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    Würzburg

    Ausstellung zu 100 Jahre Kriegsende

    Erster Weltkrieg in Flandern: Zerbombter Wald bei Ypern.  Foto: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=186764

    Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit: Ein Thema, zu dem man scheinbar schon alles gehört und gelesen hat. Dass dem nicht so ist, zeigen Studierende der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg mit ihrer Ausstellung „Krieg - Frieden. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit“. Ihre Beiträge behandeln Politik, Kunst und Literatur in den am Krieg beteiligten Ländern.

    Nach einer historischen Einführung, die auch die Nachkriegssituation in Würzburg thematisiert, vermitteln Texte von Gottfried Benn einen distanzierten Blick auf das Kampfgeschehen: Der Dichter wirkte während des Kriegs als Arzt hinter der Front und verarbeitete seine Erlebnisse unter anderem in den „Rönne-Novellen“.

    Anhand literarischer Portraits von Schützen aus dem Senegal lässt sich wiederum nachvollziehen, wie sich der Blick auf die aus den Kolonien verpflichteten Soldaten in der französischen Literatur widerspiegelt.

    Unterschiedliche Reaktionen auf den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit werden demgegenüber in der italienischen und deutschen Kunst sichtbar, während die hierzulande aus propagandistischen Gründen eröffneten Kriegsmuseen in der Nachkriegszeit schlossen oder sich der Friedensarbeit widmeten. Stimmen namhafter italienischer Politiker, Journalisten, Romanciers und Dichter bringen zum Ausdruck, wie der „Große Krieg / la Grande Guerra“ Italiens kollektives Gedächtnis prägte.

    Auch in Großbritannien ist das Gedenken daran viel stärker als hierzulande: So prägen die von dem Gedicht „In Flanders Fields“ inspirierten Mohnblumen als „Remembrance Poppies“ die britische Erinnerungskultur bis in unsere Gegenwart.

    Individuell gestaltete Text- und Bildtafeln, eine Hörstation mit Leseecke sowie eine Soundinstallation und Bildprojektion am Eröffnungsabend, an dem der bekannte FAZ-Journalist Andreas Platthaus einen Gastvortrag hält, machen den Ausstellungsbesuch informativ und abwechslungsreich. Eröffnung ist am Montag, 14. Januar, um 18.15 Uhr. Der Vortrag "Der Krieg, den keiner so kennt - Das erste Halbjahr 1919" wird im Hörsaal 0.002 im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude/Z6 am Hubland Süd gehalten. Anschließend laden die Organisatoren zu einem Empfang.

    Die fächerübergreifende Ausstellung wurde von rund 90 Studierenden der Fächer Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Museologie, Romanistik und Slawistik im Wintersemester 2018/19 erarbeitet und konnte durch finanzielle Unterstützung der Philosophischen Fakultät sowie der Textagentur Contify realisiert werden.

    Die Ausstellung ist zu sehen im Philosophiegebäude am Hubland Süd, vom 14. Januar bis 6. Februar. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

    Begleitend zur Ausstellung lädt die Universität Würzburg zu einem Gastvortrag ein:  Dr. Regina Frisch (Theilheim, www.ResteFerwertung.de): „Maggisuppe, Brennesselgemüse & pikante Muscheln. Kriegskochbücher des Ersten Weltkriegs“ zur Finissage der Ausstellung, am Mittwoch, 6. Februar, 18 Uhr, Hörsaal 2/3, Philosophiegebäude.

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