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    Winterhausen

    Aufgaben der Zukunft werfen Schatten voraus

    Aufgaben der kommenden Jahre warfen in der jüngsten Gemeinderatssitzung schon ihre Schatten voraus. Aus aktuellen Anlässen ging es um die Überprüfung und Sanierung von Kanälen, die Zukunft der Ortsgestaltungssatzung sowie um die künftige Waldbewirtschaftung im Zeichen von klimatischen Veränderungen.

    Für die Kamera-Untersuchungen und Spülungen in den einzelnen Ortsbereichen hat der Marktgemeinderat einen Fahrplan beschlossen. Dringend sei der Handlungsbedarf beim Baugebiet Heigern, wo die Untersuchungen schon mehr als zehn Jahre zurück liegen oder in Teilbereichen noch gar nicht durchgeführt wurden.  So sollen die Abwasserkanäle, Haltungen einschließlich Schächte und die zugehörigen Bauwerke im Heigern bereits im Jahr 2020 einer eingehenden Prüfung mit Kamerabefahrung unterzogen werden. Mit den Ausschreibungen wird noch dieses Jahr ein Ingenieurbüro beauftragt. In den Gemeindehaushalt 2020 werden dafür 80 000 Euro eingestellt. Im Altortbereich östlich der Bahnlinie und südlich der Kreisstraße WÜ 16 soll die Sichtprüfung im Jahr 2021 durchgeführt werden. Hierfür wird mit Kosten von 103 000 Euro gerechnet. Der gesamte Bereich nördlich der Kreisstraße WÜ 16 wurde erst im Jahr 2016 mit Kamera befahren, so dass eine erneute Untersuchung erst im Jahr 2026 wieder notwendig wird.

    Ein Thema, das seit Jahren immer wieder Probleme aufwirft und für Kopfzerbrechen sorgt, ist die Anwendung der Ortsgestaltungssatzung. Stets geht es um den Spagat, einerseits historische Bausubstanz sachgerecht zu sanieren, so dass ihr Charakter gewahrt bleibt, andererseits aber sanierungswilligen Interessenten nicht zu viele Steine in den Weg zu legen, damit dem innerörtlichen Leerstand entgegen gewirkt werden kann. In der jüngsten Sitzung tauchte das Problem bei einem Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis zur Sanierung eines Hauses aus dem 17. Jahrhundert auf, das an einer sehr augenfälligen Stelle im Ort steht. Kritisch gesehen wurden hier unter anderem die geplanten Kunststoff-Fenster und die gewünschte Dacheindeckung. Zweiter Bürgermeister Matthias Wieser riet dazu, die Ortsgestaltungssatzung zu überarbeiten. In ihr sollten auch Erklärungen gegeben werden, warum etwas so gemacht werden soll, sowie finanzielle Anreize geschaffen werden. Auch Ingo Gernert wünschte sich, die Bauwerber an die Hand zu nehmen und ihnen Hinweise auf bestehende Fördermöglichkeiten zu geben, die oft gar nicht bekannt seien. Lukas Steigerwald möchte bei exponierten Bauten unbedingt das Bild gewahrt wissen: "Es geht auch einfach und schön zugleich." Kurt Kleinschnitz hält die Satzung im Bezug auf Sanktionen für nicht wirkungsvoll. Beispielsweise sei noch nie ein nicht passendes Fenster, das bereits eingebaut war, wieder heraus gekommen. Bürgermeister Christian Luksch sieht die Überarbeitung der Satzung als Aufgabe für den im kommenden Jahr neu gewählten Gemeinderat.

    Auch über den Gemeindewald müsste man sich in den kommenden Jahren Gedanken machen, meinte Luksch. Bereits in den vorletzten Sitzung hatte Klaus Trunk auf erhebliche Baumschäden im Bereich Wilhelmshöhe aufmerksam gemacht. Inzwischen hat eine Ortseinsicht mit der Försterin stattgefunden, berichtete Bürgermeister Luksch. Demnach seien die Schäden hauptsächlich auf Trockenheit zurückzuführen und nicht auf Schädlinge. Momentan könne man nur abwarten, meinte Luksch. Zum Fällen und Aufforsten sei es noch zu früh.  Dafür sei dieser Waldbestand auch noch zu jung. Hingegen sei am Bromberg das Fällen von geschädigten Fichten und eine Neuaufforstung geplant.

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