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    Würzburg

    Ausprobieren erwünscht: Kunst und Musik beim "Jungen Hafen"

    Die Big Band der David-Schuster-Realschule bildet den Auftakt zum Konzert des "Jungen Hafen 2019" auf der Hafenbühne. Foto: Johannes Kiefer

    Der "Junge Hafen by Sparda", eine Veranstaltung des städtischen Fachbereichs Kultur beim Hafensommer, bot Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich an verschiedenen Workshops rund um Kunst, Tanz oder Musik auf dem Gelände des Kulturquartiers am Alten Hafen auszuprobieren. Den Abschluss bildete ein Konzert am Abend des 23. Juli, das von Schülerbands und anderen jungen Künstlern gestaltet wurde. Der "Junge Hafen" arbeitet dabei zusammen mit dem Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

    Am Stand der "youngcaritas", ein Projekt des Caritasverbands Würzburgs, entstehen aus alten Computer-Tastaturen Ohrringe oder Halsketten. "Das nennt sich Upcycling. Man stellt aus alten, kaputten Dingen Neues her", erklärt Projektkoordinatorin Esther Schießer und zeigt einen Schlüsselanhänger, den sie aus einem defekten Fahrradreifen gebastelt hat. Daneben bemalen Jugendliche an einem Stand der Initiative "Schule mit Courage - Schule ohne Rassismus"  Baumwolltaschen. 

    Jugendliche versuchten sich an Graffiti- und Breakdance-Workshops

    Musik schallt über den Oskar-Laredo-Platz. Mehrere Breakdance- und Hip Hop-Crews der Würzburger Tanzschule "DanceEncore" sind im Schatten des Kulturspeichers versammelt und feuern sich gegenseitig bei ihren Auftritten an. Wen die Hitze nicht abschreckt, tanzt mit. In einem Workshop zeigt Hip Hop-Tänzer Simon Bunya Interessenten Grundbewegungen und studiert mit ihnen eine kurze Choreographie ein.

    In Kooperation mit der "ROCK IN"-Boulderhalle Würzburg hat daneben die Parkour-AG des Friedrich-Koenig-Gymnasiums einen Parcours aufgebaut. Die Schüler führen dort gekonnt Sprünge vor und geben anderen Jugendlichen eine Einführung in die Trendsportart.

    Die Parkour-AG des Friedrich-Koenig-Gymnasiums zeigt auf dem Oskar-Laredo-Platz, wie die Trendsportart funktioniert. Foto: Johannes Kiefer

    Oberhalb der Hafentreppe sind mehrere Stellwände aufgebaut, die von Schülern der Städtischen Wirtschaftsschule Grombühl eifrig besprüht werden. Unter Anleitung von Illustrator Daniel Ebert und zwei weiteren Graffiti-Künstlern lassen die Achtklässler eine bunte Unterwasserwelt entstehen. "Wir schneiden Schablonen zurecht und sprühen dann mit den Farbdosen Korallen auf die Wand", erklärt der 14-jährige Luca. Auch Miljana (15) beteiligt sich an der Aktion: "Das macht echt Spaß und ist mal was anderes als Wandertag."

    Junge Künstler zeigen ihr musikalischen Können auf der Hafensommerbühne

    Am Abend schließt sich der musikalische Höhepunkt mit einem Konzert auf der Hafensommerbühne an. Bei immer noch fast 30 Grad füllt sich die Tribüne zunächst eher zögerlich, und die unteren Ränge im Schatten sind heiß begehrt. Den Anfang macht die Big Band der David-Schuster Realschule mit "Friend Like Me" aus dem Film "Aladdin", der gut zur sommerlichen Stimmung passt. Nach den spannungsgeladenen Stücken "James Bond Theme" und "Skyfall" von Adele, setzt die Big Band dann mit "Viva la Vida" und "Good Life" auf eher träumerische Popsongs. Moderator ist wieder Andy Sauerwein, der diesmal allerdings Unterstützung bekommt: Lea (16) und Jonas (17) führen als Co-Moderatoren durch das Programm. 

    Kulturreferent Achim Könneke und Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs begrüßten das Publikum zum Konzert des "Jungen Hafen by Sparda". Foto: Johannes Kiefer

    Die Aschaffenburger Band "Kant" tritt mit vier selbst geschriebenen Titeln auf. Nach rockigen Klängen wird es mit "Balcony" zwischendurch sanfter. Bei "No one ever" überzeugt der herrlich selbstironische Sänger und Bassist Marius mit seiner klangvollen Stimme auf ganzer Linie. 

    "Ich steh' lieber auf Sesam als auf Laugen."
    Auszug aus Tinka Arlts Lied "Du bist so anders"

    Als Kontrastprogramm liefert "Antinger" zwei Tracks mit "Trap Sound" ab. Die Mischung aus Hip Hop-Elementen und Battle Rap kommt beim jungen Publikum auch wegen der teilweise recht provozierenden Texte an. Für seine Rap-Einlage erhält "Antinger", der gebürtig Anton Fröhlich heißt, großen Applaus. Akustische Klänge lässt hingegen Singer-Songwriter Julius Krebs ertönen, der virtuos von Nico Theodossiadis am Sopranosaxophon begleitet wird. 

    "Ich steh' lieber auf Sesam als auf Laugen", ist eine der originellen Zeilen in Tinka Arlts selbstgeschriebem Lied "Du bist so anders". Obwohl vor allem das erste Stück durch ihre klaren Stimme und dem ehrlichen Text überzeugt, kommen auch ihre anderen textlastigen Lieder sehr gut bei den Zuschauern an. Mit "Spicy Thoughts" ist eine weitere Schülerband auf der Hafenbühne vertreten. Auch die St.-Ursula-Schule interpretiert mit fünf Sängerinnen bekannte Popsongs neu. 

    Den musikalischen Abschluss bildet "Alma". Die internationale Band versucht sich zunächst an bekannten Hits wie "Locked Out Of Heaven" von Bruno Mars, um dann zwei ihrer Eigenkompositionen zu präsentieren. Gegen 22 Uhr wird die Bühne für die "Hot Potatoes" umgebaut. Die Breakdance-Weltmeister geben einen kurzen Einblick in ihre akrobatische Show, um dann spontan ihre Improvisationskünste, angeleitet vom Publikum, unter Beweis zu stellen. Damit stehen sie repräsentativ für die Bandbreite an kreativen Erfahrungen, die der "Junge Hafen" für alle Beteiligten bot.

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