. „Die deshalb nicht fertige Broschüre dient zur Darstellung des Ortes, dokumentiert Ortsgeschichte und bestätigt, dass Thüngersheim und die WeinKulturGaden für die Bevölkerung und auswärtige Gäste gleichermaßen einen Besuch wert sind“, erklärte die selbst im Ort beheimate stellvertretende Landrätin.

    Begeisterung für den Altort

    „Das in Thüngersheim vorhandene außergewöhnliche bürgerliche und ehrenamtliche Engagement zum Erhalt alter Bausubstanz“, bezeichnete Hans-Christof Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als „bemerkenswert.“ Gleichzeitig zeigte sich Haas davon überzeugt, dass „die Begeisterung für den Altort mit der Broschüre weiter an Fahrt aufnehmen wird.“

    Als Intention hinter der Denkmal-Broschüre nannte Mit-Initiator Edgar Schäffer, schöne Objekte anschaulich für Besucher zusammengetragen zu haben. Zur Präsentation der Broschüre im Vorfeld eines gemeinsamen Rundgangs zu den aufgelisteten Anwesen hatten die Verantwortlichen im naheliegenden Kontext eine Ausstellung in den WeinKulturGaden zur Gestaltungssatzung der Gemeinde Thüngersheim gewählt.

    Die Denkmal-Broschüre

    Folgende 24 Gebäude im historischen Ortskern sind aufgelistet:

    WeinKulturGaden (Kirchgasse 2), Weinbau und Weinhandlung Dietrich, Martina und Sebastian Kraft, „Bischofshaus“, Haus Erben, Wohnhaus Familie Baus, Forum Botanische Kunst, Goldschmiede Jung, ehemalige Bäckerei Hauff, ehemals Familie Reusch, Hirtentor (Obere Hauptstr. 34), Wohnhaus Stumpf, Bauer, Wohnhaus Bernhard Schmitt, Haus Marlene Schäffer, Wohnhaus Heiko Paeth, Würzburger Tor (Veitshöchheimer Straße 2), „Urlaubshaus“, Mutter-Gottes-Brunnen (Anwesen Untere Hauptstraße 31), Zwei Steintafeln (Anwesen Untere Hauptstraße 25/Ecke Schulzengasse), Altes Rathaus (Rathausgasse 8), Wohnhaus Familie Weber, Altes Pfarrhaus (Pfarrgasse 4), Haus Stefan Bauer, und Landgasthof „Zum Bären“.

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