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    Veitshöchheim

    Ausbau der Straße zwischen Veitshöchheim und Gadheim geht voran

    Die Ortsdurchfahrt in Gadheim wird 2020 ausgebaut und saniert. Foto: Irene Konrad

    Von März bis Dezember 2020 wird zwischen dem Veitshöchheimer Ortsteil Gadheim und dem Kreisverkehr beim Geisbergbad die Straße komplett gesperrt. Im November 2018 hatte der Umwelt- und Bauausschuss des Landkreises die Sanierung Kreisstraße Wü 3 beschlossen. Die Pläne sind gemacht und die Kostenermittlung steht.

    Dass die Sanierung nötig ist, ist angesichts des "sehr instandsetzungsbedürftigen Zustands" der Kreisstraße unbestritten. Auf der Strecke wird der Oberbau der viel befahrenen Straße verstärkt, frostsicher gemacht und um 50 Zentimeter auf 6, 50 Meter verbreitert. Die Ortsdurchfahrt in Gadheim wird ausgebaut und die Kreuzung Wü 3/Wü 21 mit der Abzweigung nach Oberdürrbach zu einem Kreisverkehr umgebaut.

    Umleitung ist umstritten

    Nach wie vor umstritten ist die geplante Umleitung mit weiten Wegen über Rimpar und Versbach oder alternativ über die B19. Wegen dieser Umleitung hat eine in Güntersleben initiierte Bürgerinitiative innerhalb von wenigen Tagen 1300 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner der Petition wollen eine komplette Straßensperrung verhindern.

    Anfang November hat Landrat Eberhard Nuß bei einem Runden Tisch mit den Bürgermeistern von Veitshöchheim, Günterleben und Rimpar sowie Vertretern des Staatlichen Bauamts und des Landratsamts Alternativen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger gesucht. Nuß wirbt für das Umsteigen auf Busse. Neukunden, die wegen der Straßensperrung eine ÖPNV-Zeitkarte erwerben, erhalten eine Ermäßigung.

    Flurweg nur für Busse

    Für den Linienbus wird nämlich ein Flurweg ertüchtigt. Über diese Ausweichroute fahren die Busse zur gewohnten Zeit und im gewohnten Halbstundentakt. Der Flurweg sei jedoch keinesfalls für den Individualverkehr geeignet. Das Staatliche Bauamt geht von rund 6700 Fahrzeugen pro Tag aus. Davon sind über 300 Lkw.

    Im Zuge der Straßensanierung von Gadheim nach Veitshöchheim wird diese unfallträchtige Einfahrt aus Oberdürrbach zum Kreisverkehr umgestaltet. Foto: Irene Konrad

    Bei der jüngsten Bauausschuss-Sitzung des Kreistags stellte Johanna Fischer neue Zahlen vor. Die Abteilungsleiterin ist beim Staatlichen Bauamt für die Würzburger Kreisstraßen zuständig. Seit der letzten Vorstellung der Kosten im Juni sei der Umfang der Maßnahme erweitert worden, so Fischer. Deshalb fallen zu Lasten des Landkreises höhere Beträge an.

    Höheres Auftragsvolumen

    Statt 3,38 Millionen muss der Landkreis nun mit einem Auftragsvolumen von 4,42 Millionen Euro rechnen. Sie entfallen auf die Verlegung der Fernwasserleitung (152 000 Euro), zwei Querungsstellen für Radfahrer (300 000 Euro), den Ausbau der Strecke für die Busumleitung (316 000 Euro) und den Umbau zum Kreisverkehr (270 000 Euro).

    Insgesamt wird die Baumaßnahme 4,62 Millionen Euro kosten. An den Gesamtkosten beteiligt sich die Gemeinde Veitshöchheim mit 470 000 Euro. Der Anteil der Gemeinde Veitshöchheim für den Kreisverkehr wird durch den Landkreis vorfinanziert und später zurückerstattet.

    "Es ist eine Herausforderung, das Auto einmal stehen zu lassen und auf den Bus umzusteigen."
    Landrat Eberhard Nuß

    "Wir müssen in Vollsperrung bauen und Einschränkungen durch die Umleitung in Kauf nehmen", so Abteilungsleiterin Fischer vom Staatlichen Bauamt. Sie sehe dabei keine Alternative. Landrat Nuß nannte gar positive Aspekte. "Es ist eine Herausforderung, das Auto einmal stehen zu lassen und auf den Bus umzusteigen", meinte er. Vielleicht könne auf diese Weise mancher Autofahrer generell zum Wechsel auf den öffentlichen Nahverkehr bewegt werden.

    Sollte es doch Ausweichstrecken geben?

    Bürgermeister Burkard Losert aus Rimpar bat dringend, "intensiv zu überprüfen, ob die Wirtschaftswege und kleinere Orts- und Anliegerstraßen in Veitshöchheim nicht doch als Ausweichstrecke zur Verfügung stehen". Das habe in anderen Gemeinden schon funktioniert. Losert befürchtet einen Verkehrskollaps in der Rimparer Ortsmitte auch dann, "wenn täglich nur 1000 Fahrzeuge mehr als sonst durch Rimpar fahren".

    Fakt ist, dass "die Bauzeit so gering wie möglich gehalten wird". Es müsse sich zeigen, wie die Umleitungen funktionieren. Auch der Zeller Bock etwa sei lange gesperrt gewesen und das habe für die Autofahrer Umwege bedeutet.

    Letztendlich ermächtigte der Bauausschuss das Staatliche Bauamt, die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen und das Vergabeverfahren durchzuführen. Landrat Nuß wurde ermächtigt, den Auftrag an das wirtschaftlichste Angebot zu vergeben sowie die beiden Vereinbarungen für den Kreuzungsumbau zum Kreisverkehr und den Ausbau der Ortsdurchfahrt Gadheim zu unterzeichnen.

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